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Neuer Museumsleiter hat Prignitzer Wurzeln

Pritzwalk Neuer Museumsleiter hat Prignitzer Wurzeln

Lars Schladitz ist der neue Leiter des Pritzwalker Museums. Am ersten Arbeitstag am Montag stellte sich der 35-jährige Historiker in der Stadt vor. Dabei kennt Lars Schladitz die Dömnitzstadt schon seit Kindesbeinen. Seine Großeltern wohnen in Pritzwalk. Als wichtigste Aufgabe nennt er die Neugestaltung des Museums, das sich stärker dem Thema Handwerk widmen soll.

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Lars Schladitz (r.) wurde von Bürgermeister Wolfgang Brockmann am 15. August 2016 als neuer Museumsleiter in Pritzwalk vorgestellt.

Quelle: Andreas König

Pritzwalk. Er sieht sich in erster Linie als Europäer. Lars Schladitz macht einen weltläufigen Eindruck: Stationen in Japan, Freundin aus Italien, Studium in Erfurt und jetzt ist der 35-jährige frischgebackener Leiter des Stadt- und Brauereimuseums Pritzwalk. Am Montag, seinem ersten Arbeitstag, hatte er viele Gespräche zu führen, Hände zu schütteln, Leute kennezulernen.

Chance, Museum von Anfang an mitzugestalten

„Hier in Pritzwalk besteht mit dem Neubau des Museumsteils in der Tuchfabrik die seltene Chance, eine neue Ausstellung von Anfang an inhaltlich mitzugestalten“, erklärt Lars Schladitz. Vieles sei zwar noch in der Diskussion, aber es gebe bereits „erste Pläne, wie es mal aussehen könnte“, sagte der Historiker.

Großeltern stammen aus Pritzwalk

Studiert hat Lars Schladitz Umwelt und Globalgeschichte, wobei ihn die maritime Umweltgeschichte am meisten interessiert hat. Der Liebe wegen pendelt Lars Schladitz nach Rom, seine Doktorarbeit will er zumindest formell in Erfurt zu Ende schreiben. Bei allem internationalen Hintergrund ist Lars Schladitz jedoch mit der Region gut vertraut. „Meine Großeltern wohnen in Pritzwalk“, sagt der neue Leiter. In seiner Kindheit war er oft in der Prignitz zu Besuch. Aufgewachsen ist er hingegen in Prenzlau in der Uckermark.

Neuer Chef mit neuen Aufgaben

Träger des Stadt- und Brauereimuseums Pritzwalk ist die Gesellschaft für Heimatgeschichte Pritzwalk und Umgebung. Die Stadt steuert die Sach- und Personalkosten für das Museum bei.

Lars Schladitz verfolgt den Ansatz, das Museum möglichst attraktiv zu gestalten. Er setzt daher genauso auf attraktive Dauer- und Sonderausstellungen wie auf interessante Vorträge, die die Menschen ins Museum locken.

Künftig soll ein Schwerpunkt des Pritzwalker Museums die Industrie- und vor allem Handwerksgeschichte sein. Letztere soll in den neuen Räumen in der Tuchfabrik berücksichtigt werden. Vier Mitarbeiter hat das Museum, eine Stelle ist noch unbesetzt. akö

Neuer Leiter setzet sich gegen acht Mitbewerber durch

Ob ihn die Verwurzelung in der Region nun bei der Bewerbung auf die Stelle des Pritz­walker Museumsleiters geholfen hat, sei dahingestellt, Tatsache ist, dass Lars Schladitz sich im Auswahlverfahren gegen acht Mitbewerber durchgesetzt hat, wie der Pritzwalker Bürgermeister Wolfgag Brockmann sagte.

Museum vor zwei Jahren kennengelernt

Berufserfahrung hat der neue Museumschef unter anderem als Doktorand und wissenschatlicher Mitarbeiter in verschiedenen Archiven gesammelt. Und auch ins Pritzwalker Stadt- und Brauereimuseum konnte Lars Schladitz bereits hereinschnuppern. „Vor zwei Jahren durfte ich an einem Digitalisierungsprojekt in Pritzwalk mitwirken“, berichtet Lars Schladitz. Er hat einige Dokumente fotografiert uns so aufbereitet, dass man darin mitmodernen Hilfsmitteln recherchieren kann.

Stellenwert der Brauereigeschichte wird diskutiert

„Das geschah zur allgemeinen Zufriedenheit und hat sicher bei der Bewerbung geholfen“, merkte der Bürgermeister an. Über die neue Ausrichtung des Museums werde gegenwärtig viel beraten. Bekanntlich soll sich die Einrichtung mit Hilfe der neuen Ausstellung in der Tuchfabrik stärker als Industrie und Handwerksmuseum profilieren. Welchen Stellenwert letztlich die bisher stark ins Zentrum gerückte Brauereigeschichte der Stadt einnimmt, darüber wird ebenfalls noch viel diskutiert. „Die Entscheidung fiel ja damals auch wegen des Einsatzes des Brauereigeschäftsführers“, so der Bürgermeister. Ursprünglich sollte diese Ausrichtung noch gestärkt werden, doch mit der Insolvenz der Brauerei und der Schließung des Standortes habe niemand rechnen können.

Ankauf neuer Exponate wird vorbereitet

Die Brauerei ist jedenfalls ein altehrwürdiges Handwerk und schlägt die Brücke zur Industrialisierung Pritzwalks“, sagt Lars Schladitz. Gegenwärtig werde der Ankauf neue Exponte vorbereitet, die in der erweiterten und erneuerten Ausstellung zu Handwerk und Industriegeschichte ihren Platz finden sollen. Es sei aus verschiedenen Gründen schwierig, originale Stücke zu beschaffe, aber es gebe Maschinen und Bauteile, die zeitlich zur Entwicklung der Textilindustrie in Pritzwalk passen. „Entscheiden ist es, den Besuchern die Prozesse plastisch darzustellen und möglichst viele ins Museum zu locken“, sagt Lars Schladitz.

Umzug an die Dömnitz geplant

Perspektivisch will Lars Schladitz seine in Italien lebende Freundin nach Deutschland holen. Bis dahin heißt es Pendeln. „Meine persönliche europäische Herausforderung“ nennt er das. Als überzeugte Europäer wird er sie meistern.

Von Andreas König

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