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Neuruppin kritisiert Mecklenburgs Planungen

Stellungnahmen zu Windeignungsgebieten Neuruppin kritisiert Mecklenburgs Planungen

Teils sehr kritische Stellungnahmen hat die Regionale Planungsstelle in Neuruppin im Beteiligungsverfahren zur Mecklenburger Windparkplanung abgegeben. Im Norden – bei Meyenburg – werden aus ihrer Sicht Abstandskriterien nicht eingehalten, im Westen – zwischen Karstädt und Lenzen – gibt es ein sensibles Naturschutzgebiet.

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Der Windpark Porep-Jännersdorf – hier bei Jännersdorf – grenzt direkt an Mecklenburg.

Quelle: Beate Vogel

Meyenburg/Lenzen. Kritische Stellungnahmen haben die Regionalplaner aus Neuruppin im Beteiligungsverfahren Teilfortschreibung des Regionalentwicklungsprogramms Kapitel 6.5 „Energie“ in Mecklenburg abgegeben. Das bestätigte auf Nachfrage Ansgar Kuschel, Leiter der Regionalen Planungsstelle Prignitz-Oberhavel in Neuruppin. Das Mecklenburger Regionalentwicklungsprogramm „Energie“, das neben Photovoltaik und Biogas auch Windkraft beinhaltet, berührt an der Landesgrenze zu Brandenburg in mehreren Bereichen die Belange der Prignitzer – etwa bei der Ausweisung eigener Windeignungsgebiete und im Bereich des Naturschutzes.

„Es handelt sich um sieben Eignungsgebiete im Grenzraum“, erklärte Ansgar Kuschel. Zwei davon seien „ok“, fünf Gebiete sieht die Regionale Planungsstelle aber kritisch. „Bei denen ist es so, dass wir im Brandenburgischen Artenschutzkonflikte recherchiert haben“, berichtet der Planungsstellenleiter. Eines der von den Mecklenburgern geplanten Gebiete läge nämlich in der Nähe des Rambower Moores zwischen Lenzen und Karstädt.

Abstände der Windeignungsgebiete zu knapp

Das Rambower Moor ist ein Gebiet, das höchsten Schutz genießt, es ist als Teil des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe-Brandenburg nicht nur als Naturschutzgebiet eingestuft, sondern wird als Durchströmungsmoor als „EU-Life-Projekt“ besonders gefördert. „Wir haben also darauf aufmerksam gemacht, dass wir es aus Sicht unseres Kriterienkataloges sehr kritisch sehen, wenn dort ein Windeignungsgebiet angrenzt.“ Auch der Rudower See bei Lenzen, der direkt an das Moor grenzt, ist ein Naturschutzgebiet.

Sehr kritisch sehen die Neuruppiner laut Kuschel auch die Tatsache, dass der Abstand zwischen Windeignungsgebieten im Kriterienkatalog der Mecklenburger zweieinhalb Kilometer beträgt. „Bei uns ist er doppelt so groß.“ Die Regionalplaner machten also darauf aufmerksam, dass sie ihre fünf Kilometer „für angebrachter“ halten und regten an, dem zu folgen.

Vier Gebiete westlich von Karstädt

Betroffen hiervon ist ein geplanter Windpark Ganzlin nördlich von Meyenburg an der B 103. „Der wäre dicht an unserem dran“, so Ansgar Kuschel. „Wobei ohne Frage auch wir bis in Grenznähe beplanen.“ Das im Regionalplanentwurf Prignitz-Oberhavel vorgesehene Windeignungsgebiet Krempendorf-Meyenburg reicht direkt bis an Mecklenburg heran. „Dazu haben wir angeregt, das kritisch zu überprüfen und das Eignungsgebiet im Mecklenburger Plan zu streichen.“

Vier Windeignungsgebiete planen die Mecklenburger westlich von Karstädt. Eins davon liegt laut dem Neuruppiner Regionalplaner südlich von Grabow (Ludwigslust). „Da sagen wir auch, dass dort nach unserer Informationslage der Abstand nicht eingehalten wird, weil wir dort störungssensible Arten haben.“ Diese Artenschutzkonflikte reichen aus Sicht der Neuruppiner bis nach Grabow hinein. Zwei weitere Windeignungsflächen auf Mecklenburger Seite – Milow-Streesow und Streesow-Milow – berühren laut Kuschel wiederum das Rambower Moor und teilweise den Rudower See.

Planer wollen Kritik nicht verhallen lassen

Zwei Treffen hat es zwischen der Regionalen Planungsstelle Neuruppin und den Planern des Mecklenburger Regionalentwicklungsprogramms „Energie“ gegeben. „Und wir werden uns weiter mit den Kollegen in Schwerin auseinandersetzen“, sagt Kuschel Das Grundproblem werde sich aber wohl nicht lösen lassen: Dass sich nämlich jeder Planungsverband an seine gefassten Beschlüsse wie Abstands- und Lärmschutzkriterien hält. „Und ob zum Beispiel unsere Empfehlung zu den fünf Kilometern Abstand zwischen den Windeignungsflächen eine politische Wirkung in der Mecklenburger Verbandsversammlung hat, ist offen.“ Die Neuruppiner werden aber laut Kuschel weiter das Gespräch suchen und weiter die Kriterien erörtern.

Von Beate Vogel

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