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Oldtimer tourten durch die Prignitz

Meyenburg Oldtimer tourten durch die Prignitz

Die 1. Frühlingsrallye des Classic-Rallye-Clubs aus Berlin brachte am Sonntag 66 Old- und Youngtimer nach Meyenburg. Die Fahrerteams absolvierten am Möbelwerk eine Wertungsprüfung und machten im Hotel Germania eine Mittagspause. Die schnittigen Modell aus den Baujahren 1936 bis 1997 lockten mit Chrom und satten Motorenklängen Zuschauer an.

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Sorgte für Aufsehen, selbst unter den vielen Oldies: Der älteste Teilnehmer der Frühlingsrallye war ein Riley 12/4 Special aus dem Jahr 1936.

Quelle: Beate Vogel

Meyenburg. Mit einem satten Röhren rollt der rote Ferrari 328, Baujahr 1986, in die Einfahrt zum Firmenparkplatz des Meyenburger Möbelwerkes. Der rassige Sportwagen mit der Startnummer 21 ist am Sonntag gegen 12 Uhr der erste, der die Wertungsfahrt bei der 1. Frühlingsrallye des Classic-Rallye-Clubs CRC aus Berlin antritt. 66 Teams in Old- und Youngtimern fahren von Berlin aus an zwei Tagen durch Brandenburg bis hinter die Mecklenburgische Landesgrenze und wieder zurück.

Hannelore Wiltschinsky, eine resolute Dame in schwarzer Jacke und Pepitahosen, ist Fahrtleiterin bei dieser Rallye. Sie sitzt auch im Vorstand des CRC. Ständig muss sie ans Telefon, um etwas zu regeln. Nachdem die lockere Kolonne aus 66 Fahrzeugen westlich von Berlin durchs Linumer Bruch, Fehrbellin und Röbel Richtung Linstow tourte, ging es am Sonntag – nach der Übernachtung im Hotel Fleesensee – über Meyenburg, Blumenthal und Kyritz wieder zurück nach Berlin. „Heute sind wir über Krakow und Bad Stuer gekommen“, sagt Hannelore Wiltschinsky. Die Strecke bei den Rallyes führt über Landstraßen. „Kleine, schmale Straßen, die Otto-Normalverbraucher nicht fährt“, sagt die Fahrtleiterin. Autobahnen sind tabu. „Wir suchen die Route nach Schönheit aus.“ Ein halbes Jahr dauert es, eine solche Veranstaltung zu organisieren.

Etwas fürs Auge

Etwas fürs Auge: Ein Mercedes SL 230 aus dem Jahr 1958 pausiert auf dem Germania-Parkplatz.

Quelle: Beate Vogel

An den beiden Tagen absolvieren die Fahrerteams – meist sitzen zwei im Cockpit – laut Hannelore Wiltschinsky 13 Wertungsprüfungen. Wobei die Anfänger nicht mitmachen müssen. „Die meisten sind aber recht erfahren“, so die Rallye-Organisatorin. Aber auch die vielen Neulinge seien recht gut auf der Strecke dabei. Manch ein Zuschauer wundert sich, dass eine ganze Reihe moderner Wagen dabei ist: „Die Baujahre reichen von 1936 bis 1997“, erklärt die Berlinerin, die selbst seit 2002 Rallyes fährt. Während Oldtimer mindestens 30 Jahre auf dem Buckel haben sollten, müssen Youngtimer 20 Jahre alt sein.

Das Alter spielt bei der Wertungsprüfung keine Rolle. Vielmehr ist Geschick gefragt. Ferrari-Fahrer Jörg Seliger lässt lässig den Heckmotor aufheulen – zur Freude der Zuschauer – und absolviert die Strecke punktgenau. Ihm folgt ein rostrotes Audi Coupé aus dem Jahr 1985. Der Fahrer ist wohl ein wenig aufgeregt: Weil er die Kurve nicht kriegt, setzt er mit durchdrehenden Reifen und viel Gas zurück und nimmt das Hindernis erneut. Die Linienführung im Parcours gibt das Road Book vor. Jeder Wagen muss vier Ziele von A bis D anfahren, an denen er per Lichtschranke registriert wird. Insgesamt sollen die Fahrer die Strecke in 58 Sekunden bewältigen – nicht mehr und nicht weniger. Jedes Ziel muss zu einer exakten Zeit angefahren werden. Klingt kompliziert, geht aber ruckzuck. Sogar der Fahrer des lustig lackierten Volkswagen Bulli T1 von 1964 lässt da vor Spaß die Räder auf dem Kies durchdrehen.

Hatte wohl den sattesten Klang

Hatte wohl den sattesten Klang: Der rote Ferrari 328 rollte als erster Wagen auf den Parcours für die Wertungsprüfung.

Quelle: Beate Vogel

Nach dem Parcours machen die Teams Station im Hotel Germania auf dem Meyenburger Wilhelmsplatz. Hier haben sich – ebenso wie am Möbelwerk – allerhand Schaulustige eingefunden. Es wird fotografiert und gefachsimpelt, gern auch an der offenen Motorhaube.

Überschattet wurde die 1. Frühlingsrallye des CRC von einem Unfall, der sich am Samstag auf der L 17 zwischen Flatow und Kuhhorst bei Fehrbellin ereignete. Der 37-jährige Fahrer eines Oldtimer Dodge Charger (Baujahr 1968) fuhr in einer Kurve gegen einen Baum. Der Motor des Oldies fing Feuer, das aber das Fahrerteam löschen konnte. Die Männer kamen verletzt ins Krankenhaus. Der Schaden am Auto wird auf 50 000 Euro geschätzt.

Von Beate Vogel

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