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Prignitz Neuer Busverkehr stößt auf deutliche Kritik
Lokales Prignitz Neuer Busverkehr stößt auf deutliche Kritik
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11:13 02.08.2016
Protest in Rohlsdorf: „Für uns hält der Bus nicht mehr“ steht auf dem Plakat. Quelle: Michael Beeskow
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Rohlsdorf/ Meyenburg

Seit Montag gilt in der Prignitz ein neues Buskonzept. „Für die Fahrgäste ergeben sich damit deutliche Verbesserungen im Busangebot“, heißt es dazu in der offiziellen Erklärung des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB). Doch es gibt auch vollkommen andere Ansichten. In Rohlsdorf (Gemeinde Groß Pankow) stellten zahlreiche Einwohner ein Protestschild gegen den neuen Busfahrplan auf. „Für uns gibt es keinen Linienverkehr mehr. Ab Montag fährt hier kein Bus mehr“, erklärt Yvonne Heimann von der Elterninitiative. Rohlsdorf gehört zu jenen Orten im Landkreis, die weniger als 150 Einwohner aufweisen und deshalb nicht mehr angefahren werden sollen. Lediglich der Schulbus taucht hier noch auf, sofern nicht gerade Ferien sind.

Zur Aufstellung des Protest-Plakats am Freitagabend sind viele Rohlsdorfer gekommen, aber auch aus anderen Orten der Gemeinde. Denn von den insgesamt 39 Dörfern der Kommune stehen nun 34 ohne eine reguläre Busverbindung da. „Einige haben sogar ihren Urlaub unterbrochen, um zu zeigen, dass sie mit dem neuen Busfahrplan nicht einverstanden sind“, berichtete Yvonne Heimann. Alle, die hier zusammenstehen fühlen sich abgehangen: „Wer will denn hier noch wohnen?“ Denn es sind ja nicht nur die älteren Bürger, die über kein eigenes Fahrzeug verfügen, und jetzt nicht mehr wissen, wie sie zum Einkauf oder zum Arzt kommen sollen. „Viele haben das noch gar nicht mitgekriegt, dass ab Montag hier nichts mehr fährt“, meint Yvonne Heimann.

Kein Haltepunkt am Schlossparkplatz

„Die Jugend hat hier keine Zukunft mehr“, protestiert Kerstin Zellmer. Die Fahrzeiten für die Schüler verlängern sich, so dass nach der Schule und der umständlichen Fahrerei nur etwas Zeit für die Hausaufgaben bleibt. Freizeit gibt es da nicht mehr. „Wer will das seinen Kindern schon zumuten?“

In Meyenburg war es bis zum Fahrplanwechsel am gestrigen Montag nicht möglich gewesen, den Haltepunkt am Schlossparkplatz für die Hortkinder in den Takt aufzunehmen. „Erst einmal fahren wir den Fahrplan so ab, wie er ist“, bestätigte Christian Klöden, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Prignitzbus. Die Haltestelle am Schlossparkplatz – und damit direkt an der Kita „Eichhörnchen“, in der sich auch der Hort befindet – wird demnach am Nachmittag nicht angefahren. „Wir konnten kurzfristig nicht mehr reagieren, da der Fahrplan schon im Genehmigungsverfahren war“, erklärte der Arge-Sprecher.

Der Zustand, den die Eltern von mindesten 15 Hortkindern, die auf den Bus angewiesen sind, heftig kritisiert hatten, muss aber keineswegs so bleiben. Wenn Mitte Dezember der Fahrplanwechsel bei der Bahn ansteht, will auch Prignitzbus den Fahrplan noch einmal modifizieren. Klöden: „Ich denke, es wird auch für Meyenburg eine Lösung geben, die für alle betroffenen befriedigend ist – für den Landkreis, die Schule und nicht zuletzt die Eltern.“ Nach dem jetzigen Stand hält nur die Linie 914 an der Haltestelle Schlossparkplatz. Das ist laut Meyenburgs Amtsdirektor Matthias Habermann der Bus nach Marienfließ um 6.14 Uhr. Für die Zeit bis zum Fahrplanwechsel müssen sich die Meyenburger eine Zwischenlösung einfallen lassen.

Von Michael Beeskow

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