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Prignitz Bewährungsstrafe nach Sex-Fotos von Tochter
Lokales Prignitz Bewährungsstrafe nach Sex-Fotos von Tochter
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21:52 02.09.2015
Das Gericht hat entschieden. Quelle: dpa
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Neuruppin

Sein Leben liegt in Trümmern. Bald sechs Monate saß Martin K.* in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Wulkow. Von dort wurde der 44-jährige Familienvater aus Wittenberge am Mittwoch vorgeführt, um sich vor der Jugendkammer des Landgerichts Neuruppin wegen sexuellen Kindesmissbrauchs zu verantworten.

Verurteilt wegen neun Fällen

Zur Anklage gebracht wurden 24 Taten in der Zeit zwischen Januar und März dieses Jahres. Diese Zahl basierte auf der Angabe des Angeklagten vor der Haftrichterin, die er aber später widerrief. Verurteilt wurde er letztendlich wegen neun Fällen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Der Entscheidung war eine Vereinbarung zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Angeklagten vorausgegangen. Martin K. war eine Höchststrafe von zwei Jahren zugesagt worden im Gegenzug zu einem umfassenden und glaubhaften Geständnis.

K. gab zu, seine 2011 geborene kleine Tochter, „ein Wunschkind“, unsittlich angefasst zu haben, meist, wenn er Frühschicht hatte und die Mutter außer Haus war. Es kam beispielsweise vor oder beim An- bzw. Ausziehen der Kleinen zu den Übergriffen. Im März wurde er dabei von seiner Frau erwischt. Sie brauchte nicht vor Gericht zu erscheinen. Das hatte ihr Martin K. durch sein Geständnis erspart.

Richterin: „Sie sind nicht das Opfer, sondern der Täter.“

Am 25. März wurde Martin K. festgenommen. Seitdem ist nichts mehr, wie es war. Am Mittwoch konnte er zwar das Gefängnis verlassen. Doch was ihn draußen erwartet, weiß er nicht. Seine Frau hat ihn verlassen. Ob er noch eine Wohnung und Arbeit hat, ist ungewiss. Doch dafür trägt er die Verantwortung, er alleine. Wie die Vorsitzende Richterin Sandra Marcks sagte: „Sie sind nicht das Opfer, sondern der Täter.“ Das Opfer ist die kleine Tochter, die er als Sexualobjekt benutzt und auch als solches fotografiert hat, wie Handyfotos aus dem März dieses Jahres belegen. In seiner ersten Vernehmung hatte er zunächst noch abgestritten, dass die Handlungen sexuelle Fantasien bei ihm auslösten. Er wisse nicht, was über ihn gekommen sei, seine Tochter zu berühren und zu fotografieren, hatte er gegenüber der Haftrichterin gesagt. Das hatte er später korrigiert.

Anhaltspunkte dafür, dass er Kinder per se bevorzugt, sah das Gericht nicht. Er habe sich nicht wahllos Opfer gesucht. „Aber man muss deutlich sagen, dass Sie in verwerflicher Weise das Urvertrauen, das zwischen Vater und Tochter besteht, auf kaum fassbare Weise missbraucht haben“, sagte Marcks.

Strenge Auflagen und vierjährige Bewährungszeit

Der Angeklagte ist bisher als unbescholtener Bürger durchs Leben gegangen. Er drückte am Mittwoch glaubhaft sein Bedauern über das, was er getan hat, aus. Rückgängig machen lässt es sich nicht mehr. Wie das Kind das Ganze verkraftet und mit dem Erlebten umgehen wird, lässt sich noch nicht absehen.

Das Gericht verhängte eine vierjährige Bewährungszeit und erteilte dem Angeklagten strenge Auflagen. So muss er sich einer ambulanten Sexualtherapie unterziehen. Das Martin K. dieser nachkommt, muss er dem Gericht monatlich nachweisen. Außerdem darf er keinen Kontakt zu seiner Tochter aufnehmen. Verstößt er gegen diese Auflagen, muss er seine Strafe hinter Gittern absitzen. Am Mittwoch konnte er den Gerichtssaal als freier Mann verlassen.

*Name geändert

Von Dagmar Simons

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