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Prignitz Perleberg: Diskussion um DDR-Geschichte
Lokales Prignitz Perleberg: Diskussion um DDR-Geschichte
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00:18 19.06.2016
Zu Beginn des Diskussionsabends überreichte Ulrike Poppe einem Schirm mit der Aufschrift „Revolution, Mauerfall“ an Gastgeber Hans-Peter Freimark, in der Mitte Mitdiskutant Ulrich Preuß. Quelle: Foto: Michael Beeskow
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Perleberg

„Das Schlimme muss raus, damit es weitergehen kann.“ Mit dieser anschaulichen Formel brachte Ulrich Preuß am Mittwochabend seine Überzeugung auf den Punkt. Sozusagen auf dem Diskussionstisch lag das druckfrische Buch von Sebastian Stude und Andreas Stirn mit dem Titel „Und wir haben ja auch diesen Staat überdauert ...“. Es geht darin um die evangelische Kirche in der Prignitz zwischen 1971 und 1989/90. Der Pfarrer im Ruhestand aus Falkenhagen hatte den Anstoß für die Veröffentlichung gegeben, nachdem 2012 Sebastian Stude die IM-Tätigkeit mehrerer Prignitzer aufgedeckt hatte, die inzwischen einflussreiche Positionen einnahmen: Fred Fischer als Bürgermeister in Perleberg oder Rainer Greve als Awo-Geschäftsführer. Gerade das, was seinen in der Kirche aktiven Posaunenfreund Rainer Greve betraf, hatte ihn in seiner Ansicht bestärkt. „Eine wirkliche Aufarbeitung in der Kirche hat es nicht gegeben.“

Hans-Peter Freimark, der zu den widerständischsten Pfarrern im Bereich des heutigen Brandenburg gehörte, wollte, wie er in der Diskussionsrunde sagte, noch einen Schritt weitergehen. Er forderte die Kirchenleitung zu einem Schuldeingeständnis auf, ähnlich dem Stuttgarter Schuldbekenntnis nach dem 2. Weltkrieg, was jedoch wenig Anklang fand.

Ulrike Poppe, Landesbeauftragte für die Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur, moderierte den Themenabend des DDR-Geschichtsmuseums, der erstmals im Entstehen begriffenen Dokumentationszentrum Perleberg stattfand. Sie befragte beide nach ihrer Arbeit als Pfarrer – Ulrich Preuß in Falkenhagen, Hans-Peter Freimark in Köritz (Neustadt/Dosse) – die auch in dem Buch aufgezeichnet ist. Ein heikles Thema für den Friedensstaat DDR waren kirchliche Friedensaktionen. Wie Ulrich Preuß berichtete, zwang die Polizei Mitglieder der Jungen Gemeinde Aufnäher „Schwerter zu Pflugscharen“ von ihren Jacken zu entfernen. Die Brisanz, die damals darin steckte, ist der heutigen Jugend kaum noch zu vermitteln, meinte er. Hans-Peter Freimark und seine Frau Gisela gingen mit ihren Aktionen direkt in die Öffentlichkeit. Am Kirchturm wehte ein riesiges Tuch mit dem selbst gemalten Symbol Schwerter zu Pflugscharen. In Festumzügen gingen sie als Christen mit. An Einschüchterungsversuchen durch die Staatsmacht bis hin zu anonymen Morddrohungen fehlte es nicht. „Ja, wir hatten Angst“, bekannte Hans-Peter Freimark. „Aber wir konnten nicht anders. Wir mussten das tun.“ Nicht einer, von all jenen, die die Pfarrerfamilie bespitzelte, ihre Knüppel zwischen die Beine warf, hat sich entschuldigt oder das Gespräch mit ihnen gesucht. „Bis heute nicht“, so Hans-Peter Freimark. Schwer war auch, wie Gisela Freimark anmerkte, dass selbst im Kirchenkreis Druck auf sie ausgeübt wurde.

Sebastian Stude versteht sein Buch nicht als Abrechnung. Auch wenn einige Dinge schwer zu verdauen seien, stehe nicht die Repression im Vordergrund. „Chronologisch wird das Konfliktgeschehen in jenen Jahren erzählt“, sagte er. So gehe es auch um die Entstehung des Neuen Forums. Die Kirche habe in der DDR viel erreicht und das werde deutlich. Es gab erstaunliche Aktionen. In Pritzwalk ging die Junge Gemeinde zum Beispiel mit bunten Luftballons zu einer Aktion auf die Straße.

Von Michael Beeskow

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