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Niedrigzinsen animieren zum Immobilienkauf

Perleberg/Neuruppin Niedrigzinsen animieren zum Immobilienkauf

Bauland wird besonders in den Berlinnahen Regionen Brandenburgs immer teurer, wie der jüngst erschienene brandenburgische Grundstücksmarktbericht belegt. Das und niedrige Zinsen für Kredite bewegt die Menschen dazu, auch im weiteren Umkreis der Metropole zu bauen – zum Beispiel in Prignitz und Ruppin. Dazu müssen jedoch die Rahmenbedingungen stimmen.

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Martin Schäfer lässt derzeit zwei Altbauten in der Wittstocker Innenstadt (im Hintergrund) sanieren.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. In seinen 26 Jahren als Immobilienmakler hat der Wittstocker Martin Schäfer schon so manche Höhen und Tiefen erlebt. Aktuell sind es eher die Höhen, die den 60-Jährigen optimistisch für seine Branche und seine Heimat stimmen. Laut kürzlich veröffentlichten Grundstücksmarktbericht wurden im vergangenen Jahr über 1900 Grundstückskaufverträge in Ostprignitz-Ruppin abgeschlossen, zwölf Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. In der Prignitz konnte die Zahl mit 1362 um fünf Prozent gesteigert werden. Davon entfielen 142 auf individuelles Wohnbauland in der Prignitz und 195 in Ostprignitz-Ruppin.

„Die Leute setzen auf Steine statt Scheine“, verweist Martin Schäfer auf die aktuellen Niedrigzinsen, die Anleger derzeit für ihr Geld auf der Bank erhalten und Kauffreudige für einen Kredit zahlen müssen. „Bei der Bank bekomme ich für mein Geld vielleicht 0,2 Prozent Zinsen, investiere ich in Immobilien, kann ich bis zu zehn Prozent rausholen“, empfiehlt Schäfer. Von einem Bauboom wie im Berliner Umland will er für die Region zwar nicht sprechen, aber auch die märkischen Randregionen würden von den immer teurer werdenden Grundstücks- und Wohnraumpreisen in der Metropolregion profitieren. „Wenn die Verkehrsanbindung stimmt und das Bauland günstig ist, ziehen die Leute auch in die Prignitz“, erklärt der Makler.

Brandenburgs Immobilienmarkt

214 Kaufverträge für Einfamilienhäuser wurden 2015 in der Prignitz abgeschlossen. Im Schnitt war ein solches Eigenheim mit Grundstück bereits für 81 900 Euro zu haben. In Ostprignitz-Ruppin waren es 316 Kaufverträge, wobei der Durchschnittspreis bei 114 100 Euro lag. Zum Vergleich, in der Uckermark wurden 275 und in Potsdam 180 Kaufverträge abgeschlossen. In Potsdam kosteten Gebäude und Grundstück 431 000 Euro und in der Uckermark 111 100 Euro.

Mehr Mehrfamilienhäuser wurden gekauft. In Ostprignitz-Ruppin waren es mit 47 über 50 Prozent mehr als im Jahr davor. In der Prignitz sank die Zahl mit 41 um 21 Prozent. Dort sank auch die Zahl der verkauften Eigentumswohnungen mit nur noch 23 um 34 Prozent. In Ostprignitz-Ruppin stieg sie mit 124 auf 94 Prozent an.

Während das Bodenrichtwertniveau in den Räumen um Wittstock und Kyritz für den Wohnhausbau bei durchschnittlich bis zu 15 Euro pro Quadratmeter lag, erreichte es in den Räumen um Neuruppin, Wittenberge, Pritzwalk und Perleberg bis zu 30 Euro. In Potsdam lag es zum Großteil bei über 150 Euro pro Quadratmeter.

Bodenrichtwerte:
hier

Das bestätigt auch die Geschäftsführerin des Oberen Gutachterausschusses für Brandenburg in Frankfurt (Oder), Cornelia Jonigkeit. „Gerade Mittelzentren mit guter infrastruktureller Anbindung im weiteren Metropolenraum sind nachgefragt“, sagt sie. Darunter auch Neuruppin.

Bauland ist besonders in Wittstock noch reichlich zu haben

Bauland ist besonders in Wittstock noch reichlich zu haben.

Quelle: Christian Bark

Zustimmung kommt aus der Neuruppiner Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für den Landkreis Ostprignitz-Ruppin. „Bauland ist in der Stadt äußerst begehrt“, so Geschäftsstellenleiterin, Jutta Lucka. Das zeigt sich auch in den Bodenrichtwerten der Stadt. Diese sind demnach besonders in den Gebieten „Bölkeanger“ mit einer Erhöhung von 13 auf 68 Euro pro Quadratmeter sowie im Gebiet „Gildenhall“ mit einer Erhöhung von 14 auf 84 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Im gesamten Kreis sind die Quadratmeterkosten für individuelles Bauland jedoch um 23 Prozent auf 34 Euro gesunken während sich in der Prignitz der Quadratmeterpreis um sechs Prozent auf 18 Euro leicht erhöhte.

Während mehr Leute in die Innenstadt ziehen, stehen Objekte in Wittstocker Randlagen leer

Während mehr Leute in die Innenstadt ziehen, stehen Objekte in Wittstocker Randlagen leer.

Quelle: Christian Bark

In Martin Schäfers Heimatstadt Wittstock ist der Quadratmeterpreis lediglich im Gebiet „Rote Mühle Weg“ erneut gestiegen und liegt bei 33 Euro. „Vermutlich weil die Verkäufer wissen, dass die Leute günstig an Geld kommen“, meint Schäfer. Denn die große Bauzeit in dem doch sehr abgelegenen Stadtteil sei längst vorüber. Auch die in den 1990ern errichteten Mietblöcke in der Gegend, die aufgrund bunter Gebäudeelemente sogenannte „Papageien-Siedlung“, kämpfe mit Leerstand. In Wittstock zeichne sich der Trend ab, dass immer mehr Leute in die Altstadt ziehen. „So wird das Zentrum wieder belebt“, freut sich der Makler.

Und weil er das weiß, ist er selbst an Sanierungsprojekten beteiligt. Aktuell zum Beispiel in der Königstraße, wo im Oktober ein Altbau mit Mietwohnungen fertig wird. „Nur einige Wohnungen sind da noch zu haben“, sagt er. Gleich daneben will Schäfer einen weiteren Altbau sanieren lassen. „Da will ich dann Eigentumswohnungen verkaufen“, kündigt er an. Die würden dann nicht eine halbe Million Euro wie in Berlin oder Potsdam, sondern gerade mal ein Fünftel dessen kosten.

Von Christian Bark

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