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00:19 09.11.2017
Präsentierten sich stolz beim ersten Familiensportfest in Meyenburg: die Kinder und Jugendlichen der Jugendfeuerwehr mit ihren Betreuern. Quelle: FOTOS (2): privat
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Meyenburg

Wer etwas über die jüngsten Aktivitäten der Jugendfeuerwehr Meyenburg erfahren möchte, kann sich in den sozialen Medien umtun. Brandaktuell postet Jugendwart Sven Niemann Fotos und Videos vom Training, von Einsatzübungen oder von Ausflügen auf Facebook oder Instagram. Für den 29-Jährigen gehört die Öffentlichkeitsarbeit zum Handwerk: „Ich mache das, damit auch andere Jugendwehren sehen, dass es sich lohnt, den Nachwuchs in die Feuerwehr zu holen.“ Sogar erste private Kontakte zu einer Jugendfeuerwehr im US-amerikanischen Bundesstaat New Jersey haben die Meyenburger geknüpft. Niemanns Fernziel: der Austausch mit Jugendfeuerwehren in aller Welt.

Seine Leidenschaft ist nicht nur über die sozialen Medien ansteckend. Mit 18 Jahren trat Niemann 2008 in die Feuerwehr in seinem Heimatdorf Jännersdorf ein. Seit Februar 2011 ist er Jugendwart in Meyenburg. „Es war schon immer mein Ziel, Feuerwehrmann zu werden“, erzählt er. Sein Traum ist, Feuerwehrmann in New York zu sein. Begründet haben diese Leidenschaft wohl die selbstlosen Einsätze der Feuerwehrleute bei den Anschlägen am 11. September 2001. In der Region haben den jungen Mann Technik und Teamarbeit bei den Hochwassereinsätzen in Wittenberge fasziniert.

Die Meyenburger Jugendfeuerwehr Quelle: Gerd-Rüdiger Zettel

Seine Frau sowie sein Arbeitgeber haben großes Verständnis. „Und ohne die Hilfe etwa des Amtes Meyenburg und der Feuerwehr würden wir das nicht schaffen.“ So ging auch die Anschaffung eines neuen Hängers für die Jugendwehr recht schnell: „Ich habe mit Wehrführer Manfred Kreibich gesprochen und kein Dreivierteljahr später stand der Hänger auf dem Hof.“ Die 3000 Euro Anschaffungskosten hat der Förderverein übernommen.

16 Kinder betreut und unterrichtet Niemann mit seinem Stellvertreter Stefan Hinz und weiteren Unterstützern sowie in enger Zusammenarbeit mit den Eltern – sechs in der Floriangruppe (sechs bis zehn Jahre), zehn in der Altersklasse II (14 bis 18 Jahre). Einige der Kinder hat Niemann zu jungen Erwachsenen aufwachsen sehen. Drei sehr aktive junge Leute schließen inzwischen ihre Truppführerausbildung ab. Manche seien schon in der dritten oder vierten Generation dabei. „Wir versuchen, die Ausbildung so attraktiv wie möglich zu machen, damit die Kinder später dabei bleiben.“ Angst müsse keiner haben, sein fünfjähriges Kind einem 29-Jährigen mitzugeben, versichert Niemann: „Jugendwarte müssen ein erweitertes Führungszeugnis abgeben.“

„Trockentraining“ in der Halle. Quelle: privat

Zum Programm gehören bei den Jüngsten eher spielerisch etwa Training im Löschangriff und Erster Hilfe. Später wird auch Theorie gepaukt. „Die AK I und II muss solche Sachen wissen, auch den technischen Hintergrund erfassen.“ Dass erleichtere die Grundausbildung in der Erwachsenenwehr. Im September durften die Kinder und Jugendlichen beim Zerlegen eines Pkw mit Schneid- und Spreizwerkzeugen hautnah dabei sein. Beim ersten Familientag auf dem Sportplatz präsentierte sich das Team stolz am Tanklöschfahrzeug. Auch Fahrten zum Hansapark oder zur Leitstelle in Potsdam gehören zum Programm. Am 2. Dezember veranstaltet die Jugendfeuerwehr am Gerätehaus in der Meyenburger Hagenstraße von 12 bis 21 Uhr ihren Weihnachtsmarkt. Plätzchen backen die Kinder kurz vorher selbst.

Die Sache soll größer aufgezogen werden

Irgendwann habe Niemann mit den Eltern abgestimmt, „dass wir die Sache ein bisschen größer aufziehen müssen“. Ohne deren Einverständnis und Mitarbeit gehe gar nichts, sagt der 29-Jährige. Seit 2015 postet die Jugendfeuerwehr Meyenburg regelmäßig auf Facebook, was ihr wichtig ist. „Auf Instagram sind wir seit Anfang 2017“, so der Jugendwart. Inzwischen folgen den Brandschützern 4000 bis 5000 Personen. „Unsere Seite wird gut angenommen.“

Niemann findet auch Statements aus dem Ausland auf der Seite. Demnächst will er sie in Deutsch und Englisch anbieten. „Dabei hilft mir Emma Becker.“ Im Austausch mit Jugendwehren im Ausland erfahre man, was andere machen oder wo sich etwas verbessern lässt – abseits des eigenen, wiederkehrenden Jahresprogramms. „Natürlich im Rahmen der bei uns geltenden Gesetze“, betont der Jugendwart. Während hier abseits der Großstädte fast nur Freiwillige Feuerwehren im Einsatz sind, gebe es in den USA fast nur Berufsfeuerwehren.

Der Kontakt nach New Jersey soll nun ausgebaut werden. Die Eltern seien schon gespannt. „Jeder braucht die Feuerwehr irgendwann. Und wir brauchen die Kinder.“ Deswegen möchte Niemann das Netzwerk aufbauen. Die Arbeit nimmt also kein Ende. „Ich würde aber nie tauschen“, sagt er.

Von Beate Vogel

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