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Prignitz Parallelverkehr in Pritzwalk
Lokales Prignitz Parallelverkehr in Pritzwalk
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00:17 25.06.2016
Der Triebwagen vom Typ LVT der Hanseatischen Eisenbahngesellschaft ist aus Meyenburg kommend gerade in der Endstation Pritzwalk angekommen. Quelle: Christian Schmettow
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Pritzwalk

Viel wird in diesen Tagen über den neuen Busfahrplan des Landkreises Prignitz geschimpft. Doch es gibt auch Verbesserungen, wie Andreas Much, Sachbereichsleiter unter anderem für den Öffentlichen Personennahverkehr, versichert.

Vor allem in der jüngsten Pritzwalker Stadtverordnetenversammlung waren Befürchtungen laut geworden, der Landkreis könnte ein Interesse haben, die Bahnverbindung Pritzwalk-Meyenburg einzustellen. Genährt werden diese Spekulationen von der Prämisse des Landkreises, sogenannten Parallelverkehr abzubauen. Bisher fährt zwischen Pritz­walk und Meyenburg der Zug der Hanseatischen Eisenbahn, mit dem man auch Falkenhagen erreicht. Künftig, das heißt mit dem Fahrplanwechsel ab dem 1. August, verkehren Busse zwischen Pritwzalk und Falkenhagen im Stundentakt. „Wenn es doch das Ziel ist, Parallelverkehr abzubauen, was wird dann aus der Bahnlinie?“, fragte Klaus-Peter Garlin (CDU), der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Pritzwalk.

Das Pikante daran: Die Finanzierung der Bahnlinie teilen sich das Land Brandenburg und die beiden Kreise Prignitz sowie Ostprignitz-Ruppin, da die Verbindung bis Meyenburg (RB74) die Verbindung Pritz­walk–Kyritz-Neustadt (RB73) ergänzt. Angesichts des Misstrauens, das man in Pritzwalk den kreislichen Entscheidungen zu den eigenen Entwicklungszielen im Allgemeinen und Falkenhagen mit dem vor sich hin dümpelnden Gewerbepark Prignitz im Besondere entgegenbringt, schossen Vermutungen ins Kraut. Erst sind die Bebauungspläne nicht rechtmäßig, dann wird auch noch die Anbindung verschlechtert und schließlich Falkenhagen vielleicht völlig fallengelassen, hieß es hinter vorgehaltener Hand.

Doch solche Bedenken kann Andreas Much – zumindest was sein Sachgebiet, den Verkehr angeht zerstreuen. „Pritzwalk Meyenburg gehört zu den Hauptachsen in unserem Nahverkehrskonzept und das sieht vor, werktags zwischen 5 und 19 Uhr Busverkehr im Stundentakt anzubieten“, sagt Andreas Much. Am Wochenende gilt zwischen 8 und 18 Uhr ein Zwei-Stunden-Takt. Das Kriterium Parallelverkehr greife in diesem Fall nicht, da es sich auf zur gleichen Zeit in dieselbe Richtung fahrende Verkehrsträger bezieht, Würden also ein Bus und ein Zug zeitgleich in Richtung Falkenhagen oder Meyenburg beziehungsweise umgekehrt bewegen, würde das als Parallelverkehr gelten. „Doch das trifft nicht zu“, versichert der Sachbereichsleiter. Die Finanzierung der Bahnlinie ist ebenfalls gesichert – wenn auch auf zwei Jahre befristet. „Innerhalb dieser Frist kann also keine Rede davon sein, dass die Linie eingestellt wird“, sagt Andreas Much. Was danach geschieht, darüber könne man keine seriösen Aussagen treffen. Immer wieder heißt es, das Land Brandenburg würde seine Regionalisierungsmittel nur noch für fahrgaststarke Strecken aufwenden. Immer wieder im Gespräch ist eine Zahl von 1000 Fahrgästen pro Linie und Tag. Für die allermeisten Verbindungen in der Prignitz und in Ostprignitz-Ruppin sind das utopische Zahlen. Lediglich der Regionalexpress Wismar–Wittenberge–Berlin 2 erreicht solche Zahlen.

Doch Totgesagte leben zwar länger aber auch nicht ewig. Die Bahnlinie Pritzwalk-Putlitz beispielsweise sollte schon dreimal eingestellt werden. Diesmal ist das Ende besiegelt. Die Verbindung wird ab dem 1. August „für den Personennahaverkehr geschlossen“ wie es Amtsdeutsch heißt. Immerhin schafft das Nahverkehrskonzept einen gewissen Ersatz. Die Verbindung Pritzwalk–Putlitz–Karstädt wird zur Regionalachse für Busse.

Von Andreas König

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