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„Oli radelt“ für Krebskranke

Wittenberge „Oli radelt“ für Krebskranke

Oliver Trelenberg radelt derzeit von Dresden nach Cuxhafen für einen guten Zweck. Der 51-Jährige sammelt auf seiner Tour, die ihn jetzt auch nach Wittenberge führte, Geld für in Armut lebende, krebskranke Erwachsene, um ihnen einen Kurzurlaub zu ermöglichen. Trelenberg hat ein bewegtes Leben hinter sich und weiß genau, für wen er da sammelt.

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Oliver Trelenberg erhält von der stellvertretenden Wittenberger Bürgermeisterin Waltraud Neumann einen Scheck über 50 Euro.

Quelle: Andreas König

Wittenberge. Geradezu geröstet von der Sonne steht er da am Fuß der Wittenberger Rathaustreppe, ein Mann mit seinem Fahrrad, ein Mann mit einer Mission. Oliver Trelenberg, Frührentner aus Hagen im Sauerland, fährt mit dem Fahrrad durch Deutschland, um Spenden für den Verein „Engel mit Herz“ zu sammeln. Der hat es sich zum Ziel gesetzt, Menschen, die wegen einer Krebserkrankung in Armut geraten sind, einen Urlaub zu ermöglichen. „Das können sich nämlich viele, die in dieser Situation sind, nicht leisten“, sagt Oliver Trelenberg. In diesem Jahr ist er von Dresden nach Cuxhaven auf dem Elberadweg unterwegs, um dann über den Weser-Radweg in seine westfälische Heimat zurückzukehren.

Er ist dabei ganz allein mit seinem Rad. „Sehr schnell kann ich nicht fahren, aber in diesem Jahr werden es wohl 1600 Kilometer“, sagt Oliver Trelenberg. Der 51-Jährige hat ein wahrhaft bewegtes Leben hinter sich, mit mehr Tiefen als Höhen. Schwierige Kindheit, Erfahrungen mit Haftstrafen, Alkoholismus, ein schwerer Arbeitsunfall, Auseinanderbrechen der Ehe, mehrere, schwere körperliche und seelische Erkrankungen.

„Oli radelt“ für den Verein „Engel mit Herz“

2009 beginnt Oliver Trelenberg regelmäßig Rad zu fahren. „Ich bemerke die positiven Auswirkungen auf meine körperliche und psychische Verfassung“ notiert er dazu in einer Kurzbiografie namens „Mein Weg“, die auf dem Flyer zu seiner „4-Flüsse-Radtour“ nachzulesen ist. 2013 dann eine weitere Hiobsbotschaft „Diagnose Kehlkopfkrebs“ sag Oliver Trelenberg. Nach mehreren Operationen ist er 2014 so weit genesen, dass er vorsichtig wieder aufs Rad steigt. Sein selbst gestecktes Ziel von 4000 Kilometern überbietet er und erreicht schließlich 5460 Kilometer. Ein Jahr später beginnt er mit dem Spendenradeln, zunächst zugunsten des Kinderhospizvereins. Im vergangenen Jahr heißt es dann erstmals: „Oli radelt“ zugunsten des Vereins „Engel mit Herz“.

„Ich erlebe am eigene Leib wie wenig Menschen nach einer Krebserkrankung zum Leben bleibt“, sagt Oliver Trelenberg. Häufig verlieren Betroffene wegen der langen Erkrankung ihren Arbeitsplatz und auch die Kosten der Behandlung lassen sie verarmen. „Experten schätzen, dass bei rund 30 Prozent der Krebserkrankten – je nach Alstersklasse – Armut infolge der Krebserkrankung auftritt“, sagt Oliver Trelenberg.“ Für Urlaub bleibt da kein Geld“, lautet die bittere Erkenntnis. Einen kleinen Hoffnungsschimmer will der Verein Engel mit Herz“ geben, der gegenwärtig in Ostfriesland krebskranken, verarmten Menschen die Möglichkeit bietet, Urlaub zu machen.

11 423 Euro im vergangenen Jahr gesammelt

An manchen Orten hält Oliver Trelenberg Vorträge, immer aber bittet er um Spenden für den guten Zweck. „Bargeld nehme ich aus Prinzip nicht an“, sagt er resolut. „Das hat immer einen komischen Beigeschmack, wenn die Leute wissen, dass ich selber von nur 800 Euro im Monat lebe. Ich bin für größtmögliche Transparenz. Im vergangenen Jahr kamen immerhin 11 423 Euro zusammen, mit deren Hilfe einigen Krebspatienten eine einwöchige „Auszeit für die Seele“ ermöglicht wurde, wie es der Spendenradler nennt.

In Wittenberge überreicht ihm die stellvertretende Bürgermeisterin Waltraud Neumann einen Scheck über 50 Euro. Oliver Trelenberg bedankt sich, schwingt sich aufs Rad und fährt zu seiner Unterkunft. Am nächsten Tag heißt es wieder „Oli radelt“.

Von Andreas König

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