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Perle mit viel Platz und jeder Menge Charme

Wittenberge Perle mit viel Platz und jeder Menge Charme

Diese Chance ließen sich viele Wittenberger nicht entgehen. Die Türen des historischen Bahnhofs am Salomon-Herz-Platz waren am Sonntag geöffnet und im Inneren war das Nutzungskonzept für die Immobilie zu sehen, dass in den nächsten Jahren umgesetzt werden soll. Die Ideen des Berliner Büros „Agentur Bahnstadt“ haben Charme.

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Viele Besucher zog es am Sonntag in die zum Teil ungenutzten Räume. Hier gab es viel Interessantes zu den Zukunftsplänen zu sehen.

Quelle: Jens Wegner

Wittenberger. Großer Andrang von Interessenten herrschte am Sonntag, als das historische Bahnhofsgebäude am Salomon-Herz-Platz kurzzeitig für Besucher geöffnet wurde. In einer Ausstellung war auf etlichen Tafeln die Geschichte des Wittenberger Bahnhofs dargestellt. Ebenfalls vorgestellt wurde ein Konzept zur Nutzung des Gebäudes, dass vom Berliner Büro „Agentur Bahnstadt” erstellt wurde. Die Planer sind auf die Gestaltung von Bahnhöfen spezialisiert.

Zunächst ging es um eine Bestandsaufnahme, in der festgestellt wurde, dass die Größe des Wittenberger Empfangsgebäudes zweifelsfrei das imposanteste Bahnhofsgebäude zwischen Berlin und Hamburg sei. Zu den seit Jahren leerstehenden Gebäudeteilen gehören imposante Wartehallen. Besonders der ehemalige Wartesaal der ersten und zweiten Klasse sei an repräsentativer Wirkung kaum zu überbieten. Eine mögliche künftige Nutzung ist in drei große Hauptbereiche unterteilt: Fahrgastservice, Job-Center und Stadtbibliothek als selbstständige Einheiten. 700 Quadratmeter der über 3000 Quadratmeter Gesamtfläche nutzt die Bahn.

Kein kleiner Provinzbahnhof

Laut Planungskonzept soll die Bibliothek in die ehemalige Mitropa-Halle einziehen und sich über zwei Etagen erstrecken. Über der Bibliothek befinden sich die Räume des Technologie- und Gewerbezentrums Prignitz (TGZ) und Mietbüros mit temporär anzumietenden Konferenzräumen. Das Job-Center im südlichen Gebäudeteil erstreckt sich über drei Etagen. Neben der Hauptnutzung sind Bereiche für den Fahrkartenverkauf, ein Backshop und ähnliche kleine Geschäfte sowie eine Toilette vorgesehen. „Dass der Bahnhof etwa in der Mitte zwischen Berlin und Hamburg liegt ist ein Segen. Und es ist kein kleiner Provinzbahnhof”, betonte Diplom Ingenieur Architekt Roland Neumann, Inhaber und Geschäftsführer der Agentur Bahnstadt.

Die Wittenberger Wohnungsgesellschaft (WGW) soll das Gebäude kaufen. Dazu befinde man sich in Verhandlungen mit der Bahn, wie es hieß. „Das alte Gebäude befindet sich in einem recht guten Zustand, dennoch gibt es Handlungsbedarf was den baulichen Zustand betrifft”, sagte WGW-Geschäftsführer Torsten Diehn und nannte als Beispiel Risse im Mitropa-Saal. Ebenso müsste die technische Ausstattung überholt und die Sicherheit zu der auch der Brandschutz gehöre, auf den Stand der heutigen Bestimmungen gebracht werden.

Baubeginn im kommenden Jahr

„Wir sind mit den künftigen Nutzern im Gespräch. In diesem Jahr wollen wir das Nutzungskonzept abschließen. Dann kümmern wir uns um die Finanzierung. Dazu gehört, dass wir gucken, welche Fördertöpfe wir dazu nutzen können”, sagte Wittenberges Bauamtsleiter Martin Hahn. Baubeginn, so schätzte er, werde nicht von dem Jahr 2019 sein. Für Besucher bestand die Möglichkeit, in Führungen mit einem Bahn-Mitarbeiter die derzeit nicht genutzten Räumlichkeiten zu besichtigen. Das Interesse daran war so groß, dass sich am Eingang eine lange Schlange von Wartenden bildete.

Von Jens Wegner

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