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Perleberg will Rolandstadt werden

Diskussion um offiziellen Namenszusatz Perleberg will Rolandstadt werden

Die Bezeichnung Rolandstadt ist für Perleberg nicht ganz neu. Doch nun soll der Namenszusatz auch offiziell werden. Bei der Diskussion in den Fachausschüssen zeichnet sich eine große Zustimmung für einen Beschluss in der Stadtverordnetenversammlung im April ab. Beabsichtig ist, zunächst alle Ortsschilder zu ändern.

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Der Roland prägt seit Jahrhunderten das Stadtbild.

Quelle: Michael Beeskow

Perleberg. Was kostet es, wenn wir uns Rolandstadt nennen? Darüber diskutierte am Dienstagabend der Finanzausschuss. Die Stadtverwaltung hat inzwischen eine Kostenschätzung erstellt. Danach könnten die finanziellen Aufwendungen sich insgesamt auf 23 700 Euro belaufen.

Thomas Kolbow als amtierenden Haupt- und Ordnungsamtsleiter machte deutlich, die Stadt sei zu nichts verpflichtet. Wenn die Stadtverordnetenversammlung am 7. April den Beschluss fassen sollte, dann werde der Namenszusatz beim Innenministerium angezeigt. Legt das Ministerium innerhalb eines Monats keinen Einspruch ein, dann darf sich Perleberg offiziell als Rolandstadt bezeichnen. „Die Stadt hat dann das Recht, sich so zu nennen, aber Pflichten erwachsen daraus nicht.“ Es sei aber sinnvoll, mit dem Namen auch zu arbeiten, wenn man ihn sich zulege, erklärte er. „Wir sind aber zu nichts verpflichtet.“

Zuerst werden die Ortsschilder ausgewechselt

Thomas Kolbow schlug vor, um den Namenszusatz auch sichtbar zu machen, die Ortsschilder zu ändern. „Das wären dann 43 neuen Schilder.“ Etwa 3000 Euro würde dies kosten. Um den Zusatz auch werbewirksam nach außen zu tragen, sollten auch die Frankiermaschinen und damit Briefaufdrucke geändert werden. Stempel und Siegel für das Einwohnermelde- und das Standesamt sollten ebenfalls erneuert werden. Alles zusammen könnte der Stadt etwa 5000 Euro kosten.

Viele andere Dinge, etwa die Beschilderung städtischer Einrichtungen, Softwareänderungen, Briefköpfe oder Fahnenbanner könnten nach und nach ausgewechselt werden, etwa wenn eine Erneuerung oder Auswechslung ohnehin anstehe. Die Stadt will darüber hinaus Mitglied im Netzwerk der Rolandstädte werden. Die Stadtverordneten diskutierten auch die Frage, ob sich ein Nutzen des Namenszusatzes in irgendeiner Weise messen lasse? Ein solcher Nutzen sei wohl nur schwer messbar, war sich der Ausschuss einig.

Der Namenszusatz wird von allen Fraktionen unterstützt. Im Kulturausschuss hatte etwa Hans-Peter Freimark (parteilos) erklärt, der Perleberger Roland sei schon etwas Besonders. Seit fast 500 Jahren habe er sich bewährt. In der Einwohnerfragestunde hatte Matthias Sommer sich für einen Vergleich verschiedener Namenszusätze ausgesprochen, was jedoch von den Abgeordneten abgelehnt wurde. Bücherstadt, Museumsstadt oder auch Hansestadt seien vielleicht denkbar, keiner passe so gut wie Rolandstadt zu Perleberg. Die Statue präge seit Jahrhunderten das Stadtbild. Beide Ausschüsse sprachen sich für den Namenszusatz aus; der Beschluss in der Stadtversammlung gilt als sicher.

Von Michael Beeskow

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