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Neues Rauchhaus für den Nachwuchs

Perleberg: Anschauliche Brandschutzerziehung Neues Rauchhaus für den Nachwuchs

Selbst Vierjährige können schon lernen, was im Brandfall zu tun ist, davon ist der Prignitzer Brandschutzerzieher Ralf Arnoldt überzeugt. Jetzt übergab ihm Elfi Gabriel von der Sparkasse Prignitz für seine Aufgabe ein Rauchhaus-Modell.

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Ralf Arnoldt und Elfi Gabriel mit dem Rauchhaus-Modell.

Quelle: Atzenroth

Perleberg. Im Flur soll eigentlich immer ein Fluchtweg für den Brandfall frei gehalten werden. Doch wie das so ist: Viele Menschen stellen ihren Flur mit Sachen voll – wenn es dann wirklich einmal brennt und sich Rauch entwickelt, kann das zur tödlichen Falle werden. In dem kleinen Haus jedenfalls ist gut zu beobachten, wie sich Rauch im Flur ausbreitet und es über diesen Weg kein Entrinnen gibt. Irgendwann schlagen die Rauchmelder an und es piepst laut. Zum Glück passiert das gerade nur in einem Modellhaus, das auf den ersten Blick eher einer Puppenstube ähnelt. Aber einer, in der es zur Sache gehen kann: Mal brennt die Kaffeemaschine durch, mal wird das Bügeleisen zu heiß, leider oft mit der gleichen Folge: Es brennt.

Das neue Rauchhaus-Modell für die Prignitzer Präventionsarbeit in Sachen Brandschutzerziehung veranschaulicht, wie man sich im Ernstfall richtig verhält und welche Gefahren das Spiel mit dem Feuer mit sich bringt. Am Donnerstag übergab es Elfi Gabriel, Vorstandsmitglied der Sparkasse Prignitz, in der Perleberger Feuerwache an Brandschutzerzieher Ralf Arnoldt vom Kreisfeuerwehrverband. Das Modell kostete 1500 Euro – der Betrag wurde aus dem örtlichen Ertrag des PS-Lotteriesparens der Sparkasse Prignitz aufgebracht.

Henry mit Maske-

Henry mit Maske-

Quelle: Bernd Atzenroth

Ralf Arnoldt freute sich sehr über das neue Mittel zur Brandschutzerziehung und Aufklärungsarbeit an Kindertagesstätten und Schulen und probierte es gleich aus. Etwa mit der Klasse 2d an der Geschwister-Scholl-Grundschule in Perleberg, wobei in diesem Moment deutlich zu spüren war, dass Arnoldt dazu in der Lage ist, seine eigene Begeisterung an die Kinder weiterzugeben. So stellte er ihnen Fragen wie „Ihr braucht Feuer jeden Tag. Wozu?“ oder „Was ist zuerst da – Qualm oder Feuer?“ Den Kindern schärfte er ein, wie giftig Rauch ist: „Den dürft Ihr auf keinen Fall einatmen – drei Atemzüge reichen aus, um bewusstlos zu werden.“

Derlei Erkenntnisse sollten wohl mitunter auch manchem Erwachsenen vermittelt werden. Wie Feuerwehrleute durch den Rauch gehen, demonstrierte er auch, indem er dem kleinen Henry eine Atemschutzmaske aufsetzte das soll auch dazu dienen, den Kindern die Angst davor zu nehmen.

600 Rauchtote pro Jahr in Deutschland sind für Ralf Arnoldt genug Motivation, sich gerade dieses Themas anzunehmen. Welche Folgen gerade Rauchentwicklung hat, lässt sich mit dem neuen Modell nunmehr sehr anschaulich darstellen. „Wir arbeiten viel mit der kindlichen Neugier“, erklärte Ralf Arnoldt, „sie sollen das ganze Haus entdecken.“ Ein Zimmer darin kann sogar durch seine abgebrannte Variante ersetzt werden, um zu demonstrieren,was bei einem Feuer alles passieren kann. „Kinder lernen viel durch Sehen“, erläuterte der Brandschutzerzieher. Auf jeden Fall lasse sich sogar Vierjährigen das richtige Verhalten im Brandfall beibringen.

„Aufklärung zu Brandschutzfragen kann nicht früh genug beginnen“, ließ auch Elfi Gabriel verlauten, um zu begründen, warum die Sparkasse Prignitz und ihre PS-Lotterie-Sparer die Anschaffung des Rauchhauses finanziert haben. Vielleicht könne die Präventionsarbeit den ein oder anderen motivieren, bei einer der Jugendfeuerwehren im Landkreis mitzumachen, glaubt Elfi Gabriel. Nachwuchsgewinnung ist auch ein Ziel, das Ralf Arnoldt und seine Mitstreiter mit ihrer Präventionsarbeit verfolgen – schließlich benötigen die freiwilligen Feuerwehren genug Nachwuchs, um auch langfristig ihre wichtige Aufgabe erfüllen zu können.

Von Bernd Atzenroth

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