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Neuer Fachdienst bietet Hilfe zur Selbsthilfe

Perleberg Neuer Fachdienst bietet Hilfe zur Selbsthilfe

Seit Anfang des Jahres gibt es im Landkreis einen eigenen Fachdienst Migrationssozialarbeit. Christina Rätke und Heimo Grahl bieten derzeit 1485 Menschen mit Migrationshintergrund in Perleberg, Pritzwalk und Wittenberge Beratung an.

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Ansprechpartner im Fachdienst Migrationssozialarbeit: Christina Rätke und Heimo Grahl

Quelle: Foto: Bernd Atzenroth

Perleberg. Beide sind langjährige Mitarbeiter der Kreisverwaltung und haben in den vergangenen beiden Jahren viele Erfahrungen im Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und anderen kulturellen Hintergründen gemacht. Nun sind Christina Rätke und Heimo Grahl die Hauptansprechpartner im Fachdienst Migrationssozialarbeit der Prignitzer Kreisverwaltung. Dieser wurde erst Anfang dieses Jahres gegründet.

Jetzt war es an der Zeit, auch die Öffentlichkeit darüber in Kenntnis zu setzen, welche Aufgaben dieser neue Dienst hat. Er ist Ansprechpartner für derzeit 1485 Menschen mit Migrationshintergrund. Seine Arbeit setzt bei denen an, die bereits einen Aufenthaltsstatus haben und nun sich selbst organisieren müssen oder die sich in der Duldung befinden. „Wir geben Hilfe zur Selbsthilfe“, sagt Heimo Grahl. Es gehe darum, Migranten eine Perspektive aufzuzeigen. Dabei sind aufenthaltsrechtliche Fragen zu beachten und Asylverfahren einzubeziehen. Zum Aufgabenspektrum gehören auch die Klärung von Modalitäten der Familienzusammenführung, von Rückkehrbegehren oder das Ausmachen von schutzbedürftigen Personen, ob es sich nun um alte, kranke oder traumatisierte Menschen handelt. Die beiden Berater arbeiten dabei eng mit der Härtefallkommission und den Regeldiensten zusammen. Mit der Ansiedlung beim Landkreis sind viele Wege zu anderen Fachämtern sehr kurz geworden.

„Das alles ist schon seit Jahren eine Pflichtaufgabe für uns“, erklärte Lutz Behrendt, der das Büro des Landrats leitet. Diesem ist der neue Dienst auch zugeordnet. Geregelt sind die Aufgaben im sogenannten Landesaufnahmegesetz, das im vergangenen Jahr im Zuge des erhöhten Flüchtlingsaufkommens eine Novelle erfahren hat. Danach entschied sich der Kreis für eine eigene Lösung zur Erfüllung der Aufgabe. Bislang oblag sie der mobilen Heimberatung, die seit 1993 in der Prignitz aktiv war. Zwei Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt Ostprignitz-Ruppin waren dafür auch in der Prignitz unterwegs, konnten aber die Aufgaben nicht mehr wirklich abdecken. Nunmehr sind dafür zwei Planstellen beim Landkreis Prignitz geschaffen worden. Christina Rätke berät in Pritzwalk und teilt sich die Aufgaben am Standort Perleberg mit Heimo Grahl, der ansonsten in Wittenberge tätig ist. Die Beratung wird gut angenommen , auch in Pritz­walk, wo die Sprechstelle erst am 16. März eingerichtet worden war. An ganztägigen Sprechtagen kommen laut Grahl regelmäßig zehn bis 15 Ratsuchende. Insgesamt waren es in der kurzen Zeit des Bestehens des Dienstes bereits etwa 100. Christina Rätke könnte sich vorstellen, in Pritzwalk bald einen zweiten Termin anzubieten.

Die beiden unterstützen zudem fachlich die Träger der Migrationssozialarbeit sowie regionale Fachgruppen und Initiativen, die sich um Migranten kümmern. Mit diesen gibt es regelmäßige Treffen – beim letzten Mal war zum Beispiel auch die Ausländerbehörde dabei, was für die haupt- und ehrenamtlich engagierten Menschen sehr aufschlussreich war.

Zu erreichen ist der frisch etablierte Fachdienst Migrationssozialarbeit in der Kreisverwaltung in Perleberg im Haus 6c, Zimmer 336 und 339 unter den Rufnummern 03876/7 13 71 22 oder 03876/7 13 17 53. Die Sprechtage in Perleberg finden montags von 9 bis 12 Uhr sowie dienstags von 9 bis 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr statt. In Pritzwalk ist der Sprechtag im neuen Beratungsbüro an der Havelberger Straße für Donnerstag von 8.30 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr anberaumt, Telefon 03395/30 06 33. Und in Wittenberge ist ebenfalls donnerstags Sprechtag, und zwar von 8.30 bis 12 Uhr und von 13 bis 15 Uhr im Bürgerzentrum an der Bürgermeister-Jahn-Straße 21, Telefon 03877/56 42 26 31.

Von Bernd Atzenroth

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