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Perleberg: Problem mit Flüchtlingskindern

Kitas und Schulen stoßen an ihre Grenzen Perleberg: Problem mit Flüchtlingskindern

Die Stadt Perleberg hat 416 Flüchtlinge und Asylbewerber aufgenommen, davon sind 127 Kinder. Kitas und Schulen können inzwischen keine Kinder mehr aufnehmen. Die Kapazitäten an Räumen und Lehrern sind inzwischen erschöpft.

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Auch die Awo-Kita hat Flüchtlingskinder aufgenommen, wie Leiterin Alexandra Seidel (r.) berichtete.

Quelle: Michael Beeskow

Perleberg. Bei der Aufnahme von Flüchtlingskindern in Kitas und Schulen stößt Perleberg an seine Grenzen. „Da passt nichts mehr rein“, erklärte Gabriele Gohlke, Leiterin der Grundschule Geschwister Scholl am Dienstagabend im Schul- und Kulturausschuss. Ähnlich äußerte sich Heike Rudolph, Leiterin der Rolandschule: „Wir haben unsere Kapazitäten ausgeschöpft.“ Auch die Kitas können keine weiteren Kinder aufnehmen. Aktuell leben 127 Flüchtlingskinder in der Rolandstadt.

Wie Gabriele Gohlke berichtete, hat die Schollschule 30 Flüchtlingskinder aufgenommen. Es gebe jetzt aber in allen Altersstufen volle Klassen mit 28 Schülern. „Aber alle geben sich viel Mühe, Lehrer wie auch die Kinder.“ In der Schule werde eine Willkommenskultur gelebt. Die Flüchtlingskinder, die von der Schule aufgenommen wurden, fühlen sich hier auch wohl. „Es fällt nicht leicht, Eltern wieder wegschicken zu müssen“, sagte Gabriele Gohlke. Es gibt Kinder, die hätten in Aleppo die Europaschule besucht, sie seien intelligent und würden englisch sprechen. Doch weitere Kinder könne die Schule einfach nicht aufnehmen. Es gebe Eltern, die zweimal in der Woche in der Schule vorsprechen und das Haus weinend wieder verlassen müssen. „Es tut weh, Eltern wieder wegschicken zu müssen.“

Von den Flüchtlingskindern berichtete sie, dass es auch hier wie sonst auch Unterschiede gibt, eben auch Kinder mit einer Lernschwäche. Sie sehe aber ebenso das Leuchten in den Augen und den Willen, etwas zu lernen. „Aber es scheitert auch an den Fachbüchern.“ Ein Buch kostet immerhin 25 Euro. Die Schule könne keine Bücher zur Verfügung stellen. „Wir helfen uns damit, Seiten zu kopieren“, berichtete die Schulleiterin. Da die meisten Flüchtlingsfamilien im unmittelbaren Einzugsbereich der Schollschule wohnen, wurden schon acht Schüler an die Rolandschule weitergeleitet. Doch auch diese Grundschule kann inzwischen keine weiteren Kinder mehr aufnehmen. „Uns fehlen die Räume und die Lehrer“, erklärte Heike Rudolph. Die Hilferufe an den Landkreis und an das Staatliche Schulamt in Neuruppin blieben bislang ungehört. Dabei besteht auch für die Flüchtlingskinder die Schulpflicht, wie für alle anderen auch.

Als mögliche Lösung wurde in der Ausschusssitzung am Dienstagabend ein Fahrdienst diskutiert. Denn Schüler könnten auch von Schulen in der Umgebung aufgenommen werden, die noch über freie Kapazitäten verfügen etwa in Glöwen. Das könnte auch für die Kitas zutreffen in Kunow, Baek oder Premslin.

Flüchtlinge und Asylbewerber werden im Landkreis von der Awo betreut. Geschäftsführerin Heike Schulz sagte in der Sitzung: „Die Awo fährt keine Kinder zu Kitas und Schulen“. Sie verwies auf öffentliche Verkehrsmittel. In der Runde wurde angesprochen, ob hier nicht der Landkreis in der Pflicht steht.

Neben den beiden städtischen Kitas hat nur noch die Awo-Kita Märchenland Flüchtlingskinder aufgenommen. Die privaten Kitas verwiesen auf bereits bestehende Wartelisten. Alexandra Seidel, Leiterin der Awo-Kita, stellte den Abgeordneten bei einem Rundgang ihre Einrichtung vor, in den in den letzten beiden Jahren Räume und sanitäre Anlagen für rund 160 000 Euro saniert wurden. Von den 85 Kindern sind 30 im Krippenalter. Ausschussvorsitzende Gertrud Madaus stellte anerkennend fest: „Das ist eine sehr schöne Kita geworden.“

Von Michael Beeskow

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