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Online-Aktivisten gewähren Blick hinter die Kulissen

Perleberg Online-Aktivisten gewähren Blick hinter die Kulissen

Die Linke lud am Mittwochabend zu einer Filmvorführung und einer Diskussionsrunde zum Thema „Wikileaks“. Mit Vor Ort waren Daniel Domscheit-Berg als damaliger Sprecher der Enthüllungsplattform und seine heutige Frau Anke Domscheit-Berg. Gezeigt wurde der Hollywood-Film „Inside Wikileaks – Die fünfte Gewalt“. Das Buch von Daniel Domscheit-Berg diente dafür als Vorlage.

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Hanno Harnisch (l.) führte die Diskussionsrunde zum Thema „Wikileaks“ mit Anke und Daniel Domscheit-Berg.

Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Perleberg. Wikileaks schrieb Weltgeschichte. Vor etwa zehn Jahren liefen die Enthüllungen der Website in den weltweiten Nachrichtennetzwerken hoch und runter. Daniel Domscheit-Berg, auch bekannt unter seinem Pseudonym Daniel Schmitt, ist ein ehemaliger Sprecher der Enthüllungsplattform, der mit Julian Assange Wikileaks aufbaute. Zusammen mit seiner heutigen Frau Anke Domscheit-Berg half der Transparentaktivist ganz nach seinem Gewissen, wie er sagt, unter abenteuerlichen Umständen bei der Veröffentlichung von Leaks zu Kriegsverbrechen, Korruption und Umweltgiften. „Der Journalismus ist sehr traditionsreich, wenig flexibel und man eistet Schwerstarbeit“, sagte Daniel Domscheit-Berg bei einer Veranstaltung der Partei „Die Linke“ am Mittwochabend in Perleberg. Das Ziel von Wikileaks sei es aber gewesen schneller Informationen zu verbreiten und allen die Rechte daran zu geben.

Film über Wikileaks und Daniel Berg

Nach seinem Ausstieg schrieb Domscheit-Berg über seine Erfahrungen ein Buch, dessen Inhalt Ausgangsstoff für einen Hollywoodfilm mit Starbesetzung wurde. „Inside Wikileaks – Die fünfte Gewalt“ ist der Titel des im Jahr 2013 erschienen Films mit Benedict Cumberbatch und Daniel Brühl in den Hauptrollen. Der Film thematisiert die Geschichte der Plattform Wikileaks von den ersten Enthüllungen bis hin zur Abschaltung der Wikileaks-Server im Jahr 2010 aufgrund der Veröffentlichung geheimer US-Militärdokumente. „Wir waren keine Whistleblower. Wir waren Journalisten“, stellte Daniel Domscheit-Berg klar. Sie zeigten aus ihrer Sicht Zivilcourage, schauten nicht weg und kämpften gegen Missstände. Hätten sich Assange und Berg weiterhin vertraut, wäre vieles anderes gekommen. „Ich habe mich nicht entzogen. Ich habe alles richtig gemacht“, so Daniel Domscheit-Berg, der zusammen mit seiner Frau Anke zur Vorführung des Kinofilms „Inside Wikileaks – Die fünfte Gewalt“ in die Aula des Perleberger Gottfried-Arnold-Gymnasiums gekommen war.

Bundestagsfraktion beschäftigte sich mit Thema

„Ich finde, dass Wikileaks ein sehr interessantes und spannendes Thema ist“, sagte die Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann, die zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Thomas Domres die Gastgeberin war. „Der Film basiert auf einer sehr hohen Brisanz. Auch die Bundestagsfraktion hat sich schon mit dem Thema „Whistleblower“ beschäftigt.“ Im Anschluss standen Anke und Daniel Domscheit-Berg allen Interessierten Besuchern Rede und Antwort. Durch die Diskussion führte Hanno Harnisch, stellvertretende Pressesprecher der Linken-Bundestagsfraktion. Aus erster Hand erfuhren die Zuschauer, wie nah der Film an den wahren Begebenheiten angelehnt ist und bekamen die Möglichkeit, mit den beiden realen Akteuren über das Spannungsfeld von Geheimnissen und der Transparenz in einer Demokratie zu diskutieren.

Anke Domscheit-Berg wechsel zu Die Linke

„Es war extrem seltsam. Alicia Vicander, die mich im Film spielte, ist 20 Jahre jünger als ich“, sagte Anke Domscheit-Berg über den Film. Die Aktivistin ist neben ihrer Arbeit als Unternehmens- und Karriereberaterin auch als Politikerin tätig. Nach Engagements in den Parteien Bündnis 90/Die Grünen und den Piraten geht sie nun bei der nächsten Bundestagswahl für Die Linke ins Rennen. Bei den Piraten war sie in verschiedenen Positionen tätig, bei den Grünen nur zahlendes Mitglied, wie sie selbst sagte. Von 2010 bis 2015 ruhte die Enthüllungswebsite. Seitdem können Dokumente wieder online hochgeladen werden. Auch heute publiziert Daniel Domscheit-Berg noch ihm wichtige Themen. Doch vorwiegend ist er journalistisch für regionale Zeitungen aktiv.

Von Marcus J. Pfeiffer

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