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Prignitz Perleberg plant die Zukunft
Lokales Prignitz Perleberg plant die Zukunft
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02:17 19.11.2015
Auch diese kleine Gasse gehört zum Nikolai-Kirchplatz, der grundlegend saniert wird. Quelle: Beeskow
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Perleberg

Viel ist erreicht, doch Perleberg soll sich auch in den nächsten Jahren weiterentwickeln. Das Wie steht im neuen Standortentwicklungskonzept (Insek), das im Stadtentwicklungskonzept jetzt erstmals vorgestellt wurde.

Für die nächsten Aufgaben sieht Roland Fröhlich die Rolandstadt gut gerüstet. Der Mitarbeiter der Brandenburger Beratungsgesellschaft Stadterneuerung und Modernisierung (BBSM) bezeichnete es als „schon bemerkenswert“, dass sich die Bevölkerungsentwicklung in den vergangenen drei, vier Jahren stabilisiert hat. Die prognostizierte Schrumpfung sei zum Stillstand gekommen. Ausländer spielen hier eine Rolle, merkte er dazu an, denn die Kluft zwischen Geburten und Sterbefällen bestehe unverändert. Bemerkenswert findet der Planer, dass keine Bildungswanderung bestehe. Auch junge Leute kämen in die Stadt, um hier eine Ausbildung aufzunehmen. Da auch in den nächsten Jahren mit einer stabilen Zahl von Haushalten zu rechnen ist, entstehe auch kein neuer Leerstand. Durch den Zuzug von Flüchtlingen ist der beabsichtigte Rückbau von Wohnblocks zum Erliegen gekommen.

Die Revitalisierung der Altstadt bleibt eine große Herausforderung, erstmals werden aber auch die Ortsteile in das Zukunftskonzept der Stadt aufgenommen. Ein Weg zur Belebung der Innenstadt besteht in der Schaffung von weiterem Wohnraum. Leerstehender Gewerberaum sollte zu Wohnraum umgebaut werden.

Um die Innenstadt attraktiver zu machen, wird eine weitere Verkehrsberuhigung vorgeschlagen. Natürlich soll der Anwohnerverkehr nicht beschnitten werden. Das Einbahnstraßensystem gilt jedoch als viel zu kompliziert, und es verleite zum schnellen Fahren, weil nicht mit Gegenverkehr gerechnet werden muss. Der Einstraßenverkehr sollte daher an einigen Stellen aufgehoben werden.

Eines der letzten großen Sanierungsvorhaben wird der Nikolai-Kirch-Platz sein. Der Anspruch geht über eine bloße Straßenbaumaßnahme hinaus. Konzeptionelle Gedanken zur Gestaltung sollen entwickelt werden, die in ein rundes Quartierskonzept einfließen.

In dem Strategiepapier sind zahlreiche weitere Projekte aufgelistet: der Umzug der Stadtbibliothek in ein städtisches Gebäude, weitere Haltestellen für den Stadtbus, die Entwicklung eines grünen Saumes in der Stadt sowie des Stepenitztals. Die Aufwertung des Hagens und des Geländes der Rolandschule gehören dazu.

Auch der Tourismus soll eine größere Rolle spielen. Der Elbradweg – nur wenige Kilometer von Perleberg entfernt – birgt viel Potenzial. Doch ein guter Radweg nach Wittenberge fehlt, nach Bad Wilsnack bestehe überhaupt keine Anbindung. Wasserwanderer und ein größerer Stellplatz für Wohnmobile sind weitere Themen.

Das Insek beschreibt auch Entwicklungsmöglichkeiten für Perleberg Ost. Mit Kreisverwaltung, Jahnsportpark, Schwimmbad sind hier wichtige Einrichtungen vorhanden. Um diesen Stadtteil aufzuwerten, sollte aber nicht nur im Bereich der Heinrich-Heine-Straße, wo auch viele Flüchtlinge wohnen, investiert werden. Wichtig sei es, alle, die dort wohnen, einzubeziehen. Ziel ist es, den Stadtteil in das Förderprogramm „Soziale Stadt“ aufzunehmen. Roland Fröhlich: „Da lohnt es sich zu investieren.“

Den Bahnhof versteht der Planer als Tor zur Stadt. Er verwies darauf, dass in Wittenberge der IC mit dem neuen Fahrplan alle zwei Stunden halten wird. Das Umfeld des Bahnhofs sei zu „qualifizieren“, zumal sich in unmittelbarer Nähe der Busbahnhof befindet. Gewissermaßen als Bindeglied in die Innenstadt soll die Wittenberger Straße zu einer lebendigen Achse werden. Bad Wilsnacker und Pritz­walker Straße sollen als Vorranggebiet Wohnen eine besondere Förderung erfahren.

Zu den Kasernen an der Kurmärker Straße fehlt indes eine Aussage in dem Konzept. Das sei ein so großer Brocken, und es gebe so viele andere Vorhaben, sagte Roland Fröhlich. Deshalb bleibe dieser Aspekt unberücksichtigt.

Die Planer von BBSM beziehen auch das Thema Elektromobilität in ihre Betrachtung ein, also die Nutzung von Elektromobilen im Stadtverkehr. Nachgefragt wurde von Jan Domres (Linke), wie es mit Hot Spots aussehe? Mit dem öffentlichen drahtlosen Internetzugang könnte die Innenstadt belebt werden. Wirtschaftsförderin Siw Foge erklärte dazu, dass im Rahmen der Wirtschaftsförderung an einem Konzept gearbeitet werde. Doch es sei nicht vorgesehen, dass die Stadt dies selber macht. Vielmehr solle ein Anbieter geholt werden.

Das jetzt vorgelegte Insek ist die Fortschreibung der Konzepte von 2007 und 2010. Ein solches inte-griertes Standortentwicklungskonzept ist die Grundlage für die Beantragung von Fördergeld. Das Insek hat die Funktion eines Strategieplanes für die Stadtentwicklung, es gibt eine Orientierung. Die Stadtverordnetenversammlung muss es beschließen.

Von Michael Beeskow

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