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Prignitz Olaf Waterstradt mit viel Gefühl
Lokales Prignitz Olaf Waterstradt mit viel Gefühl
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02:20 05.03.2018
Olaf Waterstradt, Autor aus Putlitz Quelle: Beate Vogel
Putlitz

Gefühle spielen in Olaf Waterstradts Leben eine bedeutende Rolle. Nicht zuletzt deshalb hat der Putlitzer Autor und Redenschreiber sein erstes Buch „Emotionen pur“ genannt. Das kleine Bändchen mit Lyrik und Kurzprosa hat er vor gut 20 Jahren veröffentlicht. Seinem Credo ist der heute 58-Jährige aber immer treu geblieben: der Empathie für den Leser.

„Mit dem Schreiben habe ich schon in der Schule begonnen“, erzählt der gebürtige Anklamer. Eines seiner ersten Werke dürfte ein Gedicht über das schlechte Schulessen gewesen sein. „Das habe ich an die Wandzeitung gehängt – und am nächsten Tag musste mein Vater in der Schule antanzen“, erzählt der Schriftsteller und schmunzelt. Weitere kritische Anmerkungen – etwa über einen ständig betrunkenen Deutschlehrer – kursierten daraufhin nur noch unter den Schülern.

Schon zu Ostzeiten hat er für den Eulenspiegel geschrieben

Für Olaf Waterstradt war das Schreiben schon ganz früh die geeignete Form, über die er Dinge kritisieren und Position beziehen konnte. „Schon zu Ostzeiten habe ich für den Eulenspiegel geschrieben.“ Das bekannteste Satire-Magazin der DDR durfte sich damals mehr erlauben als andere. Seine satirische Ader lebt der Autor bis heute aus, nicht nur in aktuellen Veröffentlichungen im Eulenspiegel und dem gleichnamigen Verlag.

In „Bananen, Banken und Banausen“, nimmt Olaf Waterstradt in 40 Kurzgeschichten die Tücken des Alltags aufs Korn. 30 weitere amüsante Geschichten finden sich in „Auch ein glatter Aal stinkt nach Fisch“. Mit Peter Sodann arbeitete Olaf Waterstradt ebenfalls zusammen.

Bücher, Hörbücher, Chroniken, Festreden

Dem ersten Band folgten mehr als 20 weitere Bücher, Hörbücher, Chroniken und Festreden, die Olaf Waterstradt nicht nur verfasste, sondern auch selbst hielt. „Ich liebe die Schreiberei, das Kreative daran. Die deutsche Sprache bietet so unendlich viele Möglichkeiten, sich zu artikulieren“, sagt der Putlitzer. Dabei arbeiten die Menschen heute sehr nachlässig mit diesem Instrument, bedauert er.

Broschüren, Bücher, Festreden oder Memoiren zu schreiben und zu gestalten ist nicht jedermanns Sache, so der Autor. Darum fertigt der 58-Jährige Manuskripte jeglicher Art, hält Fest- und Feierreden und stellt Bildbände etwa für Unternehmen, Vereine oder Kommunen her. An die 1000 Festreden hat er bisher verfasst.

Ein großer Teil der Arbeit Olaf Waterstradts besteht darin, auf Tuchfühlung mit dem Publikum zu gehen: ob als Festredner oder als Autor. „Die Arbeit mit den Menschen ist für mich etwas Besonderes.“ Bei seinen Lesungen von Binz bis Zwickau nimmt er immer gleich mehrere Bücher mit, um hier und da Passagen vorzutragen. „Da habe ich so eine Geschichte, mit der ich immer anfange“, erzählt der 58-Jährige. Darin kommt ein Sprössling mit dem Doppelnamen „Gordon-Jason“ vor. „Wenn das gesagt ist, weiß ich, wie der Abend wird.“

Olaf Waterstradt kann gut improvisieren

Ein starres Programm hat der Autor nicht: Mitunter muss er schnell umdisponieren, weil die Zuhörer nicht in Schwung kommen. Einmal hatte er eine Selbsthilfegruppe in Templin , die er zum Lachen bringen wollte. „Das war schwierig.“ Kurzerhand schwenkte er von Alltagsgeschichten auf politische Satire um. „Da gingen sie richtig ab.“ Gelesen hat der Autor sogar schon in Sankt Petersburg, zur 300-Jahr-Feier. Höhepunkte waren für ihn auch Buchpremieren auf der Leipziger und Frankfurter Buchmesse.

Trauerreden, wie er sie von 2000 bis 2012 angeboten hat, hält Olaf Waterstradt nicht mehr. Denn solche Reden verfasst der Putlitzer wie seine anderen Arbeiten mit viel Herzblut. Heute sind es vor allem Fest- und Hochzeitsreden. Bei der Vorbereitung kommt dem 58-Jährigen seine Empathie zugute.

Olaf Waterstradt beim Signieren nach einer Lesung in Kyritz. Quelle: privat

In den letzten Jahren hat Water­stradt sich verstärkt dem Verfassen von Chroniken gewidmet. Ganz aktuell schreibt er für Elstal (Havelland). „Dabei muss ich genauso zuhören, um zu ergründen, was der Auftraggeber will.“ Es bedeutet ihm viel, Geschichte festzuhalten und zu bewahren. „Erinnerungen, die nicht irgendwo hinterlegt sind, wie zum Beispiel in Büchern oder auf Speichermedien, werden irgendwann ausgelöscht sein.“ Die Auftraggeber kommen aus einem Umkreis bis zu 150 Kilometern.

Diverse Prignitzer Chroniken verfasst

Auch im Kreis Prignitz hat Waterstradt schon diverse Chroniken und Bildbände verfasst. Die erste war für den Pritzwalker Sportverein 1911. Die jüngste war die zum 95-jährigen Bestehen des Meyenburger Sportvereins Wacker. Eine alte Schulchronik von Mertensdorf hat der Putlitzer Autor aus der Sütterlinschrift übersetzt, die ja heute kaum noch jemand lesen kann.

Bei einer Lesung in Pritzwalk im September vorigen Jahres. Quelle: Bernd Atzenroth

In Jännersdorf (Amt Meyenburg) ist Waterstradt immer wieder gerne. Vor zwei Jahren schrieb er auch hier eine Dorfchronik. Und eine Lesung zum Frauentag ist dort jedes Jahr Pflicht. Diese Woche hat er gleich drei davon – neben Jännersdorf auch in Wittenberge und Heiligengrabe. Das sei schon stressig. Aber er kommt gern. „Wo ich einmal war werde ich meist wieder eingeladen“, sagt Waterstradt.

Mehr unter: https://www.olafwaterstradt.de

Von Beate Vogel

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