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Normales Dorf mit vielen Facetten

Buchholz Normales Dorf mit vielen Facetten

Buchholz ist als Ortsteil von Pritzwalk sehr gut in das Busnetz eingebunden. Auch die Straßen sind gut ausgebaut. Zu gut, wie manche meinen, weil einige Autofahrer sich einfach nicht an die zulässige Höchstgeschwindigkeit halten können. Ansonsten ist Buchholz ein Dorf wie jedes andere, allerdings mit einer Besonderheit – es gehört zu Buchholz-Familie.

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Ortsvorsteher Stefan Fuchs ist gleichzeitig Ortswehrführer und zeigt stolz die Traditionsecke im Gerätehaus.

Quelle: Andreas König

Buchholz. Während in anderen Orten über den neuen Busfahrplan geschimpft wird, können die Einwohner von Buchholz bei Pritzwalk darüber nicht klagen. „Seit der Fahrplanumstellung fahren sogar mehr Busse als vorher“, sagt Ortsvorsteher Stefan Fuchs. Das Dorf vor den Toren Pritzwalks ist im Gegenteil sehr gut angebunden, fast schon zu gut, wie die Anwohner immer wieder bemängeln. Die gut ausgebaute Dorfstraße verführt so manchen Verkehrsteilnehmer dazu, schneller als mit den erlaubten 50 Stundenkilometern durchs Dorf zu fahren.

Das ärgert die Einwohner insbesondere wegen der Geräuschbelästigung, wie kürzlich im Ortsbeirat deutlich wurde. „Vor allem bei Leerfahrten rumpeln die Lkw durch Buchholz, weshalb die Bürger immer wieder Geschwindigkeitsbegrenzungen fordern. Aber so einfach ist das nicht, da gibt es Paragrafen“, sagt Stefan Fuchs. Früher stand an der Bushaltestelle noch ein Tempo-30-Schild, inzwischen gilt auch dort die Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde. Allerdings erfüllt die Beleuchtung kaum ihren Zweck, befindet sich die Haltestelle doch genau im Schattenkegel zweier Laternen.

Weniger Miteinander als früher

Die gute Erreichbarkeit ist Fluch und Segen zugleich. Einerseits kommen die Einwohner schnell zum Einkaufen oder zur Arbeit ins benachbarte Pritzwalk, andererseits gibt es im Dorf selbst nicht mehr all zu viele öffentliche Einrichtungen. Keine Einkaufsmöglichkeit, keine Kindertagesstätte und nur relativ wenige Betriebe, die Arbeitsplätze anbieten. Als „Schlafdorf“ möchte Stefan Fuchs Buchholz nicht bezeichnen, aber die gemeinsamen Veranstaltungen im Dorf, das Miteinander sei in den vergangen Jahren durchaus weniger geworden.

Zwar gibt es mit dem Prignitzer Hof eine gut gehende Gaststätte – aber die wird mehr von auswärtigen Gästen genutzt. Dennoch ist es ein Glück für Buchholz, dass die Gaststätte mit Bowlingbahn und deftigem Speisenangebot so beliebt ist.

Buchholzer Feuerwehr war Vorreiter

Bleibt die Feuerwehr als Ankerpunkt des öffentlichen Lebens. Dort treffen sich die 14 Männer, 13 Frauen und elf Kinder, die zur Brandschutztruppe gehören, nicht nur zu den Dienstabenden, sondern einmal im Monat auch zum Skat- und Romméspielen. Auch einen „Nachmittag für Ältere“ gibt es, zu dem sich einmal monatlich die Rentnerinnen im Feuerwehrgerätehaus treffen. Bei der Nachwuchsarbeit war die Buchholzer Feuerwehr einst Vorreiter. 1963 wurde die Arbeitsgemeinschaft „Junge Brandschutzhelfer“ ins Leben gerufen. Damit ist die Buchholzer Jugendwehr älter als die in Pritzwalk. „Wir haben die zweitälteste Jugendwehr der Prignitz, nach Karstädt“, sagt Stefan Fuchs stolz.

Doch trotz solcher Begegnungen hat das Dorfleben in den vergangene Jahren stark nachgelassen. „Früher gab es noch Dorf- und Erntefeste und einen Pfarrer im Ort, aber all das ist in den vergangenen Jahren immer weniger geworden“, bedauert der Ortvorsteher. Übrig geblieben sind das Weihnachtsbaumverbrennen und das Osterfeuer.

Der Ort gehört zur Buchholz-Gemeinde

Vor Jahren noch durfte der Ort gar als Gastgeber des Buchholztreffens fungieren. Allein in Deutschland gibt es 87 Orte und Ortsteile dieses Namens. In ganz Europa sind es laut dem Freundschafts- und Förderkreis Deutschland-Buchholz 150 „Buchhölzer“. Einmal jährlich treffen sich Abgesandte der Orte in jeweils einem anderen Buchholz. In diesem Jahr war der Ort im Dithmarschen Gastgeber. „2007 hatten wir das Buchholz-Treffen bei uns zu Gast“, erinnert sich Stefan Fuchs. Damals hatte die Stadt Pritzwalk ihren Ortsteil kräftig unterstützt, um ein ansprechendes Programm zu bieten. „Heutzutage könnten wir das wohl gar nicht mehr hinbekommen“, meint der Ortsvorsteher. „Man möchte den Gäste ja auch drumherum einiges bieten.“

Die Fahne des Prignitzdorfes Buchholz in der Gemeinschaft der Gleichnamigen hält seit Jahren Klaus Doerks hoch. Der ehemalige Ortsbürgermeister war natürlich auch dabei, als im Ausrichterjahr traditionell die Buchholz-Linde in Buchholz gepflanzt wurde. „Aber damit hatten wir kein Glück“, sagt der Rentner. Dreimal schon sind uns Bäume eingegangen.“ Nun soll ein neuer Platz für den symbolträchtigen Baum gefunden werden. Um die Gemeinschaft der Dorfbewohner zu stärken, soll es im kommenden Jahr wieder ein Dorffest geben. „Im April oder Mai wäre ein guter Zeitpunkt“, sagt Stefan Fuchs.

Von Andreas König

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