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Olaf Scholz zu Gast in Wittenberge

Besuch wirbt für ganzjährige Schiffbarkeit der Elbe Olaf Scholz zu Gast in Wittenberge

Für eine Schiffbarkeit der Elbe an mindestens 345 Tagen im Jahr setzt sich Olaf Scholz, Erster Bürgermeister Hamburgs, ein. Das machte er am Freitag bei einem Besuch in Wittenberge deutlich. Das Bekenntnis ist wichtig für die Befürworter der Flussschifffahrt im Ringen um ein Gesamtkonzept Elbe. Der Elbeport orientiert sich derweil stärker in Richtung Schiene.

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Auf Elbetour (v. r.): Hubert Finke, Olaf Scholz, Dagmar Ziegler, Torsten Uhe, Oliver Hermann und Edelgard Schimko.

Quelle: Andreas König

Wittenberge. 1,66 Meter beträgt der Wasserstand am Pegel Wittenberge, als Olaf Scholz den Ausflugsdampfer „Herz II“ betritt. 1,66 Meter, das klingt nicht schlecht, fordern doch die Binnenschiffer, Politiker und Vertreter der Wirtschaft entlang des Flusses seit Jahren eine Fahrrinnentiefe von mindestens 1,60 Meter an 345 Tagen im Jahr. Aber Fahrrinnentiefe und Wasserstand sind verschiedene Dinge. Die feinen Unterschiede sind nicht die einzige Untiefe, mit denen sich die Befürworter der Elbeschifffahrt auseinandersetzen müssen. Neben dem langfristigen Rückgang des Wasserstandes zählen in ihren Augen vor allem die Vertreter der Umweltverbände zu den Hemmnissen eine florierenden Schifffahrt.

Olaf Scholz trug sich ins Ehrenbuch der Stadt ein

Olaf Scholz trug sich ins Ehrenbuch der Stadt ein.

Quelle: Andreas König

Der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg setzt auf Diplomatie. „Die Elbe ist ein großartiger Fluss, der Tschechien und Deutschland miteinander verbindet, und von allen Anrainern vielfältig genutzt wird“, sagt der Politiker. Er ist auf Einladung der Prignitzer Bundestagsabgeordneten Dagmar Ziegler in Wittenberge. Sein Besuch soll ein Zeichen setzen in den zähen Verhandlungen um ein „Gesamtkonzept Elbe“. Bis zum Jahresende soll es vorliegen und versuchen, die Interessen möglichst vieler Gruppen zu bedienen. Umweltverbände kritisieren die seit Jahren sinkenden Wasserstände. Die von den Befürwortern geforderte Ertüchtigung von Buhnen und mehr noch deren „Ergänzung“, also Neubau, ist ihnen ein Graus. Die Vertreter der Binnenschifffahrt sehen es hingen bereits als Zeichen von Kompromissbereitschaft, wenn sie auf Schleusen, Staustufen und ähnliches verzichten. Die Republik Tschechien wiederum fordert einen ungehinderten Zugang zum Hafen in Hamburg. Dort gibt es einen exterritorialen Hafen, dessen Existenz im Vertrag von Versailles verbrieft ist. So sichert sich die Binnen-Nation den Anschluss an den Seeverkehr.

Blick ins Tauchbecken in der Alten Ölmühle

Blick ins Tauchbecken in der Alten Ölmühle.

Quelle: Andreas König

Als das Schiff am Elbeport in Wittenberge vorbeifährt, erläutert dessen Geschäftsführer Detlef Benecke, wie sich der Hafen gegen Niedrigwasser wappnen will. „Wir haben einen größeren Auftrag zum Umschlag von Granulat für den Radwegebau“, sagt der Unternehmer. „Aber selbst die 1,66 Meter jetzt reichen noch lange nicht für einen Schiffstransport.“ So muss das Material per Lkw transportiert werden – 100 Fahrzeuge holen das Granulat. Mittlerweile ist einer der großen Gesellschafter des Elbeports, der Hamburger Hafenlogistiker Buss-Group, ausgestiegen. Die Gesellschafteranteile wird die Eisenbahngesellschaft Potsdam übernehmen. „Wir orientieren uns künftig stärker auf den Transport per Eisenbahn“, sagt Detlef Benecke. Das sei der Versuch, zweigleisig zu fahren. Sollte sich die Schiffbarkeit verbessern, werde man sofort zu Transporten auf dem Wasserweg zurückkehren. „Das ist die wirtschaftlichste Variante.“ Derzeit würden 70 bis 80 Prozent der Transporte von Elbeport über die Schiene abgewickelt. Dennoch sei die Gesellschaft der Stadt dankbar, dass diese einen Portalkran gekauft hat. Der kann zwar gegenwärtig nur selten Schiffe be- und entladen, aber er ersetzt teure Radlader. Der Hafen hat inklusive der Nebenanlagen rund 12 Millionen Euro gekostet.

Auch im Inneren des Passagierdampfers wurde über die Beschiffung der Elbe gesprochen

Auch im Inneren des Passagierdampfers wurde über die Beschiffung der Elbe gesprochen.

Quelle: Andreas König

Bis Jahresende soll das Gesamtkonzept Elbe fertig sein. Die Vertreterin eines Umweltverbandes hat die Bemühungen um einen Kompromiss zwischen Umweltschutz und Wirtschaftsinteressen als „Quadratur des Kreises“ bezeichnet.

Von Andreas König

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