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Neue Lebensstile für den Naturschutz

BUND tagt in Lenzen Neue Lebensstile für den Naturschutz

Ob der Naturschutz neue Lebensstile braucht ist eine der am Wochenende auf der Burg Lenzen diskutierten Fragen. Dort fanden die 8. Naturschutztage des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland statt. Vorsitzender Hubert Weiger warnte vor einem schonungslosen Umgang mit den endlichen Resourcen. Der Ideenmarkt „anders leben” enthielt alternative Projekte.

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Meike Kleinwächter und Hubert Weiger stellten am „Bösen Ort” Naturschutzprojekte des BUND vor.

Quelle: Jens Wegner

Lenzen. Bei den achten Naturschutztagen am vergangenen Wochenende im Tagungszentrum des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf der Burg Lenzen wurde die Frage diskutiert, ob Naturschutz neue Lebensstile braucht.

Gleichzeitig wurden auf dem Ideenmarkt „anders leben” alternative Projekte mit nachhaltigen Zielen zur Schonung der Umwelt und dem sparsamen Umgang mit Ressourcen vorgestellt. Aus alt mach neu lautet die Devise des Reparaturcafés Dannenberg (Wendland).

Entgegen der Wegwerfmentalität werden Geräte vom Mixer bis zum Fernseher repariert. Wer seine kaputten Geräte selbst reparieren möchte, dem wird Hilfe gegeben. Andere Projekte forderten zu einem veganen Brunch auf. Oder es ging darum, den Weg zur Schule zu Fuß zurückzulegen anstatt mit dem Auto.

Abendspaziergang durch den naturphilosophischen Park der Burg Lenzen

Abendspaziergang durch den naturphilosophischen Park der Burg Lenzen.

Quelle: Jens Wegner

Außerdem wurde ein Kleidertauschmarkt vorgestellt. Rund 100 Gäste fanden sich ein, um Erfahrungen austauschen, Ziele zu diskutieren und eigene Ideen zu entwickeln.

„Den meisten Menschen müsste inzwischen klar geworden sein, dass unsere Ressourcen endlich sind und wir nicht schonungslos damit umgehen können”, sagte der Vorsitzende des BUND-Bundesverbands, Hubert Weiger. „Wir setzen immer mehr auf Wachstum und steigenden Export anstatt auf potenzielle Schrumpfung.” Wir befänden uns in einem Wirtschaftssystem, bei dem klar sein müsse, dass es so nicht weitergehe, meinte er.

Projekte wurden vorgestellt

Projekte wurden vorgestellt.

Quelle: Jens Wegner

Die Elbe war zu DDR-Zeiten der am stärksten bewachte und fast schon tote Fluss. Jetzt liegt er im Grünen Band, dem längsten Lebensraum Europas mit rund 1400 bedrohten Arten und der Grundlage für sanften Tourismus. „Mit der Elbe haben wir den längsten Fluss Mitteleuropas, der auf 600 Kilometern Länge nicht gestaut ist. Wir brauchen die Elbe für unser ökologisches Revitalisierungskonzept”, sagte er.

Der oberste Naturschützer kündigte die Bemühungen des BUND an, das Grüne Band zum nationalen Naturmonument erklären zu lassen. Gleichzeitig kämpfe der BUND gegen Uraltprojekte wie den Bau der Autobahn 14, den Hubert Weiger als ökologische Todsünde bezeichnete.

Das Wetter spielte prächtig mit

Das Wetter spielte prächtig mit.

Quelle: Jens Wegner

Während einer Exkursion zum Deichrückverlegungsprojekt bei Lenzen an den „Bösen Ort” wurden einige Naturschutzprojekte vorgestellt. Eine Grafik, die Meike Kleinwächter, Projektleiterin des BUND Auenzentrums auf der Burg Lenzen, zeigte, belegt die Wirkung der Deichrückverlegung beim Elbehochwasser im Jahr 2013. Rund einen halben Meter lag der Pegel am „Bösen Ort”, wo die Elbe einen fast rechtwinkligen Knick macht und der Deich besonders gefährdet war, noch unterhalb des höchsten Hochwasserpegels.

Selbst für Wittenberge hat die Deichrückverlegung eine Pegelsenkung von rund acht Zentimetern gebracht. Ein Paradebeispiel dafür, dass Deichrückverlegungen wirksam sind, so Weiger.

„Außerdem ist durch das Projekt eine touristische Aufwertung des Gebietes erfolgt”, ergänzte Sven Rannow, Leiter des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe-Brandenburg. Selbst aus dem Ausland kämen Gäste, sich das anzusehen. Und die ließen natürlich Geld hier, was die Region zugute käme.

Die Deichlandschaft an der Elbe ist  Kleinod für Naturliebhaber

Die Deichlandschaft an der Elbe ist Kleinod für Naturliebhaber.

Quelle: Jens Wegner

„Wir brauchen mehr solcher Projekte”, forderte er. An der unteren Mittelelbe ist auf der Halbinsel Hohe Garbe eine seltene Hartholzaue erhalten geblieben, in der Schwarzstorch, Fischotter und Seeadler leben. Mit dem Projekt „Lebendige Auen für die Elbe” will der BUND diesen einmaligen Lebensraum bewahren. Im Jahr 2012 wurde das Projekt bewilligt. Es erfolgte bereits ein Flächenankauf von rund 30 Hektar. 230 Hektar ist das Gebiet insgesamt groß. 3,7 Millionen Euro fließen in das Projekt zur Reaktivierung der Aue. „Wir müssen die Menschen überzeugen. Mit jahrhundertelangen Traditionen zu brechen erfordert viel Zeit und Geduld”, sagte Hubert Weiger.

Für die Teilnehmer der achten Naturschutztage standen Diskussionsrunden, Workshops und Ausflüge in die Natur, wie zum Einzug der Kraniche ins Rambower Moor oder ein idyllischer naturphilosophischer Abendspaziergang durch den Park auf dem Programm.

Von Jens Wegner

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