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Neuer Busfahrplan bringt Eltern auf die Palme

Widerstand in der Prignitz Neuer Busfahrplan bringt Eltern auf die Palme

Fahrtwege von bis zu 90 Minuten, Zehn-Stunden-Arbeitstage für Schüler: Diese Konsequenzen hat der neue Busfahrplan in der Prignitz. Drei Mütter aus der Gemeinde Groß Pankow sammelten Unterschriften gegen die ihrer Ansicht nach unzumutbare Belastung – und machen dem Landrat Druck.

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Drei Mütter aus der Gemeinde Groß Pankow (v.r.), Juliane Thiele, Andrea Radloff und Yvonne Heimann, übergaben dem Prignitzer Landrat Torsten Uhe 2138 Unterschriften gegen die Verschlechterungen, die der neue Busfahrplan für die Ortsteile mit sich bringt.

Quelle: Andreas König

Groß Pankow/Perleberg. 2138 Unterschriften – so oft erklärten sich Bürger aus Orten der Prignitz bisher nicht einverstanden mit dem neuen Busfahrplan, der ab 1. August in Kraft treten soll. Einen ganzen Aktenordner voll mit Unterschriftenlisten und Anmerkungen übergaben am Dienstag Juliane Thiele, Yvonne Heimann und Andrea Radloff aus der Gemeinde Groß Pankow Landrat Torsten Uhe.

Schüler haben einen längeren Arbeitstag als Erwachsene

Die Frauen – alle drei sind Mütter schulpflichtiger Kinder – befürchten Schlimmes, wenn der neue Fahrplan am 1. August in Kraft tritt und noch weitaus mehr Schwierigkeiten, wenn die Schülerbeförderung ab dem 3. September dazukommt. „Mein Sohn beispielsweise ist an langen Tagen mehr als zehn Stunden unterwegs“, sagt Yvonne Heimann. „Es kann doch nicht sein, dass Schüler einen längeren Arbeitstag haben als Erwachsene.“

Wenige Kilometer Strecke arten zur Kreisbereisung aus

Mit dem neuen Busfahrplan würden vor allem Bürger der Gemeinde Groß Pankow mit ihren 39 Ortsteilen schlechter gestellt, als das bisher der Fall war. „Selbst Fahrten, die eigentlich nur wenige Kilometer lang sind, arten regelrecht zu Kreisbereisungen aus“, sagte Yvonne Heimann. Wenn ein Kind beispielsweise von Wolfshagen zur Schule nach Groß Pankow muss, würde der Bus nach neuem Fahrplan zunächst nach Seddin, von dort zurück nach Wolfshagen, von dort nach Horst, wieder zurück nach Wolfshagen und dann über Dannhof, Retzin, Kreuzburg, Rohlsdorf, Klein Gottschow, Simonshagen nach Groß Pankow fahren. Das sei unzumutbar. Ähnliches gilt für die Fahrt von Groß Pankow nach Pritz­walk, die alle Schüler antreten müssen, die eine weiterführende Schule besuchen.

Verkehrsanalyse ergab schlechte Auslastung der Busse

„Ihre Unzufriedenheit stimmt nachdenklich“, sagte Landrat Torsten Uhe. Allerdings sei der jetzige Busfahrplan Teil des Nahverkehrskonzeptes, an dem die Verantwortlichen beim Landkreis bereits seit 2013 gearbeitet haben. „Dem Konzept zugrunde lag eine Verkehrsanalyse, und die hat eindeutig gezeigt, dass viele Buslinien schlecht ausgelastet waren“, sagte der Landrat. Einer der Grundsätze im Konzept und dem daraus resultierenden neuen Fahrplan sei daher die Vermeidung von sogenanntem Parallelverkehr. Damit sind Busse und Bahnen gemeint, die zeitgleich sozusagen nebeneinander her dieselben Ziele bedienen.

Sechs Hauptachsen, sieben Mobilitätszentren

Mit dem neuen Busfahrplan gebe es auch Verbesserungen, betonen die Verantwortlichen beim Landkreis Prignitz. Dazu gehören verschiedene Neuerungen.

Auf sechs Hauptachsen im Kreis wird mit dem Fahrplanwechsel im Stundentakt gefahren. Das sind Wittenberge–Lenzen, Wittenberge–Perleberg, Perleberg–Karstädt, Perleberg–Berge, Pritz­walk–Kyritz und Pritzwalk–Meyenburg. Die Anbindung an den überörtlichen Verkehr verbessere sich damit, argumentiert der Kreis.

Regionalachsen mit Busverkehr im Zweistundentakt ergänzen die Hauptachsen. Das sind Perleberg–Lenzen, Bad Wilsnack–Perleberg, Pritzwalk–Putlitz–Karstädt und Pritzwalk–Hoppenrade–Lindenberg.

Fragen zum öffentlichen Personennahverkehr will der neue Dienstleister Prignitzbus künftig in sieben sogenannten Mobilitätszentren beantworten. Sie ähneln den Service-Schaltern großer Busgesellschaften und befinden sich in Pritzwalk (2), Wittenberge, Perleberg, Putlitz, Lenzen und Bad Wilsnack. akö

Parallelverkehr soll vermieden werden

Dieser Grundsatz habe auch zur Folge, dass es keinen durchgehenden Bus geben wird, der auf der B 189 von Perleberg über Groß Pankow nach Pritzwalk fährt. Das Argument der Mütter, zwischen Perleberg und Wittenberge gebe es sehr wohl Parallelverkehr, ließ Anderas Much, als Sachgebietsleiter unter anderem für Nahverkehr zuständig, nicht gelten. „Die Strecke ist eine der am besten ausgelasteten im Landkreis. Dennoch fahren Busse nur, wenn keine Züge fahren und umgekehrt“, erklärte er.

Änderungen höchstens in Details möglich

Landrat Torsten Uhe sagte zu, dass es in Details noch kleine Veränderungen geben werde, im Großen und Ganzen werde der Busfahrplan jedoch in Kraft treten wie beschlossen. Noch allerdings wurde das Dokument vom zuständigen Landesamt für Bauen und Verkehr nicht bestätigt.

Von Andreas König

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