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Neuer Flügel im Schloss wurde erstmals bespielt

Meyenburg Neuer Flügel im Schloss wurde erstmals bespielt

Ein exzellentes Konzert gab die Weltklassepianistin Christiane Klonz am Samstagabend in Meyenburg. Sie übergab damit den neuen Flügel des Trägervereins Modemuseum Schloss Meyenburg in die Hände der Öffentlichkeit. Das Instrument soll nun der ganzen Stadt zur Verfügung stehen.

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Voller Hingabe spielte die Pianistin Christiane Klonz am neuen Flügel in Meyenburg. Die Weltklassepianistin trat ohne Gage auf.

Quelle: Beate Vogel

Meyenburg. In sich und die Musik versunken, selbstvergessen und unprätentiös spielte Christiane Klonz am Samstagabend im Festsaal des Schlosses Meyenburg. Dass hier eine Weltklassepianistin auftrat, war sehr wohl an der hohen Qualität des Spiels zu merken. Die bescheidene Künstlerin verstand es, ihr Publikum nicht nur mit ihrem Können, sondern auch mit den äußerst amüsanten Anekdoten aus dem Leben verschiedener Komponisten zu begeistern. Immer im Wechsel erzählte und musizierte sie: „Noten und Anekdoten aus der Welt der klassischen Musik“ hieß das Programm. Und schon tauchte sie wieder ein in die Welt der Klänge, die sie mit geschlossenen Augen wiedergab.

Christiane Klonz durfte als erste Musikerin den Flügel spielen, den der Trägerverein Modemuseum Schloss Meyenburg mit dem Benefizkonzert erstmals der Öffentlichkeit präsentierte. Der Festsaal, der eine sehr gute Akustik bietet, war voll: Knapp 150 angemeldete und etliche kurzentschlossene Musikliebhaber hatten den Weg ins Schloss gefunden.

Das Instrument ist ein Flügel für die ganze Stadt, betonte Manfred Tansinne vom Trägerverein Modemuseum Schloss Meyenburg. „Er ist für jeden benutzbar, der den Festsaal benutzt – ob für Konzerte des Modemuseums, Festveranstaltungen oder für Vorspiele der ganz jungen Meyenburger.“ Diese werden im Übrigen von Christiane Klonz unterrichtet. Mit dem Gedanken, einen Flügel anzuschaffen, spielte der Trägerverein schon länger, berichtete Manfred Tansinne: „Den Anfang machte die Leihgabe eines Flügels vor einiger Zeit.“ So mancher Künstler habe abgesagt, weil kein Flügel vorhanden war. Tansinne machte sich auf die Suche nach einem brauchbaren und bezahlbaren Instrument. Kein einfaches Unterfangen, wie sich zeigte: „Der billigste neue Flügel kostet 15 000, ein Steinway um die 115 000 Euro“, berichtete er.

Fündig wurde Tansinne, der federführend bei dem Projekt war, in der Werkstatt des Klavierbauers Andy Richter bei Schwerin. „Er hatte einen Flügel da, den es sich lohnte aufzubauen.“ Gute 8000 Euro sollte er kosten. Das Instrument ist ein Salonflügel der Firma Blüthner. Nachdem mit Christiane Klonz der Konzerttermin vereinbart wurde, „wusste auch Andy Richter, wann er fertig sein soll“. Der Klavierbauer hat den Flügel neu lackiert und das Innenleben völlig neu aufgebaut.

Möglich wurde die Anschaffung dank der Hilfe vieler kleiner und größerer Spender, so Manfred Tansinne. Allein ein Drittel der Anschaffungskosten habe das Meyenburger Möbelwerk beigesteuert. Außerdem waren weitere Geldgeber wie Elektro Kammeyer, MEB oder der Meyenburger Männerchor dabei. Freilich ist es mit der Anschaffunng nicht getan, da der Flügel regelmäßig gestimmt und gewartet werden muss.

Zu den Spendern gehörte auch Christiane Klonz, die ihren Auftritt beim Benefizkonzert keine Gage verlangte. Die exzellente Pianistin, die gleich hinter der Landesgrenze in Mecklenburg zuhause ist, ist sonst in den großen Konzerthäusern dieser Welt unterwegs: von Dänmark bis Bulgarien, aber auch in Südkorea, Kanada und Amerika. Unter anderem debütierte sie 2008 erfolgreich in der Carnegie Hall in New York. Sie erhielt unter anderem beim Robert-Schumann-Wettbewerb die Goldmedaille, wurde 2006 als „Steinway-Künstlerin“ ausgezeichnet.

In Meyenburg spielte sie recht bekannte Stücke von Bach bis Beethoven, Schubert bis Satie, Chopin bis Gershwin. Auch eigene Kompositionen brachte sie zu Gehör: mal perlend dahinfließend, mal kraftvoll, modern und temporeich – und immer voller Hingabe. Eröffnet wurde am Abend auch eine Ausstellung mit Fotografien restaurierter historischen Schuhe von Gunda Oelmann. Sie ist in Meyenburg keine Unbekannte, hat sie doch Familienporträts derer von Rohr für das Schlossmuseum restauriert.

Wer für das Piano spenden möchte, kann dies über das Spendenkonto des Trägervereins Modemuseum Schloss Meyenburg bei der Sparkasse Prignitz, IBAN: DE 92 1605 0101 1010 0072 26, tun.

Von Beate Vogel

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