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Prignitz Immer wieder mittwochs wird gefilzt
Lokales Prignitz Immer wieder mittwochs wird gefilzt
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02:16 31.05.2018
Christiane Saß (l.), die Chefin des Lenzener Filzvereines, ist zufrieden: „Das klappt hier mittwochs bisher ganz gut.“ Quelle: Kerstin Beck
Lenzen

Es ist Mittwoch, und die Tür zur Lenzener Filzschauwerkstatt steht sperrangelweit offen. „Die Werkstatt ist geöffnet“ verrät ein Schild, welches an der Tür hängt. Ein Blick ins Innere zeigt eine Auswahl der Dinge, die hier geschaffen werden: kunterbunte Taschen, Hüte, Handytaschen, Schuhe, Einlegesohlen, Blumen, Vorhänge und vieles mehr, je nach Saison.

Natürlich war das hier schon vorher so, aber seit April hat sich hier etwas verändert: Die Filzschauwerkstatt hat sich verkleinert. Standen der Einrichtung bisher zwei Räume - die rechts vom Eingang sich befindliche Ausstellungsbereich sowie die links davon liegende eigentliche Werkstatt - zur Verfügung, so gibt es jetzt nur noch Letzteres. Auch die Öffnungszeiten haben sich verändert: Am Wochenende kommt man hier als Besucher vergeblich. Die Werkstatt ist nunmehr nur noch mittwochs von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.

Mitten in der Woche, geht denn das?

„Das klappt bisher ganz gut“, ist von Christiane Saß, der Chefin des Filzvereines, zu erfahren. „Aus verschiedenen Gründen heraus mussten wir etwas unternehmen, damit wir hier „bleiben“ können, und da gab es eine Mitgliederversammlung, in der wir beschlossen haben, dass wir diesen Weg gehen wollen. Hier kommen mitten in der Woche natürlich gern Touristen und interessierte Gäste vorbei, und ansonsten haben wir ja unsere Homepage, auf der die Leute sich anmelden können. Gruppen etwa, für die wir gern nach Voranmeldung eine Sonderführung machen oder die sich für ein Projekt betätigen wollen. Natürlich nur, wenn wir es personell abdecken können, und daher ist es sowieso von Vorteil, dass man sich vorher bei uns meldet!“

Personell „eng“ ist es aber an diesem Tag nicht. Acht Frauen aus Lenzen und Umgebung werkeln an verschiedenen Filzarbeiten. Man unterhält sich, es geht auch um das Neueste von hier und dort, und darum, wie es der Familie geht.

Zum Glück, denn einige wollene Dinge harren darauf, fertiggestellt zu werden. Wie die blau-gelben Einlegesohlen etwa, die von Sybille Hoppe derzeit „in der Mache“ sind. Die Lanzerin ist jetzt schon den zweiten Mittwoch dabei, eine etwa ein mal zwei Meter große feste Filzmatte herzustellen. „Dazu werde ich noch einen weiteren Mittwoch brauchen“, meint die 62-jährige erfahrene Filzerin dazu.

Reste gibt es nicht, alles wird verwendet

Wenn der „Rohling“ fertig ist, werden die Sohlen kurzerhand daraus ausgeschnitten. Und die Reste werden Verwendung in anderen Objekten finden, denn genau gesagt gibt es hier gar keine Reste - alles findet hier seine sinnvolle Verwendung. In einem Vorhang etwa oder als „Dekomuster“ in einem weiteren Filzunikat.

Und Besuch gibt es auch. „Oh, da kommt ja eine Dame aus der Schweiz!“ Der Besuch läßt sich nach der Begrüßung auf einer filzbespannten Bank nieder, und es wird geplaudert, gwitzelt und gelacht.

Geselligkeit ist wichtig

„Denn nicht nur, dass es mit der Schauwerkstatt weitergeht, ist hier wichtig, sondern auch die Geselligkeit“, erläutert Christiane Saß weiter. „Dass sich die Mitglieder des Filzvereines, und das sind immerhin 24, hier auch wohlfühlen, natürlich auch unsere Gäste und dann auch viele ältere Lenzener, für die wir dann im September wieder einen Wollzupftag organisieren. Da kommen nämlich dabei Erinnerungen hoch, wie man früher Wolle verarbeitet hat, und die Leute machen deswegen unwahrscheinlich gern mit!“

Mittlerweile ist es 16 Uhr geworden, und für die Geselligkeit gibt es einen gewissen Höhepunkt: eine Kaffeepause. Petra Jesse aus Lanz hat eine Rhabarbertorte mitgebracht, die von allen gelobt wird: „Die ist aber lecker!“ Eine andere Filzerin, Sigrid Heidenreich aus Lenzen, meldet sich: „Beim nächsten Mal bin ich aber mit Kuchen dran, aber was ich mitbringen werde, muss ich mir noch ausdenken!“

Sie funktionieren hier also - die Mittwochsfilztermine. Homepage und Email: http://filzverein-lenzen.de sowie filzverein-lenzen@gmx.de

Von Kerstin Beck

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