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Ölmühle baut Hotelkapazität aus

Große Pläne in Wittenberge Ölmühle baut Hotelkapazität aus

Die Investitionen in das Hotel Alte Ölmühle gehen weiter. Unternehmer Lutz Lange lässt im ehemaligen Saatenspeicher 30 Hotelzimmer bauen. Später sollen im Obergeschoss und auf dem Dach des Gebäudes eine 1100 Quadratmeter große Saunalandschaft entstehen. Die Gesamtinvestitionssumme liegt bei über vier Millionen Euro.

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Der Saatenspeicher aus dem Jahr 1856 wird zum Hotel mit Wellnesslandschaft ausgebaut.

Quelle: Andreas König

Wittenberge. Wie eine Festung wirkt der gewaltige Querriegel. Der ehemalige Saatenspeicher der Alten Ölmühle in Wittenberge ist ein Monument der Industriegeschichte Wittenberges. Bisher wurde er allenfalls für Ausstellungen genutzt oder als Lagerbereich.

Doch das soll sich grundlegend ändern. Lutz Lange, geschäftsführender Gesellschafter der Firma Genesis, der ihrerseits die Alte Ölmühle gehört, will die Bettenkapazität des Hotels erweitern. „Wir brauchen mehr Übernachtungskapazität“, sagt Lutz Lange. Vor allem für Reisegruppen, welche die Elbestadt besuchen , aber auch für Konferenzen und ähnliche Veranstaltungen müsse man sich besser aufstellen.

Bewegte Geschichte

Die Ölmühle Wittenberge wurde von dem Berliner Kaufmann Salomon Herz gegründet. 1823 erwarb er das Gelände an der Elbe, um das Werk zu bauen.

Die Rohstoffe Lein, Raps und Rüben kamen aus der Umgebung. Abtransportiert wurde das Öl meist per Schiff.

Herz hatte als Großaktionär der Berlin-Hamburger Bahn maßgeblichen Anteil am Bau der Eisenbahnverbindung Wittenberges.

Die Märkischen Ölwerke wurden nach dem Krieg volkseigener Betrieb und 1991 abgewickelt.

Daher wird mit dem alten Saatenspeicher eines der letzten der noch bestehenden Werksgebäude der Alten Ölmühle in Angriff genommen. „Wir wollen in dem neuen Hotelteil 30 Zimmer mit 60 Betten schaffen“, sagt Lutz Lange. Die Bauarbeiter sind bereits im Gebäude beschäftigt. Zunächst gilt es, die Stützbalken zu erneuern, um dann die Wände für die Zimmer einzuziehen. Viel Zeit bleibt nicht, die ersten Gäste sollen am 17. Juni im Hotel begrüßt werden. Etwa 3,1 Millionen Euro veranschlagt Lutz Lange für die Investition. Neben den Hotelzimmern gehören mehrere Tagungsräume zur Ausstattung. Die Mahlzeiten können die Gäste im Restaurant der Alten Ölmühle einnehmen.

Doch der Speicher soll noch weiter ausgebaut werden. „Im Obergeschoss und auf dem Dach planen wir eine Sauna- und Wellnesslandschaft“, sagt Lutz Lange. Auf dem Dach des Saatenspeichers soll ein Außenschwimmbecken entstehen, von dem aus die Gäste einen atemberaubenden Blick über die Elbtalaue genießen können. 1100 Quadratmeter groß wird die Wellnesslandschaft. Dafür veranschlagt Lutz Lange ein Investitionsvolumen von weiteren 1,3 Millionen Euro. „Teilweise werden wir den Wellnessbereich bereits in diesem Jahr in Betrieb nehmen“, sagt der Unternehmer zuversichtlich.

Lutz Lange (2

Lutz Lange (2. v. l.) stellt der CDU-Arbeitsgruppe Elbe seine Pläne vor.

Quelle: Andreas König

So wird der 1856 erbaute Speicher mit einem völlig neuen Innenleben versehen. Das riesige Backsteingebäude mit seinen markanten halbrunden Fenstern beherbergte einst die Ölsaaten, aus dennen in der Ölmühle vor allem Raps- und Leinöl gepresst wurden. Die Erweiterung nimmt Lutz Lange, der das operative Geschäft weitgehend seiner Frau und seinem Sohn Jan übetragen hat, nach erprobtem Schema vor: Investitionen zuerst in Bereiche, die einen unmittelbaren Rückfluss der Mittel versprechen. Erweiterungen folgen, sobald sie sich finanziell darstellen lassen. So wurde zunächst das Brauhaus und Restaurant Alte Ölmühle geschaffen, später das Hotel.

In der Folge ließ der Unternehmer den ersten der beiden Oktaeder zum Kletterturm umbauen, erweiterte die bereits bestehende Strandbar und ließ bis Mitte vergangenen Jahres den zweiten achteckigen Turm zur Indoor-Tauchanlage umgestalten. Zudem betreibt Lutz Lange in Wittenberge das Restaurant „Zum Fährmann“, das Café Elbterrassen, die Pension am Festspielhaus, das Jugendgästehaus, das Freibad Am Friedensteich, die Prignitzer Badewelt sowie das Bowlingcenter Prignitz. Auf Befürchtungen, er gefährde andere gastronomische Betriebe, reagiert er so: „Die Vielfalt macht’s. Wir brauchen verschiedene Anbieter in Wittenberge.“ Daher wies er Spekulationen zurück, er wolle das geschlossene Restaurant „ Kranhaus“ übernehmen.

Von Andreas König

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