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Nächtliche Streifzüge durch die Stadtgeschichte

Perleberg Nächtliche Streifzüge durch die Stadtgeschichte

In ihrer Museumsnacht erhielten die Perleberger wieder viele Einblicke in ihre Stadtgeschichte. In diesem Jahr ging es um Fragmente der Kirche, die perspektivisch wieder an ihren alten Ort kommen sollen. Gedenk- und Sühnezeichen ließen eine Tradition früherer Zeiten lebendig werden und auch das Mittelalter kam nicht zu kurz.

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Besichtigung des alten Ratskellers im Perleberger Rathaus.

Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Perleberg. Mit der Museumsnacht werden alle Generationen an die regionale Geschichte herangeführt: „Die Leute sollen neugierig werden und Lust bekommen, mehr zu erfahren, auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten“, sagte Perlebergs Bürgermeisterin Annett Jura. Der Sonntagabend des 30. Oktobers vor dem Gedenken an die Reformation stand in diesem Jahr im Zeichen der Museen.

Enthüllung wertvoller Fragmente

So öffneten das Oldtimer- und Technikmuseum, das Stadt- und Regionalmuseum sowie das Rathaus und die Sankt Jacobikirche zur mittlerweile bereits neunten Museumsnacht ihre Türen. „Die regionale Geschichte zieht an“, ist sich Annett Jura bei der Eröffnung in der Sankt Jacobikirche sicher. Zusammen mit Pfarrerin Verena Mittermeier und Herbert Dreifke vom Vorstand des Fördervereins Kirchturmspitze Sankt Jacobi in Perleberg hieß sie die Gäste willkommen.

Eröffnung durch Herbert Dreifke vom Vorstand des Fördervereins Kirchturmspitze, Annett Jura, Bürgermeisterin und Pfarrerin Verena Mittermeier

Eröffnung durch Herbert Dreifke vom Vorstand des Fördervereins Kirchturmspitze, Annett Jura, Bürgermeisterin und Pfarrerin Verena Mittermeier (v.l.n.r.).

Quelle: Pfeiffer

Interessant wurde es sogleich im Anschluss bei der Enthüllung von sehr wertvollen Glocken- und anderen Turmfragmenten im Westportal der Kirche. Anlass war das Gedenken an den verheerenden Kirchturmbrand vor 100 Jahren – am Montag, 27. November 1916. Weitere Fundstücke und Überreste vom Brand gab es auf dem Hof des Stadt- und Regionalmuseums zu sehen. Darunter die aus den Trümmern geborgene und erheblich beschädigte alte Kirchturmspitze mit dem ehemals vergoldeten Wetterhahn.

Gedenk- und Sühnekreuze

Kurz nach sechs Uhr soll damals der Brand von zwei Postbeamten gemeldet worden sein, die Ursache ist nicht geklärt, darüber kursieren viele Geschichten, vom Blitzschlag bis hin zu Brandstiftung. Infolge des Feuers kam es zum Einsturz des Turms. In Zukunft ist ein originalgetreuer Wiederaufbau geplant, wofür gespendet werden kann.

Die Perleberger Oldtimerfreunde erinnerten an die 750-Jahrfeier 1989 mit historischem Filmmaterial

Die Perleberger Oldtimerfreunde erinnerten an die 750-Jahrfeier 1989 mit historischem Filmmaterial. Viele Perleberger sahen sich die Mitschnitte natürlich gerne an, entdeckten sie doch hin und wieder bekannte Gesichter.

Quelle: Pfeiffer

Zudem waren im Stadt- und Regionalmuseum in einer Sonderausstellung Gedenk- und Sühnekreuze aus dem 14. bis 17. Jahrhundert zu sehen. Sie erinnern an Menschen, die Opfer eines Tötungsverbrechens oder eines tödlichen Unfalls geworden sind und somit abrupt und ohne die Sterbesakramente empfangen zu haben, aus dem Leben gerissen wurden.

Beim Schwedenfeuer vor dem Oldtimer- und Technikmuseum sowie beim Essen des leckeren Knüppelkuchens am Lagerfeuer wurde einem richtig warm.

Trausaal im mittelalterlichen Gebäudeteil

In diesem Jahr feierte Perleberg sein 777-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass erinnerten die Perleberger Oldtimerfreunde an die 750-Jahrfeier 1989, bei der sie im großen Festumzug mitfuhren. Gezeigt wurde Filmmaterial aus dem Nachlass des Perlebergers Horst Katzke. Im Perleberger Rathaus stand dagegen der Trausaal im Mittelpunkt. Dieser befindet sich im mittelalterlichen Teil des Gebäudes, welches um 1400 erbaut wurde. Außerdem bestand die Möglichkeit, den alten Ratskeller zu besichtigen.

Hoch hinaus über die Dächer Perlebergs ging es auf den Turm der Sankt Jacobikirche. Die 186 Stufen führen 40 Meter in den nächtlichen Himmel hinein. Von dort oben kann man den Ausblick auf sich wirken lassen. „Über 10 000 Besucher kommen jedes Jahr in die Perleberger Kirche“, berichtet Michael Winter, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates, der die Besucher auf den Turm führte.

Von Marcus J. Pfeiffer

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