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Paddeln mit „Eisvogel-Garantie“

Seit Dienstag sind Kanufahrten auf der Stepenitz zwischen Wolfshagen und Elbe erlaubt Paddeln mit „Eisvogel-Garantie“

Jährlich gehen rund 600 Wassersportfreunde auf der Stepenitz dem Paddelvergnügen nach. Seit Dienstag dürften sie wieder zum Ausflug auf dem saubersten Fluss Brandenburgs starten. Denn nicht zu jeder Zeit und überall ist die Paddelei auf dem 84 Kilometer langen Fließ erlaubt.

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Wolfshagen . Erst ab dem 16. Juni jeden Jahres und nur bis zum 31. Oktober dürfen Boote mit je maximal vier Personen im Naturschutzgebiet zwischen Wolfshagen (Gemeinde Groß Pankow/Prignitz) und der Neuen Mühle ins Wasser. Zu anderen Zeiten würden sie Fische beim Laichen oder Ufervögel beim Brüten stören. Befahren werden darf das Fließgewässer in diesem Abschnitt nur flussabwärts. Zu beachten ist dabei, dass der Wasserstand am Pegel Wolfshagen mindestens 50 Zentimeter beträgt. Abgefragt werden kann die aktuelle Pegelhöhe bei der automatischen Messwertansage telefonisch unter 038789/60534. Von der Quelle bis Wolfshagen sind Bootstouren generell verboten. Ab Neue Mühle bis zur Elbe gibt es keine Beschränkungen.

Der Tourismusverband Prignitz empfiehlt die 19 Kilometer lange romantische Tagestour von Wolfshagen über Seddin, Kreuzburg, Klein Linde, Lübzow und Neue Mühle bis nach Perleberg. Sie führt durch Buchen- und Eichenwälder, unberührte Wiesen und bewirtschaftete Weideflächen. Viele seltene Tier- und Pflanzenarten sind dort beheimatet. Da die Stepenitz eine langsame Strömung hat, kann man Flora und Fauna bei ruhiger Fahrt auf dem Fluss gut beobachten. Es gibt viele ausgewiesene Rastplätze. Das An- und Ablegen ist nur dort erwünscht.

Wer sich unterwegs nicht selbst verpflegen möchte, dem ist ein Abstecher zur Ausflugsgaststätte Neue Mühle zu empfehlen. Dort muss das Boot wegen des Hochwasserrückhaltebeckens und der Wehre ohnehin eine kurze Strecke über Land umgesetzt werden. Am Rastplatz gegenüber der Gaststätte gibt es eine Flussbadestelle.

Organisierte Touren für Individualisten, Familien, Vereine und Schulklassen bietet der Freizeitpark Wittenberge in Kooperation mit dem Tourismusverband Prignitz an. Gestartet wird meist an der Stepenitzbrücke in Wolfshagen. Mit Mittagsimbiss und Kaffeepause auf Uferrastplätzen sind die Kanuten von Wolfshagen bis nach Perleberg etwa acht Stunden unterwegs. Wer nicht solange paddeln möchte, kann auch erst in Klein Linde ins Boot steigen. Dann braucht man nur drei bis vier Stunden bis Perleberg. Ein Transfer zum oder zurück zum Startplatz ist nach Absprache möglich.

Für Organisator Frank Möller ist eine Kanutour mit bis zu 20, maximal 30 Teilnehmern optimal. Die acht Boote, die auf einen der Trailer passen, bieten Platz für 32 Personen. Insgesamt kann der Freizeitpark Wittenberge 25 Kanus einsetzen.

Der 8000 Quadratmeter große Rastplatz in Klein Linde ist erst vor zwei Jahren vom Freizeitpark Wittenberge eingerichtet worden und dient bei den Tagestouren als Hauptversorgungspunkt. Die Kanuten können auf dem idyllischen Fleckchen gemeinsam grillen und Volleyball spielen. Sie finden schattige Plätzchen auf Sitzbänken unter alten Laubbäumen. Damit das Ufer nicht beschädigt wird, ist der An- und Ablegeplatz vor kurzem befestigt worden. Auf der Wiese davor können Wasserwandergruppen zelten und sich vom Haus des Deutschen Ordens in Klein Linde beköstigen lassen. Nutzbar sind auch die Sanitäreinrichtungen dieses Hauses.

Sehenswert oberhalb des Rastplatzes in Klein Linde ist die 1736 erbaute Kapelle. Sie war jahrzehntelang dem Verfall preisgegeben. Der Wittenberger Unternehmer und Freizeitpark-Geschäftsführer Lutz Lange lässt die in der Prignitz einzige noch bestehende Barockkirche seit dem vorigen Herbst sanieren. Die Außenhülle ist bereits in alter Schönheit zu bewundern. Im Inneren des denkmalgeschützten Gebäudes sollen Ferienwohnungen entstehen.

Bereits vor dem Start in Wolfshagen kann auf Wunsch das dortige Schloss-Museum besucht werden. Interessantes, insbesondere über die vielfältige Vogelwelt, berichtet Organisator Frank Möller den Tourteilnehmern unterwegs. „Es soll nicht nur der Paddelspaß auf dem Wasser sein, wir wollen den Gästen, vor allem den Schülern, unsere schöne schützenswerte Natur nahe bringen“, sagt er. Bei Kreuzburg könne man oft den Fischadler sehen, irgendwo unterwegs fast garantiert den Eisvogel. Biber versuchen zuweilen, die Kanuten mit Gezeter aus ihrem Revier zu vertreiben.

Hechte, Forellen und Muscheln bevölkern den Fluss. „Um die zu beobachten, müsste man aber im ruhigen Wasser ausharren und am besten den Kopf unter Wasser haben“, meint Frank Möller schmunzelnd.

Von Ulrich Fischer

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