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Neuer Standort für Archiv und Bibliothek

Perleberg Neuer Standort für Archiv und Bibliothek

Stadtarchiv und Stadtbibliothek in Perleberg sollen künftig gemeinsam am Großen Markt untergebracht werden. Kultur- und Stadtentwicklungsausschuss, wo die Pläne erstmals vorgestellt wurden, gaben grünes Licht für die Planung.

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Der Große Markt 10 verfällt seit Jahren, links die Nummer 11.

Quelle: Michael Beeskow

Perleberg. Das Perleberger Stadtarchiv platzt aus allen Nähten. Im Kellergeschoss des Stadtverwaltungsgebäudes an der Karl-Liebknecht-Straße türmen sich die Akten. Die zur Verfügung stehende Fläche von 130 Quadratmetern ist zu 100 Prozent ausgelastet, berichtete Bauamtsleiter Hagen Boddin. „Die Lage ist kritisch. Ablagen und Neuaufnahmen vermischen sich bereits“, erklärte er am Dienstagabend in einer gemeinsamen Sitzung von Kultur- und Stadtentwicklungsausschuss. Ein unhaltbarer Zustand, der die Stadt zum Handeln zwingt. Daher wurde das Potsdamer Architekturbüro B 12 mit der Suche nach einem neuen Standort beauftragt.

Das Ergebnis, das die B 12-Architekten Torsten Pelz und Cornelia Seiler-Mielke vorstellten, fiel eindeutig aus. Für Stadtarchiv und Stadtbibliothek sollen an den Großen Markt umziehen und dort in den Häusern 10 und 11 untergebracht werden. Zunächst hatten sie nur den Großen Markt 10, also das alte Kino als künftigen Sitz des Archivs in Betracht gezogen. Durch die Einbeziehung des Nachbargebäudes ergeben sich mehrere positive Effekte.

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Auch die Stadtbibliothek kann in den sanierten und umgebauten Gebäudekomplex einziehen. Im Wallgebäude ist die Bibliothek derzeit zur Miete untergebracht, was der Stadt jährlich erhebliche Kosten verursacht. Die Unterbringung beider Einrichtungen an einem Standort soll auch in personeller Hinsicht Synergien ergeben. Ins Gewicht fällt aber auch, dass mit dieser Variante ein seit Jahren bestehender städtebaulicher Missstand gerade am Großen Markt behoben werden kann. Gebäudeteile und Decken sind in dem Hauskomplex mit dem alten Kino bereits eingestürzt.

Das Archiv soll nach den Plänen im Erdgeschoss untergebracht werden, hauptsächlich im hinteren Bereich des ehemaligen Kinos. Zum Großen Markt hin liegen ein gemeinsamer Eingangsbereich für Archiv und Bibliothek sowie ein großer öffentlicher Bereich. Im ersten Obergeschoss befinden sich die Buchbestände der Bibliothek, die über einen Aufzug auch barrierefrei zu erreichen sind. Im Kinosaal wird eine Zwischendecke eingezogen, die Stuckdecke soll restauriert werden. Beide Ausschüsse gaben grünes Licht, diese Variante in die Planung zu geben mit dem Ziel eines möglichen Baubeginns in einem Jahr.

Keine Angaben zum Kaufpreis

Im Gegensatz zu den anderen Varianten kann die Stadt am Großen Markt von einer Förderung der Baukosten ausgehen. Torsten Pelz bezifferte sie auf knapp drei Millionen Euro. Wie Bert Lehmann vom Sanierungsträger Big Städtbau berichtet, habe das Land bereits eine Förderfähigkeit signalisiert. Die Stadt hätte dann nur den Eigenanteil von 20 Prozent aufzubringen. Allerdings muss die Stadt beide Gebäude, also Großer Markt 10 und 11, erst noch erwerben. Mit den Eigentümern wurde bereits gesprochen. Sie haben Verkaufsbereitschaft signalisierten, wie der Bauamtsleiter berichtete. Zu einem möglichen Kaufpreis wollte sich jedoch niemand äußern. Bert Lehmann merkte an, auch für diese Erwerbskosten bestehe eine Fördermöglichkeit.

Von den Abgeordneten gab es vor allem zur Kostenschätzung Nachfragen. Klaus Röpke (SPD) meldete Bedenken an, dass diese zu niedrig angesetzt seien. Torsten Pelz hielt entgegen, dass sein Büro über Erfahrung mit vergleichbaren Vorhaben verfüge.

Suche nach neuen Archivräumen

Beauftragt mit der Standortsuche war das Architekturbüro B 12 aus Potsdam. Gesucht wird nach einer größeren Unterbringung für das Stadtarchiv. Am neuen Standort sollen künftig 300 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Derzeit sind es 130 Quadratmeter.

Variante 1 betrifft das leerstehende Gebäude in der Straße Großer Markt 10. Das Archiv soll im ehemaligen Kinosaal auf zwei Etagen untergebracht werden. Im vorderen Wohnhaus entstehen Büros und ein öffentlicher Bereich. Baukosten: 2,364 Millionen Euro.

Variante 2: Die Stadt erwirbt auch das Nebengebäude in der Straße Großer Markt 11. In dem Komplex wird das Archiv im Erdgeschoss untergebracht. Zudem findet die Stadtbibliothek im ersten Obergeschoss neue Räume. Baukosten: 2,926 Millionen Euro.

Variante 3: Das ehemalige Kammergebäude der kaiserlichen Kaserne (gegenüber der Rolandhalle) wird auf zwei Etagen zum Archiv. Die dritte Etage könnte als Büroraum vermietet werden. Baukosten 2,855 Millionen Euro, die jedoch nicht förderfähig sind.

Variante 4: Neubau an der Kurmärker Straße im rechten Winkel zum Gebäude der Stadtverwaltung in der Karl-Liebknecht-Straße. Auch hier müsste die Stadt die Baukosten von 1,57 Millionen Euro selbst tragen.

Von Michael Beeskow

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