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Prignitz Kümmernitztal ist nicht mehr kleinste Gemeinde
Lokales Prignitz Kümmernitztal ist nicht mehr kleinste Gemeinde
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00:19 05.02.2018
Im November 2017: Bürgermeister Steffen Sadowski erhält am Multifunktionsgebäude in Grabow von Agrarstaatssekretärin Carolin Schllde den Schlüssel. Quelle: Beate Vogel
Kümmernitztal

Der einstige Staatssekretär Clemens Appel war es, der mit der Auflage des Konjunkturpaketes II im Jahr 2009 am Beispiel von Kümmernitztal erklärte, dass die Verteilung der Gelder vom Land an die Kommunen nach dem Gießkannenprinzip sinnlos sei. 397 Einwohner hatte die Kommune mit den drei Ortsteilen Preddöhl, Grabow und Buckow damals. 37 000 Euro hätte sie nach dem Gießkannenprinzip in dem Jahr erhalten. Große Würfe wären damit nicht möglich. Appel hatte Kümmernitztal als „kleinste Gemeinde Brandenburgs“ aus dem Hut gezaubert, als er ein extremes Beispiel für die Verteilung von Landesmitteln suchte. Seitdem hielt Kümmernitztal den Titel. Bis jetzt.

Ministatus machte sich bei öffentlichen Auftritten gut

Kümmernitztal – das war seit Clemens Appel auch auf Landesebene das Symbol für kommunales Überleben bei minimaler Gemeindegröße. Die Freien Wähler warben bei der vorgezogenen Wahl der Gemeindevertretung 2012 ebenfalls mit dem Titel. Gern wiesen Gäste aus Potsdam auf den besonderen Status hin oder nahmen ihn wohlwollend zur Kenntnis.

Das machte sich bei öffentlichen Auftritten gut, zuletzt am 4. November des vergangenen Jahres, als Agrarstaatssekretärin Carolin Schilde mit den Kümmernitztalern die Eröffnung des neuen multifunktionalen Dorfgemeinschaftshauses im Ortsteil Grabow feierte. Trotz der geringen Einwohnerzahl, die entscheidend ist für die Schlüsselzuweisungen einer Kommune und damit für deren finanzielle Grundausstattung, hatten die Kümmernitztaler das Projekt gestemmt.

Zuwachs von zehn Personen

Mit den aktuellen Daten des Statistischen Amtes Berlin Brandenburg haben der Prignitzer Mini-Kommune inzwischen gleich drei Gemeinden den Rang abgelaufen. Kümmernitztal hat demnach per 31. Dezember 2016 stolze 382 Einwohner – das ist ein Zuwachs von zehn Personen. Unter den kleinsten Zehn im Land finden sich indessen – kaum erstaunlich – mit Lenzerwische und Pirow zwei weitere Prignitzer Kandidaten.

Drei Minis aus der Prignitz

Nach den aktuellen Zahlen des Amtes für Statistik Berlin Brandenburg waren die zehn kleinsten Gemeinden nach Einwohnerzahlen betrachtet in Brandenburg zum 31. Dezember 2016 folgende:

Kleßen-Görne360

Mittenwalde367

Treplin 374

Kümmernitztal382

Gollenberg 413

Ziethen443

Großderschau444

Schönermark449

Lenzerwische449

Pirow 452

Steffen Sadowski, seit der Kommunalwahl 2014 Bürgermeister der Gemeinde Kümmernitztal, sieht das Ganze gelassen: „Damit kommen wir klar.“ Nach wie vor kann sich die Kommune zu den kleinsten im Land zählen. Sadowski freut sich über den Zuwachs, der auf den Ortsteil Preddöhl beschränkt sei. Da fast alle anderen Kommunen der Prignitz Einwohner verlieren, darf auch das durchaus als Alleinstellungsmerkmal gewertet werden.

Schon seit dem Zusammenschluss der drei Gemeinden Preddöhl, Grabow und Buckow sowie dem bewohnten Gemeindeteil Felsenhagen hat Kümmernitztal eigentlich zu wenige Einwohner. Mit der Gebietsreform war eine Gemeindegröße von 500 Einwohnern gefordert. Für Kümmernitztal gab es eine Ausnahme. Die Kommune ging mit 424 Bürgern an den Start.

Einwohnerzahlen weichen voneinander ab

Kleinste Gemeinde hin oder her – die richtige Einwohnerzahl zu ermitteln, scheint in Zeiten elektronischer Datenerfassung nicht so einfach zu sein. Was das Amt für Statistik als Arbeitgrundlage an die Kommunen herausgibt, weicht von dem ab, was die Einwohnermeldeämter melden. Und je nachdem, auf welcher Plattform man nachsieht, erhält man andere Ergebnisse: Ob bei Wikipedia, beim Amt für Statistik Berlin Brandenburg oder bei academic.com – immer gibt es Abweichungen.

Von Beate Vogel

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