Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° Sprühregen

Navigation:
Perleberg will weiter Flüchtlinge aufnehmen

Leerstehende Wohnungen werden hergerichtet Perleberg will weiter Flüchtlinge aufnehmen

Perleberg hat im Vorjahr zahlreiche Flüchtlinge und Asylsuchende aufgenommen. Inzwischen leben 350 Personen in der Stadt. Bürgermeisterin Annett Jura sieht angesichts von 12000 Einwohnern noch Platz für die weitere Aufnahme von Flüchtlingen, aber auch einige Probleme seien dabei zu lösen.

Voriger Artikel
Schönebeck: Todesfahrer muss 2 Jahre in Haft
Nächster Artikel
Älteste Vehlowerin ist 90 Jahre alt

Flüchtlinge bei der Ankunft in Perleberg.

Quelle: Michael Beeskow

Perleberg. Ein Jahr mit Herausforderungen hat für Perleberg begonnen. Bürgermeisterin Annett Jura äußerte sich dazu in einem Gespräch. Das Thema Flüchtlinge bleibt aktuell. „Die Stadt ist bereit, weitere Menschen aufzunehmen. Wir haben noch Platz“, erklärte die Bürgermeisterin. 12 200 Einwohner leben in der Perleberg, 350 davon seien Flüchtlinge oder Asylbewerber. Natürlich stelle sie sich auch die Frage, wie eine weitere Aufnahmen zu schaffen ist? Die städtischen Kitas sind inzwischen ausgelastet, es bestehen Wartelisten. Die Stadt werde Erzieherstellen ausschreiben, berichtete Annett Jura. Sie hoffe, dass auch das Land weitere Lehrerstellen für Schulen bewilligt. Die Stadt hat inzwischen einen Erzieher eingestellt, der sich mit dem Flüchtlingsthema befasst. Flüchtlingskinder, die keinen Kita-Platz erhalten haben, kommen im Freizeitzentrum Effi vormittags zusammen, um spielerisch die deutsche Sprache zu erlernen. Der Erzieher ist aber auch in der Geschwister-Scholl-Schule tätigt und er ist Flüchtlingen auch behilflich bei der Wohnungssuche, wenn sie eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten haben. Die Stelle wird aus dem Förderprogramm „Soziale Teilhabe“ finanziert. Der Stadthaushalt wird also nicht belastet.

Die Perleberger Stadtverordnetenversammlung fasste im Herbst 2015 einstimmig einen Beschluss zur Willkommenskultur für Flüchtlinge und Asylsuchende in der Stadt. Damit Aufnahme und Unterbringung in der Stadt auch gut funktionieren kann, wurde in der Stadtverwaltung ein interner Arbeitskreis Asyl gebildet, in dem Zuständigkeiten geklärt und verteilt werden. Vertreter von Polizei, Awo, der Stadtverwaltung, der Wohnungsgesellschaft GWG sowie des Mehrgenerationenhauses kommen einmal im Monat zusammen. Birgit Moschinski, die für das Sachgebiet Schule und Kita in der Stadtverwaltung zuständig ist, übernimmt die Koordination. Annett Jura nannte auch ein Beispiel für die Probleme, die gelöst wurden. Alle Flüchtlinge und Asylbewerber müssen sich in der Einwohnvermeldestelle anmelden. Die Stadt habe ein Verfahren eingeführt, so dass die Meldestelle nicht für andere Besucher blockiert ist. Die Bürgermeisterin verwies auch auf die Tätigkeit der Bürgerinitiative „Perleberg hilft“, die sich im vorigen Jahr bildete. Ehrenamtliche arbeiten hier mit und bieten ihre Unterstützung an.

Als Erfolg bezeichnete es Annett Jura, dass es im Vorjahr gelungen sei, die Rolandhalle als Notunterkunft nicht einmal nutzen zu müssen, wie es der Notfallplan vorsieht. Das spreche für die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis.

Die Bereitstellung von Wohnungen bezeichnete Annett Jura als ein nach wie vor aktuelles Problem. Die GWG stellt viele Wohnungen zur Verfügung, aber auch Private tun dies Das Land stellt Fordermittel zur Verfügung, um 29 Wohnungen am Berliner Weg für Flüchtlinge herrichten zu können. Die Bürgermeisterin räumte ein, dass es in der Stadt auch kritische Stimmen zur Aufnahme von Flüchtlingen und Asylbewerbern gibt. Sie würde sich aber freuen, wenn möglichst viele Bürger helfen, die Neuankömmlinge an unsere Kultur heranzuführen.

Sie riet, sich in die Lage der Flüchtlinge zu versetzen. Wohl jeder habe auf einer Reise mal erlebt, wie das ist, wenn man sich in einem fremden Land aufhält. Man fühle sich unsicher, wie man sich richtig verhalten soll. Wenn die Musik zu laut sei, dann müsse das eben angesprochen werden.

Solange Probleme mit der sprachlichen Verständigung bestehen, würden sich Menschen auch über Beobachtung ihr Verhalten aneignen. Die Deutschen sollten das mit bedenken und daher als Vorbild auftreten.

Von Michael Beeskow

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Prignitz

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg