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Prignitz Neue Heimat in der Prignitz gefunden
Lokales Prignitz Neue Heimat in der Prignitz gefunden
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00:17 30.06.2016
Christiane und Ernst Bohusch vor ihrem Zuhause in Vettin. Quelle: Christamaria Ruch
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Vettin

Der Bootsführerschein stellte vor 14 Jahren die Weichen für ihre Zukunft. Ernst und Christiane Bohusch schipperten 2002 mit einem Mietboot auf der Havel und verliebten sich in die flache Brandenburger Landschaft. Wenig später erwarb das Ehepaar ein Haus in Vettin (Gemeinde Groß Pankow) und baute das Anwesen zum Alterssitz um. 2009 zogen die beiden aus Baden-Württemberg in die Prignitz. „Unser Ziel war immer, aufs Land zu ziehen“, sagt Ernst Bohusch.

Eher zufällig fiel die Wahl auf Vettin, erinnert er sich. „Das Umfeld stimmte hier einfach.“ Damit liegt das Ehepaar bis heute richtig, denn beide schlagen seitdem Wurzeln in ihrer neuen Heimat. „Wir hatten uns mehrere Häuser in der Prignitz angesehen, aber in den anderen Orten immer nur mit den Maklern gesprochen“, sagt der 69-Jährige. Erst als Vettin auf der Besichtigungsliste stand, wehte ein anderer Wind. „Die Nachbarn waren von Anfang an aufgeschlossen und es ist ein offenes Dorf“, sagt er. Vettin scheint auch für andere als Wohnort begehrt zu sein: Nur ein Haus steht derzeit leer.

Bohuschs Bauernhaus aus dem Jahre um 1870 mit seinen flachen Räumen strahlt Gemütlichkeit aus. Das Ständerwerk war gut erhalten und innerhalb von sechs Jahren bauten die Eheleute das Anwesen schrittweise um: Alter Charme und neue Funktionalität finden unter dem Dach zusammen.

Die Feuerwehrleute um Chefkoch Ernst Bohusch (vorn Mitte) lassen nichts anbrennen. Quelle: Christamaria Ruch

Obwohl Ernst und Christiane Bohusch erst mit Eintritt in den Ruhestand nach Vettin zogen, von Zurückgezogenheit kann bei ihnen keine Rede sein. „Überall, wo wir bisher gewohnt haben, haben wir uns eingebracht“, so der pensionierte Gymnasiallehrer. Christiane Bohusch arbeitete als Arzthelferin und ist ebenfalls 69 Jahre alt. Egal ob im Verein oder als Vorsitzender des Personalrates an der Schule – das Gestalten ist Ernst Bohusch wichtig. Bereits 2004, also fünf Jahre vor dem Umzug, trat Bohusch in die Feuerwehr in Vettin ein. „Ich bin kein Feuerwehrmann, aber wegen der Aktivitäten im Umfeld der Brandschützer habe ich das gemacht.“ 2009 gründete sich der Förderverein der örtlichen Feuerwehr, auch da mischt er mit.

Seit 2014 lassen die Brandschützer wirklich nichts mehr anbrennen: Zum Internationalen Frauentag servieren sie den Damen des Dorfes regelmäßig ein 3-Gänge-Menü. Ernst Bohusch zählt zu den leidenschaftlichen Hobbyköchen. Stellt er sich an den Herd, zaubert er aus frischen Zutaten schmackhafte Kost. „Mein Kochgeheimnis ist die Kreativität.“ Während er den Löffel in den Töpfen schwingt, laufen die Kameraden beim Servieren zur Höchstform auf.

Ortsvorsteher seit dem Jahr 2014

Seit 2014 ist Ernst Bohusch Ortsvorsteher in Vettin. Zuvor sammelte er eine Wahlperiode lang Erfahrungen als Mitglied im Ortsbeirat. „Vettin kann auf einiges verweisen“, sagt er. 2014 erfolgte die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Lampen. „Früher brannten nachts nur drei Lampen im Dorf, heute ist es überall hell und wir sparen trotzdem Geld ein.“ Im letzten Jahr erhielt das Dorfgemeinschaftshaus innen und außen ein neues Kleid. Seit April dieses Jahres ist das schnelle Internet über VDSL verfügbar und löste LTE als Mobilfunkstandard ab.

„Gesellschaftlich läuft in Vettin viel gemeinsam“, lobt Ernst Bohusch. Der überwiegende Teil der Dorfbevölkerung bringt sich bei den Veranstaltungen ein. „Nur weil das Dorf dahinter steht, können wir etwa den Kreisfeuerwehrtag hier ausrichten“, so der Ortsvorsteher. Schon vor drei Jahren bildete Vettin dafür die Kulisse; nun waren am vergangenen Sonnabend wieder die Prignitzer Wehren zu Gast in dem Dorf. „Wir waren schon beim ersten Mal gute Gastgeber und Organisatoren“, reicht Ernst Bohusch das Lob an seine Einwohner weiter.

Von Christamaria Ruch

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