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Namenszusatz soll offiziell werden

Rolandstadt Perleberg Namenszusatz soll offiziell werden

Zu den Sehenswürdigkeiten in Perleberg gehört zweifellos der Roland, der über 450 Jahren auf dem Großen Markt steht. Die Stadt will sich nun den Titel Rolandstadt auch offiziell zulegen. Briefköpfe und Ortseingangsschild müssten geändert werden. Demnächst beraten die Stadtverordneten darüber.

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Seit über 450 Jahren steht der Roland auf dem Markt.

Quelle: Michael Beeskow

Perleberg. Dass Perleberg Rolandstadt ist, liegt für die Einwohner der Stadt wohl auf der Hand. Doch nun will sich die Stadt diesen Titel ganz offiziell zulegen. Wie Bürgermeisterin Annett Jura auf Nachfrage berichtete, geht die Verwaltung der Frage nach, mit welchen Konsequenzen dies verbunden ist. Schon im Februar und März dürfte in den Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung die Beratung beginnen. Die Bürgermeisterin hält einen Beschluss der Stadtverordneten im April für möglich.

„Gefühlt ist Perleberg ja schon Rolandstadt“, erklärt die Bürgermeisterin. „Wenn wir uns offiziell diesen Namenszusatz annehmen, dann macht das nur Sinn, wenn wir ihn umfänglich auch nach außen tragen.“ Überall, wo der Name Perleberg auftaucht, sollte dann auch Rolandstadt hinzugefügt werden. Das reicht von den Briefbögen in der Stadtverwaltung bis hin zum Ortseingangsschild.

All dies ist natürlich mit Kosten verbunden. In der Stadtverwaltung wird derzeit geprüft, wie hoch sie ausfallen können. Perleberg hat es selbst in der Hand, ob die Stadt nun offiziell Rolandstadt wird. Entscheidend ist ein Beschluss in der Stadtverordnetenversammlung. „Das ist in der Kommunalverfassung so festgelegt“, erklärt Annett Jura. Die Stadt zeigt dann den Namenszusatz beim Innenministerium an.

Zum Roland

Bereits 1498 wird ein Perleberger Roland in den Ratsprotokollen erwähnt. Wahrscheinlich handelte es sich jedoch um eine Holzfigur. Im Sockel des heute bestehenden Rolands ist das Jahr 1546 eingemeißelt.

Die Sandsteinfigur ist 5,50 Meter groß und gilt als zweitgrößter Roland in Deutschland. Dargestellt ist ein Ritter in verzierter Rüstung, in der rechten Hand hält er ein Schwert hoch, mit der linken Hand ein gegen das linke Bein gelehntes Schild. Auf dem Schild ist der märkische Adler zu sehen. Die Statue befindet sich auf einem achteckigen Sockel, dessen Seiten Szenen aus der Herkulessage abbilden. Die Darstellungen sind stark verwittert.

„Wir wollen uns damit von anderen Städten abgrenzen“, sagt die Bürgermeisterin. Sie sieht in dem Zusatz Rolandstadt einen wichtigen Werbefaktor im Stadtmarketing. Aber auch der Stolz der Bürger auf die Geschichte und ihre mittelalterliche Innenstadt schlagen sich in dem Namenszusatz nieder.

„Ich finde es persönlich gut, wenn Perleberg einen Namenszusatz bekommt“, sagt Hartmut Schneider, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung. Perleberg könnte sich theoretisch auch als Hansestadt bezeichnen, meint Hartmut Schneider. Doch dieser Zusatz sei schon beinahe inflationär. Rolandstadt sei hingegen ein Alleinstellungsmerkmal. So viel ihm bekannt ist, trage lediglich Calbe an der Saale den Zusatz Rolandstadt offiziell.

Bedeutung der Stadt aufgewertet

Hartmut Schneider verweist auch auf das Besondere des über 450 Jahre alten Standbildes auf dem Großen Markt in Perleberg. Allein das sei schon eine touristische Attraktion. Nach dem Bremer Roland ist es das zweitgrößte Standbild in Deutschland überhaupt. Hartmut Schneider hält den Perleberger für den überhaupt schönsten Roland. Und dieser Meinung sind nicht nur Perleberger. Mit dem Namenszusatz, so der Stadtverordnete, könnte schon auf eine Sehenswürdigkeit der Stadt hingewiesen werden und auf deren Bedeutung.

„Perleberg macht dadurch auf sich aufmerksam“, ist Hartmut Schneider überzeugt. Den Namen Perleberg könne man vielleicht überlesen, aber wenn es Rolandstadt Perleberg heiße, werde man gleich aufmerksam.

Reiseveranstalter, so habe er bemerkt, würden von sich aus den Zusatz Rolandstadt einsetzen, um Fahrten nach Perleberg anzupreisen.

Von Michael Beeskow

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