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Prignitz Perleberg: Wider den Eichenprozessionsspinner
Lokales Prignitz Perleberg: Wider den Eichenprozessionsspinner
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02:15 25.04.2016
Beratung in der Kreisverwaltung. Quelle: Foto: Bernd Atzenroth
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Perleberg

Vieles ist eingespielt bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners. So war es für die Beteiligten bei der Beratung am Freitag in der Kreisverwaltung ein Leichtes, sich auf den Modus für 2016 zu verständigen.

Dabei konnten sie auf die gute Vorarbeit der Stadt und Land Planungsgesellschaft bauen, die in diesem Jahr im Auftrag der Kreisverwaltung die Erfassung der zu behandelnden Flächen übernommen und damit, so die Zweite Beigeordnete des Landrats, Sabine Kramer, „mühevolle Kleinarbeit“ erledigt hatte. Bei der Beratung anwesend waren Vertreter des Kreises, der Kommunen, des Heliservice, der die Bekämpfung per Flug übernimmt, sowie der Firma Enviro, die das Mittel für die Schädlingsbekämpfung zur Verfügung stellt.

Diesmal ist die Bekämpfung jedoch kein Projekt der Kreisverwaltung, die gleichwohl alle Aktivitäten koordiniert. Jede Kommune erlässt aber die für die Bekämpfung nötige Allgemeinverfügung für sich. Das liegt daran, dass sich die Situation grundlegend geändert hat. Nicht jede Kommune ist gleichermaßen betroffen, und die Bekämpfung wird in diesem Jahr schwerpunktmäßig stattfinden, anders als in den Vorjahren, als flächendeckend agiert werden musste. Aber jetzt zahlen sich die Vorjahreserfolge aus: Statt auf 2,5 Hektar Fläche wie im Vorjahr sehen die Verantwortlichen nur noch auf 654 Hektar Fläche kreisweit den Bedarf, den Schädling zu bekämpfen. 510 Hektar davon können aus der Luft behandelt, bei 144 Hektar, vor allem entlang der Straßen liegt Bodenbekämpfung an. Ein Grund für die vergleichsweise kleine Gesamtfläche ist auch, dass die Forst, abgesehen vom Raum Rühstädt, in diesem Jahr den Eichenprozessionsspinner nicht bekämpfen will.

Die Verteilung der befallenen Flächen ist höchst unterschiedlich. Mit 123,7 Hektar liegt die Gemeinde Gumtow dabei an der Spitze. Die Ämter Bad Wilsnack/Weisen (118,5 Hektar) und Lenzen/Elbtal-aue (113,9) folgen knapp dahinter. In der Gemeinde Karstädt sind es 84,4 Hektar, in Perleberg 78,7 Hektar und in der Gemeinde Plattenburg 52,4 Hektar. In den anderen Bereichen sind deutlich weniger Flächen zu behandeln, am wenigsten im Amt Meyenburg mit 7,1 Hektar, wo vier der fünf Gemeinden sogar gar nicht betroffen sind. Vorwiegend betrifft das Problem den westlichen und den südöstlichen Teil des Landkreises, wobei sich das Hauptgeschehen etwas von der Elbe weg gen Osten verlagert hat.

Im Vergleich zum Vorjahr sind auch deutlich weniger Gebiete mit Schutzstatus betroffen. Neun Kommunen sind davon berührt, fünf davon werden auch einen Antrag auf Erteilung einer Befreiung von dem Status für die Arbeiten stellen. Während der Naturschutzbeirat des Landkreises keine Bedenken hat, machte die Biosphärenreservatsverwaltung trotz grundsätzlicher Zustimmung einen Einwand geltend und wünschte in Gewässernähe mehr Bodeneinsätze. Die ebenfalls beteiligten Naturschutzverbände lehnten das Vorhaben in ihrer Stellungnahme ganz ab – mit welcher Auswirkung auf die Erteilung einer Befreiung auch immer.

Die Bekämpfung aus der Luft soll von vier Standorten aus erfolgen: Wutike, Legde, Lenzersilge und Pritzwalk. Die ganze Aktion könnte in drei Tagen abgeschlossen sein, nicht nur weil weit weniger Fläche mit dem Mittel Dipel ES zu besprühen wäre, sondern auch, weil man insgesamt flexibler agieren kann: In den Vorjahren waren die Hubschrauber überall angefordert, da konnte der Zeitplan schon einmal ins Rutschen geraten. Das wird in diesem Jahr wohl nicht so sein. Allerdings könnte das Wetter die ganze Angelegenheit noch blockieren. Denn für die kommende Woche sind sogar Graupelschauer vorhergesagt. Laut Sabine Kramer ist die Durchführung für die Woche nach Himmelfahrt anvisiert – bei guten Bedingungen vielleicht auch schon etwas früher.

„Wir bekämpfen nur den Befall und nicht vorbeugend“, stellte Sabine Kramer noch klar. Das Mittel komme zum Einsatz, wo konkret Nester oder Fraßschäden gefunden worden seien. In der Kooperationsvereinbarung zwischen Kreis und Kommunen werden letztere auch beauftragt, ein Monitoring zu machen und Fraßkartierung zu erstellen, damit man bereits Anhaltspunkte hat, wie im Folgejahr mit dem Problem umzugehen ist.

Von Bernd Atzenroth

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