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Neue Pläne in Sachen Hähnchenmast

Gumtow Neue Pläne in Sachen Hähnchenmast

Die Diskussion um eine Hähnchenmastanlage in Gumtow-Heinzhof geht weiter. Nachdem die ursprünglich geplante Großanlage nicht genehmigt worden war, will der Investor nun kleiner bauen und statt 400 000 Hähnchen nur noch 85 000 halten.

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In Gumtow-Heinzhof soll eine Hähnchenmastanlage entstehen.

Quelle: dpa

Gumtow. Das Thema Hähnchenmast in Gumtow ist noch nicht zu Ende diskutiert. Bei der Sitzung des Hauptausschusses der Gemeindevertretung Gumtow am Dienstagabend lag eine Informationsvorlage auf dem Tisch. Demnach will der Investor, sein Name wurde nicht genannt, statt der ursprünglich geplanten Großanlage, die nicht genehmigt worden war, nun etwas kleiner bauen.

Bürgermeister Stefan Freimark sagt, dass es ein Gespräch zwischen ihm und dem Vorhabenträger gegeben hat. Er sei an die Gemeinde herangetreten. Geplant ist jetzt eine Hähnchenmastanlage in deutlich veränderter Form. Laut Freimark soll es sich dabei um eine so genannte Fairmast-Anlage handeln. Diese Form erfülle die Tierwohlkriterien und wird vom Land Brandenburg gefördert.

Die Hühner werden 56 Tage gemästet

In der Informationsvorlage steht, welche Veränderungen vorgesehen sind. So sollen nicht acht Ställe, sondern vier gebaut werden. Es geht nicht mehr um die Haltung von 400 000 Tieren, sondern um 85 000 Hähnchen. In einem Stall soll es statt der ursprünglich 50 000 Mastplätze nun 21 250 geben. Weiterhin ist zu lesen, dass zehn Tiere pro Quadratmeter gehalten werden sollen. Den Tieren würden zusätzlich überdachte Auslaufflächen zur Verfügung stehen, heißt es. Die Hühner werden nicht 35 Tage, sondern 56 Tage gemästet und die Gewichtszunahme pro Tag und pro Tier beträgt 50 Gramm.

Die Hühner sollen auf Stroh oder Torf stehen und mit Weizen gefüttert werden, ist der Vorlage zu entnehmen. Ebenso, dass sich der Futterbetrieb in Rapshagen befindet und der Weizen in einem Silo auf dem Gelände gelagert werden soll. Geplant ist zudem, den Hühnermist in die benachbarte Biogasanlage einzubringen, was dann zu einer Verringerung des Maisanbaus führen soll.

All diese Veränderungen wurden von Freimark vorgetragen und blieben unkommentiert. Der Bürgermeister erklärte den Ausschussmitgliedern aber, dass die Tierschutzstiftung „Vier Pfoten“ diese Mastbedingungen mitentwickelt hat. Er sagte auch, dass selbst diese Art der Mast umstritten ist. Ein Vorwurf sei, dass die Betriebe die Kriterien nicht einhalten würden. Man finde solche Kommentare unter anderem im Internet, so Freimark.

Investor nahm nicht an der Ausschusssitzung teil

Der Investor war nicht zur Hauptausschusssitzung gekommen. Von den Mitgliedern wurde kritisiert, dass detaillierte Unterlagen zum Vorhaben erst zur nächsten Gemeindevertretersitzung ausgegeben werden sollen. Aus Zeitgründen sei das dem Investor zum Hauptausschuss nicht möglich gewesen, so Freimark.

Gemeindevertreter Bernd Teickner hatte sich zu Beginn der Diskussion für befangen erklärt und ins Publikum gesetzt. Zuvor sagte er aber noch, dass die Landwirte in Gumtow-Heinzhof nicht die Investoren für die Hähnchenmastanlage sind.

Thema am 16. Mai in der Gemeindevertretersitzung

In der Diskussion wurde gefragt, ob der Investor derjenige ist, der die Großanlage in Gumtow bauen wollte, gegen die sich heftiger Widerstand geregt und eine Bürgerinitiative gebildet hatte. Freimark bejahte, nannte aber weiterhin keine Namen. Als Investoren standen damals die Gumtow Geflügel GmbH und die Irtoma Geflügel GmbH, die ihren Sitz in Gumtow hatten, bereit.

Der Bürgermeister wies auch darauf hin, dass es wie im Hauptausschuss auch in der Gemeindevertretersitzung nicht um einen Beschluss gehe, sondern lediglich über das Vorhaben informiert werden soll. „Wir müssen dann darüber beraten und uns grundsätzlich dazu verständigen, ob wir das wollen oder nicht“, so der Bürgermeister. Sein Wunsch ist es, dass bei der nächsten ­Gemeindevertretersitzung am 16. Mai Vertreter des Landes dabei sind.

Von Sandra Bels

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