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Prignitz Nur die Kirche gehört noch zu Mecklenburg
Lokales Prignitz Nur die Kirche gehört noch zu Mecklenburg
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00:17 03.10.2016
Gerd Ehrke öffnet den Flügelalter. Heiligendarstellungen werden sichtbar. Quelle: Michael Beeskow
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Porep

In der Dorfmitte von Porep liegt Mecklenburg – nicht ganz Mecklenburg aber doch ein kleiner Teil des Nachbarlandes. Denn die Kirche gehört nicht zum Kirchenkreis Prignitz und damit zu Brandenburg, sondern zur Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Suckow-Marnitz in Mecklenburg.

Nach dem Betreten des von einer Feldsteinmauer umgebenen Kirchhofs müsste sich der Besucher demnach auf exterritorialem Gebiet befinden – von Brandenburg aus gesehen. Ganz so weit möchte Gerd Ehrke, der sich bestens mit der Poreper Geschichte auskennt, nicht gehen: „Aber die Zugehörigkeit zu Mecklenburg ist schon einmalig.“

Doch die Poreper können daran nichts Außergewöhnliches erkennen, jedenfalls nicht die Älteren. Über Jahrhunderte bestand eine territoriale Durchmischung. 1295 – es ist das Jahr der Ersterwähnung – schenkten die Edlen Herren Otto und Günzel von Putlitz die Hälfte des Dorfes dem Kloster Marienfließ. Zunächst änderte sich dadurch nichts für die Poreper. Doch im Zuge der Reformation fiel 1588 das dem Kloster geschenkte Land an die „Alteigentümer“ zurück. In diesem Fall war es der mecklenburgische Landesfürst.

Seitdem gehören Teile Dorfes zu Brandenburg und andere Teile zu Mecklenburg. Die Grenze verlief mitunter durch Flurstücke. Sogar die Gaststätte hatte einen Brandenburger und einen Mecklenburger Teil.

Dieses Durcheinander brachte auch Vorteile mit sich. Kam der Steuerschätzer ins Dorf, dann wurde das Vieh schon mal ins „Ausland“ getrieben. Bis 1952 gab es in Porep zwei Bürgermeister und zwei Gemeindevertretungen. „Die haben aber of zusammen beraten“, berichtete Gerd Ehrke. Die damalige Kreisgebietsreform regelte, dass nun ganz Porep zu Brandenburg gehörte. Bis auf die Kirche.

Dass das kleine Gotteshaus zur benachbarten Landeskirche gehört, heißt aber nicht, dass sie deshalb vernachlässigt würde. Gerd Ehrke verweist auf die neue Holzschalung und den neun verkleideten Turmspitze. Tragende Balken wurden erneuert. Viel wurde schon getan, aber viel bleibt auch noch zu tun. Dies wird insbesondere beim Eintreten in die Kirche deutlich. An einer großen Stelle ist schon der Putz abgefallen. Aber vor allem ist der Besucher von dem Marienaltar überrascht. Einen derart reichen figürlichen Schmuck erwartet man nicht, er ist ungewöhnlich für eine kleine Dorfkirche. Beim Öffnen der Flügel kommen große Bilder von Heiligen und Kirchenvätern zum Vorschein.

Die Dorfkirche, wie sie heute zu sehen ist, wurde 1736 errichtet. Die Vorgängerkirche, die sich an dieser Stelle befand, war zuvor abgerissen worden. Auf einer alten Wetterfahne war noch eine 160 zu erkennen, also die ersten drei Ziffern der Jahreszahl. Als 1791 bei einem Großbrand fast alle Häuser im Dorf zerstört wurden, blieb die Kirche inmitten des Rundlings unversehrt. Die neuen Häuser wurden vom Rundling weit zurück versetzt errichtet.

Der herrliche Schnitzaltar ist älter als die Kirche. Er ist im 16. Jahrhundert entstanden und stellt eine Meisterleistung der Kunst und der Darstellung der biblischen Geschichte dar.

Von Michael Beeskow

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