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Ortsvorsteher legt alle Ämter nieder

Lindenberg Ortsvorsteher legt alle Ämter nieder

Neun Jahre lang hat Rainer Knurbien als Ortsvorsteher die Geschicke seines Heimatdorfes geführt. Jetzt hört er auf und gibt auch sein Mandat für die Gemeindevertretung zurück. Er nennt familiäre Gründe für diesen Schritt.

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Rainer Knurbien (r.), Ortsvorsteher von Lindenberg, legt seine Ämter aus familiären Gründen nieder. Sein Enkel Nils Böttcher tritt in die Fußstapfen seines Großvaters Rainer Knurbien, fährt die Feldbahn und führt Gäste durch das Kleinbahnmuseum des „Pollo“.

Quelle: Andreas König

Lindenberg. Abschied nehmen als Ortsbürgermeister von Lindenberg wollte Rainer Knurbien eigentlich erst im nächsten Jahr. Dann hätte er die zehn Jahre voll gehabt und vielleicht noch die eine oder andere Entwicklung für „sein“ Dorf anschieben können. Aber das klappt nicht. „Familiäre Gründe lassen es nicht mehr zu, dass ich mich in dem nötigen Umfang um das Amt kümmern kann“, sagt der 70-Jährige.

Mit Bärbel Beer, die bereits in der Gemeindevertretung von Groß Pankow die Interessen der Lindenberger vertritt, und wie Rainer Knurbien dem Lindenberger Bürgerbündnis angehört, hat er „eine würdige Nachfolgerin“ gefunden, wie er sagt. Mit Wirkung zum 1. September hat Rainer Knurbien alle Ämter niedergelegt, sowohl sein Mandat in der Gemeindevertretung als auch das Amt des Ortsvorstehers und die Mitgliedschaft im Ortsbeirat.

Touristisches Kleinod

Alles in allem blickt Rainer Knurbien auf neun erfolgreiche Jahre zurück. „Auf der Habenseite steht doch einiges“, sagt er. Da wäre in erster Linie der Verein Prignitzer Kleinbahnmuseum Lindenberg. „Da haben wir sicherlich ein touristisches Kleinod, das seinesgleichen sucht“, sagt der ehemalige Ortsvorsteher stolz. „Welches Dorf hat denn beispielsweise einen Spielplatz, um den herum man mit einer Feldbahn fahren kann? Vom Museum mit seinen vielen sehenswerten Exponaten ganz zu schweigen. Auch die Lindenberger Kirche hat sich immer mehr zu einem kulturellen Zentrum im Dorf entwickelt. Die Sommerkonzerte beispielsweise sind zu einer Institution geworden und der Kirchbauverein kümmert sich geradezu aufopferungsvoll darum, dass die Sanierung des Gotteshauses vorankommt. „Die Feuerwehr hat seit der 100-Jahr-Feier im Jahr 2012 einen richtigen Schritt nach vorn gemacht und ist jetzt wieder eine schlagkräftige Truppe und Anlaufpunkt für viele Freiwillige im Dorf“, sagt Rainer Knurbien. Überhaupt habe sich die Dorfgemeinschaft nach und nach wieder gefestigt.

Lernort für Unterrichtsverweigerer

„Einer der Höhepunkte der vergangenen Jahre war sicher die 625-Jahr-Feier Lindenbergs im Jahr 2009“, findet der ehemalige Ortsvorsteher. Der Festumzug und die vielen weiteren Aktivitäten hätten gezeigt, welche Vielfalt das kleine Dorf mit seinen rund 25o Einwohnern aufweist. „Auch die neue Nutzung für unsere Schule war ein echter Glücksgriff“, freut sich Rainer Knurbien, der früher dort Schulleiter war. Dank der Verwendung durch den Verein Pro Connections“ als Lernort für Unterrichtsverweigerer wird die Schule weiter sinnvoll genutzt. „In der Folge konnte auch die Turnhalle hergerichtet werden“, freut sich Rainer Knurbien.

Selbst die Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ in den Jahren 2014 und 2015 hat Lindenberg vorangebracht, „auch wenn wir letztlich nicht unter den Siegern waren, alle haben mitgemacht, und das zählt“, sagt Rainer Knurbien. Natürlich war auch nicht alles eitel Sonnenschein. „Die Schließung des Konsums war schon ein harter Schlag“, schätzt Rainer Knurbien ein. Und an den Folgen der Entscheidung der Sparkasse, die Filiale Lindenberg zu schließen, hätten die Einwohner noch heute schwer zu tragen. „Man merkt das schon recht deutlich, wie schwer es vor allem älteren Bürgern fällt, Geld in Pritz­walk zu holen.“ Doch trotz Demonstrationen, Gesprächen mit den Verantwortlichen und allen möglichen Aktionen sei es nicht gelungen, eine bessere Entscheidung für Lindenberg zu erzielen.

Traum vom Geschäft im Gemeinschaftshaus

Gleiches gilt für die Versorgung. Zwar halten einige Verkaufswagen im Ort, aber ein Ersatz für den stationären Einzelhandel ist das nicht. Seinen Traum von einem Geschäft, in einer Art Dorfgemeinschaftshaus, das von lokalen Akteuren getragen wird, hat Rainer Knurbien nicht aufgegeben. „Da soll eine Machbarkeitsstudie erstellt werden“, berichtet er. Er wünscht sich, dass sein Lindenberg eine solche Einrichtung bekommt, beeinflussen kann er den Prozess nicht mehr.

„Worüber ich mich gefreut habe, ist der Ausbau der Kreisstraße zwischen Seefeld und Tüchen“, sagt Rainer Knurbien. „Zwar bleibt die Gemeinde auf den Unterhaltungskosten sitzen, aber wenn wir da nicht zugegriffen hätten, wäre wohl nie mehr etwas passiert.“

Von Andreas König

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