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Neues Heim für Perleberger Dampfmaschine

Attraktion für Oldtimermuseum Neues Heim für Perleberger Dampfmaschine

Noch steht im alten Perleberger Sägewerk eine historische Dampfmaschine. Schon bald könnte sie der Öffentlichkeit im Oldtimer- und Technikmuseum der Stadt präsentiert werden.

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Noch steht die Dampfmaschine im ehemaligen Sägewerk an der Lindenstraße.

Quelle: Michael Beeskow

Perleberg. Schon bald könnte das Perleberger Oldtimer- und Technikmuseum um eine Attraktion reicher sein. In die Überlegungen für den Umzug der historischen Dampfmaschine im ehemaligen Sägewerk an der Lindenstraße kommt jetzt neuer Schwung.

Die Stadt will eine Planung für den Umzug und die Aufstellung dieser unter Denkmalschutz stehenden Maschine in Auftrag geben. Mittwochabend beriet darüber der Hauptausschuss und am 16. Juli will die Stadtverordnetenversammlung Mittel für die Erstellung einer Planung freigeben. Es geht zunächst um 5700 Euro, die aus dem Haushalt bereitgestellt werden sollen. Ziel ist es, die seltene Dampfmaschine museal zu präsentieren und damit auch für die Stadt zu erhalten. Die Oldtimerfreunde hatten in der Vergangenheit wiederholt davor gewarnt, Perleberg dürfe die Attraktion nicht an auswärtige Interessenten verlieren. Denn nur wenige Museen können ein solches technisches Denkmal vorweisen.

Zur Dampfmaschine

In der Firma Wolf in Magdeburg-Buckau wurde die Dampfmaschine 1923 angefertigt. Zunächst stand sie in der Dampfziegelei in Helmsdorf.

Nach Perleberg kam sie 1936, wo nach einem Großbrand das Sägewerk an der Lindenstraße neu ausgestattet werden musste. Bis 1986 war die Maschine voll in Betrieb, bereits seit 1982 stand sie unter Denkmalschutz.

Die Dampfmaschine gehörte zu den modernsten in ihrer Zeit. Mit einer Leistung von 80 PS trieb sie eine Transmission an, die verschiedene Sägen in Gang hielt. Auch Strom und Wärme konnte sie erzeugen.

Die Dampfmaschinen-Pläne nahmen erstmals 2010 Gestalt an, als das Ingenieurbüro Oltersdorf eine Studie zur Aufstellung des Denkmalobjekts erarbeitete. Danach sollte das Oldtimermuseum einen modernen Anbau bekommen, der an die Turnhalle der Rolandschule anschließt. Durch eine Glasfront sollte die Dampfmaschine für die Besucher schon vor dem Betreten des Museums zu sehen sein – gewissermaßen als Aushängeschild. Eine im März 2010 im Kulturausschuss vorgestellte Kostenschätzung wies 91 500 Euro für das Vorhaben aus. Trotz dieser Summe stießen die Oldtimerfreunde auf breites Wohlwollen unter den Abgeordneten, die sich von der Aufstellung der Dampfmaschine eine erhebliche Aufwertung des Oldtimermuseums erhofften. Allerdings verliefen die Pläne damals im Sande.

Neue Aufmerksamkeit erfuhr die Dampfmaschine im Vorjahr durch die Diplomarbeit eines Studenten der Magdeburger Otto-von-Guericke-Universität. Vertreter der Stadt und des Oldtimervereins informierten sich im Mai bei einem Besuch über Aufstellungsmöglichkeiten für die Perleberger Dampfmaschine, die 1923 in der Magdeburger Firma Wolf gefertigt wurde. Die Abordnung, zu der auch Bürgermeisterin Annett Jura gehörte, besuchte auch das Technikmuseum in Magdeburg, wo seltene Dampfmaschinen ausgestellt sind. Mit dem Museumsleiter wurden verschiedene Präsentationsvarianten besprochen. Diskutiert wurden bei dieser Gelegenheit auch Fragen zur Konservierung derartiger Maschinen. Besonderen Eindruck machte auf die Gäste aus Perleberg eine Dampfmaschine, die von einem Elektromotor in Gang gesetzt wird.

Auch die Oldtimerfreunde spielen mit dem Gedanken, die mehr als 90 Jahre alte Maschine wieder laufen zu lassen. Oldtimerfreund Fred-Norbert Schreib hält es für möglich, auch die Perleberger Dampfmaschine wieder in Gang setzen zu können. An einen Betrieb unter Dampf sei allerdings nicht zu denken. Die dazu notwendige TÜV-Zulassung sei nicht zu bezahlen. Aber per Luftdruck ließe sich der Treibriemen schon in Bewegung setzen, hofft er.

Jetzt ist vorgesehen, zwei Varianten einer möglichen Aufstellung zu vergleichen. Grundlage ist dabei das vom Büro Oltersdorf erstellte Konzept: ein massiver geschlossener Gebäudeanbau sowie eine offene Unterbringung in einer Hallenkonstruktion, die nur Schutz vor Witterungseinflüsse bietet.

Die Stadt plant, die Aufstellung der Dampfmaschine im Oktober als Förderprojekt für das Leader-Programm einzureichen.

 

Von Michael Beeskow

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