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Neue Satzung für Fassadengestaltung soll her

Meyenburg Neue Satzung für Fassadengestaltung soll her

Die Meyenburger Stadtverordneten beschlossen jetzt einstimmig, dass eine neue Gestaltungssatzung für den Stadtkern erarbeitet werden soll. Die alte Satzung ist 20 Jahre alt. Sie enthält teils veraltete, teils zu strenge Vorschriften für Modernisierungen. Außerdem sind manche Materialien nicht mehr zeitgemäß.

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Zwei, höchstens dreigeschossige Bürgerhäuser aus dem 19. /20. Jahrhundert bestimmen das Bild in der Meyenburger Marktstraße.

Quelle: Beate Vogel

Meyenburg. Ob die Stadt Meyenburg eine neue Gestaltungssatzung in Auftrag gibt, hängt jetzt noch von der Haushaltsdebatte ab: Am Mittwochabend stimmten die Stadtverordneten einhellig dafür, dass die inzwischen 20 Jahre alte Satzung sozusagen renoviert wird. „Unsere Gestaltungssatzung muss einfach modernisiert werden“, erläuterte noch einmal Bauamtsleiterin Uta Nebert. Das liege nicht zuletzt daran, dass mit den in der alten Satzung erwähnten Materialien teils inzwischen gar nicht mehr gebaut wird, weil es neue, bessere Varianten gibt.

Die „Gestaltungssatzung für das Sanierungsgebiet Stadtkern Meyenburg“ ist aus dem Jahr 1997. Sie war im Zusammenhang mit dem Bund-Länder-Programm „Städtebauliche Sanierungsmaßnahmen“ für das 16 Hektar große „Sanierungsgebiet erlassen worden. In dessen Rahmen galten recht spezifische Vorgaben, die die Satzung unterfüttert. Wer sich bei der Sanierung der Außenhülle seiner Immobilie daran hielt, konnte einen Zuschuss beantragen – in der Regel 40 Prozent der Bausumme, höchstens aber 5000 Euro. Das Förderprogramm ist indessen längst ausgelaufen. Auch die Kommune hat von dem Programm profitiert: Unter anderem wurden das Ensemble um den Hagenplatz, der Parkplatz am Schloss oder die Wallstraße saniert beziehungsweise neu gebaut. Neben den vielen privaten Projekten wurden insgesamt 13 Straßen saniert.

Kosten müssen erst eingeholt werden

Oliver Diering (Meyenburger Wählergemeinschaft) wollte wissen, welche Kosten mit einer neuen Gestaltungssatzung auf die Stadt zukommen. Dazu sei eine Summe in den Haushaltsentwurf für 2018 eingestellt, die aber nur eine Orientierung sei, so Uta Nebert. Konkrete Zahlen nannte sie nicht. „Wenn der Beschluss gefasst wird, müssen wir uns mit einem Anbieter zusammen setzen und ein Angebot einholen.“ Bürgermeister Falko Krassowski wies darauf hin, dass die Summe erst mit dem beschlossenen Haushalt bewilligt ist: „Wenn uns das zu viel ist, weil das Geld knapp ist, können wir die Gestaltungssatzung auch noch zurückstellen.“

Fachwerkhäuser mit der Traufe zur Straße

In einer Gestaltungssatzung kann eine Kommune festlegen, welche Baustoffe, Fenstertypen, Farben oder Geschosshöhen bei Sanierungen im Geltungsbereich erlaubt sind. Für Neubauten kann geregelt werden, wie sie zur Straße stehen müssen und welche Neigung das Dach haben darf. So kann eine Stadt sicherstellen, dass der historische Charakter im Stadtkern nicht verloren geht.

Die ältesten Häuser in Meyenburg stammen teils noch aus der Zeit vor dem großen Stadtbrand 1795 und stehen in der Wallstraße und der Baustraße. Die meisten anderen entstanden beim Wiederaufbau um 1800 oder später. In den alten Straßen stehen fast alle Gebäude mit der Traufe zur Fahrbahn. Dominanter Haustyp sind zweigeschossige Gebäude mit Satteldach. Die älteren sind Fachwerkhäuser, die moderneren kompakter, mit spätklassizistischen Fassaden, die teils inzwischen geglättet wurden.

Generell soll die neue Gestaltungssatzung die Sanierung und den Bau von Gebäuden im Stadtgebiet eher vereinfachen. Manche der Vorschriften sollen gelockert, andere sogar ganz aufgehoben werden. Mit den Einzelheiten müssen sich die Abgeordneten befassen, wenn es an den Inhalt der Satzung geht. „Farben von Türen und Fenstern sollen dann nicht diskutiert werden“, betonte Krassowski. „Es soll ein Leitfaden werden, mit dem das Bauen im Sanierungsgebiet attraktiver wird.“ Gibt es keine Gestaltungssatzung, gelte nur noch das Baugesetzbuch, hatte Bauamtsleiterin Uta Nebert bereits im Bauausschuss erklärt.

Nach der geltenden Satzung dürfen im Stadtkern zum Beispiel keine Balkons, Vordächer oder Erker gebaut werden. Bei Fachwerkfassaden, bei denen Holz und Gefache sichtbar sind, wird sogar vorgeschrieben, dass das Holz lasiert und die Putzstärke zwei Zentimeter über dem Fachwerk vorstehen soll. Neue Fenster sollten Verbundfenster mit Isolierverglasung, möglichst aus lackiertem Holz sein. Kunststoff wird nur in Ausnahmefällen akzeptiert. Vorschriften wie diese sollen nun gelockert werden.

Von Beate Vogel

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