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Prignitz Neues Haus für schwierige Kinder in Sigrön
Lokales Prignitz Neues Haus für schwierige Kinder in Sigrön
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00:18 02.05.2016
Einrichtungsleiterin Marina Hasstedt bekam vom Stiftungsratsvorsitzenden Hans-Jochen Knöll den symbolischen Schlüssel für das völlig umgebaute Haupthaus überreicht. Quelle: Andreas König
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Sigrön

„Ein Hoch auf Euch“, hauchte die Sängerin frei nach Andreas Bourani ins Mikrofon. Zwei etwa 12- bis 13-Jährige fanden das „geil“ und wippten mit den Füßen den Takt mit. Das Kinder- und Jugenddorf Sigrön war am Donnerstag in heller Aufregung. Das völlig umgestaltete und damit im Grunde neue Haupthaus ist fertig. Darin können perspektivisch 13 Mädchen und Jungen untergebracht werden.Viele sind hier, weil sie Verhaltensauffälligkeiten zeigen oder ihre Eltern aus anderen Gründen nicht mit ihnen zurechtkommen.

Etwa 1,7 Million Euro hat sich die Stiftung „Großes Waisenhaus zu Potsdam“ als Eigentümerin der Immobilie und Bauherrin das Projekt kosten lassen. Dafür wurde die alte Heimschule, die Anfang der 1950er Jahre in dem kleinen Bad Wilsnacker Ortsteil in Eigenleistung von Lehrern und Schülern gebaut wurde, einer völligen Erneuerung unterzogen. Das gesamte Obergeschoss ist abgetragen und neu gebaut worden. Das Haus ist energetisch saniert und verfügt nunmehr über zwei Wohngruppen, die auf zwei Etagen untergebracht sind. Wird verfügen, muss es richtigerweise heißen, denn für obere Etage gibt es noch keine Betriebserlaubnis. Doch bis zum Sommer, wenn die zweite Wohngruppe eröffnet werden soll, dürften solche Kinderkrankheiten ausgestanden sein.

Ab Sommer können 38 Kinder untergebracht werden

Die Stadt Bad Wilsnack, der Landkreis Prignitz, Vertreter von Schulen und viele weitere Partner der Einrichtung im Sigröner Wald nahmen Anteil an dem freudigen Ereignis. Leider machte das launische Aprilwetter den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung. Ein mächtiger Hagelschauer trieb die Redner ins Festzelt, wo es teilweise trotz Mikrofonverstärkung unmöglich war, den Worten zu lauschen – zu stark prasselte der Hagel auf das Zeltdach.

Mitarbeiterin Doris Britzke und Norbert Lekow (r.), Geschäftsführer der GFB, zeigen Landrat Torsten Uhe die Räume. Quelle: Andreas König

Dennoch ließen sich die Verantwortlichen nicht davon abhalten, die mühevollen Schritte bis zum jetzt erreichten Ziel darzulegen. „Umbaupläne gab es schon länger, aber die Vorbereitungen liefen etwas aus dem Ruder“, sagte Hans-Jochen Knöll, der Vorsitzende des Stiftungsrates der Großen Stiftung Waisenhaus. Vor zwei Jahren wurden dann Nägel mit Köpfen gemacht. Zum Teil unter sehr schwierigen Bedingungen musste das Haus völlig erneuert werden. Für den Betrieb der Einrichtung ist die Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung Brandenburger Kinder und Jugendlicher (GFB) zuständig. Außer Sigrön betreibt sie sieben weitere Häuser mit unterschiedlichen Profilen in Brandenburg. Unter den Gästen befand sich auch der Bad Wilsnacker Bürgermeister Hans-Dieter Spielmann, der die Einrichtung selbst 29 Jahre lang geleitet hat. Derzeit leben 29 Kinder und Jugendliche in Sigrön und den beiden Wohngruppen der GFB in Wittenberge. Platz wäre für 31 Kinder. Wenn die neue Wohngruppe im Sommer eröffnet wird, stehen 38 Plätze zur Verfügung.

Die Kinder – viele leiden an einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) – kommen hauptsächlich aus Berlin und Brandenburg. Es gibt aber auch Hamburger Kinder, die in Sigrön betreut werden. „In der Regel haben wir das Einverständnis der Eltern“, sagt Leiterin Marina Has­stedt. Zwar ist wegen des Umbaus die alte Turnhalle weggefallen, aber es gibt jetzt neue Angebote. Im seitlichen Anbau befindet sich ein Bewegungsraum, ein großzügiger Balkon lädt – bei besserem Wetter – zum Verweilen ein, und im Sommer soll ein Snoezelen-Raum genutzt werden können, wenn sich die Kinder zu entspannender Musik in Kissen kuscheln und träumen können.

Von Andreas König

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