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Prignitz Irena Berjas startet im Modemuseum
Lokales Prignitz Irena Berjas startet im Modemuseum
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00:27 08.03.2018
Irena Berjas ist seit 1. März neue Museumsleiterin im Modemuseum Meyenburg. Die Kleidersammlung findet sie fantastisch. Quelle: Beate Vogel
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Meyenburg

Ein wunderbar greifbares Museum ist das Modemuseum Meyenburg, sagt Irena Berjas: „Die Menschen finden die Objekte in sich selbst wieder.“ Wer das Modemuseum einmal besucht hat, kann nachvollziehen, was sie meint: Viele der Alltagskleider aus den Jahren um 1900 bis 1970 haben so oder so ähnlich Mütter oder Großmütter getragen. Die 58-jährige Irena Berjas hat zum 1. März ihre Stelle als neue Leiterin des Museums angetreten. Sie ist die dritte Geschäftsführerin, seit die Sammlung Josefine von Krepls 2015 an den Trägerverein Modemuseum übergeben wurde.

Josefine von Krepls hat ihre Sammlung dem Modemuseum Schloss Meyenburg zur Verfügung gestellt. Quelle: Beate Vogel

Dass sie sich für die Stelle in Norddeutschland interessiert, musste sie ihrem Mann schonend beibringen, erzählt Irena Berjas. Beide lebten in Spanien. „Dann müssen wir die Koffer packen“, habe dieser spontan gesagt. Nun wohnt das Paar in Schmolde. Ihre Wurzeln hat die Museumsleiterin in der Region: „Mein Vater stammt aus Wittstock.“

Goldschmiedin und Kunsthistorikerin

Irena Berjas kommt aus einer Künstlerfamilie: Die Mutter war Goldschmiedin, der Großvater Bildhauer, ihr Großonkel der Maler und Grafiker Eberhard Schlotter. Irena Berjas selbst ist Goldschmiedin, Designerin und Kunsthistorikerin. Nach der Lehre als Goldschmiedin hat sie Design in Hannover studiert. „Ich war noch nicht ganz fertig, da habe ich mich schon für das Studium der Kunstgeschichte in Berlin eingeschrieben.“ Lange hatte die 58-Jährige in Brieselang ein Atelier für Goldschmiedearbeiten, bevor sie mit ihrem jetzigen Mann nach Spanien ging.

Das Museum in Meyenburg lernte Irena Berjas erst hier kennen. An den ersten Tagen sah sie sich die Depots an: „Es ist eine fantastische und eigenwillige Sammlung“, findet sie. „Wir haben das große Glück, dass die Stifterin noch lebt und uns mit ihrer Unterstützung zur Verfügung steht.“

Ideen für ein „Wir-Museum“

Als langfristige Idee schwebt der Museumsleiterin vor, die Sammlung geschichtlich aufzuarbeiten. „Wir können die modischen Highlights, aber auch den gesellschaftlichen Aspekt beleuchten“, sagt sie. Besondere Stücke könnten vorgestellt und vielleicht die Geschichte ihrer einstigen Trägerinnen dazu erzählt werden, so dass sie für die Besucher lebendig werden. „Die Gewänder waren ja einmal mit Leben erfüllt.“

Bei einem Besuch im Modemuseum in Meyenburg sind hunderte Ausstellungsstücke aus verschiedensten Epochen zu sehen. Quelle: Julian Stähle

Irena Berjas möchte ein „Wir-Museum“ schaffen: „Zum Teil kommen die Menschen und sagen, das kenne ich ja.“ Die Modesammlung schaffe deshalb nicht diese ästhetische Grenze zur Ausstellung, die andere Museen aufbauen. Eine „Bewegtheit, die überspringt“, habe die 58-Jährige auch im Schlossmuseum vorgefunden, in dem über den Meyenburger Willi Runge Weltgeschichte erzählt wird.

Lebendiger Ort

Irena Berjas möchte künftig auch mit Designerschulen zusammenarbeiten. „Das muss nicht auf die Mode beschränkt sein.“ Aus kunsthistorischer Sicht stehe bei ihr unbedingt der Mensch im Mittelpunkt. „Das Museum soll ein lebendiger Ort sein.“

Dass Irena Berjas und ihr Mann, der nur Spanisch spricht, sich in Brandenburg einleben, daran zweifelt sie nicht: „Die Leute sind so freundlich“, sagt sie. Außerdem sei sie auf dem Land in Niedersachsen geboren und kenne das Landleben.

Von Beate Vogel

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