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Wittenberge: Zu wenig Wasser für Sportboote

In der Elbe herrscht Niedrigwasser Wittenberge: Zu wenig Wasser für Sportboote

Wo die Elbeflut vor zwei Jahren die Menschen an der Elbe in Angst und Schrecken versetzte, herrscht heute Ebbe. 1,57 Meter hoch war der Pegel in Wittenberge. Im Jahr 2013 lag der Wert dort bei 7,85 Meter. Das Wasser- und Schifffahrtsamt rät inzwischen Sportbootkapitänen davon ab, stromauf in Richtung Hamburg zu fahren.

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Im Auftrag des Wasser- und Schifffahrtsamtes werden Buhnen an der Elbe bei Gnevsdorf instandgesetzt.

Wittenberge. Es rauscht wie ein Gebirgsbach am Gnevsdorfer Wehr. Wie ein kleiner Gebirgsbach, zugegeben, aber noch rauscht es immerhin. Das bedeutet, es fließt Wasser aus der Havel in die Elbe. Letztere hat das auch bitter nötig, denn derzeit herrscht Niedrigwasser. 1,57 Meter am Pegel Wittenberge, das ist schon bemerkenswert. Allerdings noch weit vom historischen Tiefststand entfernt. Der herrschte 1947. „Damals stand der Pegel bei 47 Zentimetern“, berichtet Hubert Finke. Der Leiter der Außenstelle Wittenberge des Wasser- und Schifffahrtsamtes Magdeburg sieht die Entwicklung mit einem weinenden und einem lachenden Auge. „Für die Schifffahrt ist das natürlich überhaupt nicht gut", sagt der Fachmann. 1,60 Meter ist die Mindestfahrrinnentiefe. Die ist zwar auf einigen Teilstrecken durchaus noch gegeben, aber die sogenannte Reststrecke zischen Dömitz und Hitzacker ist in Zeiten des Niedrigwassers ein echtes Nadelöhr. „Ich habe in den letzten Tagen mehrfach Anfragen von Sportbootführern gehabt, ob sie über Wittenberge nach Hamburg fahren können“, sagt Hubert Finke. Das musste er verneinen, denn mit einem Tiefgang von 1,40 Meter ist es nicht möglich die Reststrecke zu passieren. Dort ist derzeit bei 1,05 Metern Schluss.

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Des einen Freud ist des anderen Leid. Während die niedrigen Wasserstände der Elbe selbst Sportbootfahrern zu schaffen machen, freuen sich Wasserbauer über ideale Bedingungen für notwendige Arbeiten. Die Lage hält in den nächsten Tagen an.

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Doch man muss nicht so hoch nach Norden wollen, um an der wasserarmen Elbe zu scheitern. „Wir hatten bereits zwei Festfahrer bei uns und zwei weitere in Tangermünde“, schildert Hubert Finke die Erfahrungen der vergangenen Tage. Oftmals sei es selbst für die Experten schwierig, den Havaristen zu helfen, denn der Wasserstand erschwert natürlich auch den Einsatz von Schiffen, die im Dienste der Schifffahrt stehen.

Andererseits bietet die Elbe derzeit ideale Bedingungen, um Arbeiten auszuführen, für die das Wasser sonst zu hoch steht. „Ab zwei Metern sprechen wir von Bauwasserstand“, erklärt Hubert Finke. Bei solchen Pegeln kann man Buhnen instandsetzen. Genau das geschieht zwischen Gnevsdorf und Abbendorf. Mitarbeiter der Firma Hydrowacht aus Gerwisch bei Magdeburg verlegen 16 000 Tonnen Wasserbausteine, um Buhnenköpfe in Funktion zu bringen. „Insgesamt 46 Buhnen setzen wir instand“, sagt Bauleiter Nikolaus Wulf. Mike Röder im Schwimmbagger greift sich die großen Steine und legt sie seinem Kollegen René Hansch passgenau vor die Baggerschaufel.

Unterdessen strömen am Gnevsdorfer Wehr, der letzten von drei Mündungen der Havel, 40 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die Elbe. „Das ist schon ganz gut“, sagt Hubert Finke, „aber lange wird es nicht mehr so gehen. Tendenziell saugen die hohen Temperaturen das Wasser auch aus der Havel, hinzu kommt, dass die Elbe und ihre Nebenflüsse im Quellgebiet derzeit auch wenig zu einem besseren Wasserstand beitragen können. Die einzigen Wasserfahrzeuge, die damit keine Probleme haben, sind leichte Schubverbände. Einer, unter dem Kommando eines tschechischen Kapitäns, hat sich sogar auf die Reise gen Süden begeben – gegen den Strom.

Von Andreas König

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