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Perleberg 35 Jahre Lindenberger Frauenchor
Lokales Prignitz Perleberg 35 Jahre Lindenberger Frauenchor
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17:30 11.02.2019
Schick in Schale: Der Lindenberger Frauenchor feierte am 15. November 2018 sein 35-jähriges Bestehen. Quelle: Stephanie Fedders
Lindenberg

Normalerweise singt der Lindenberger Frauenchor mit drei Stimmen. Alt und Sopran übernehmen die 16 Frauen, den Tenor das einzige männliche Mitglied, Reinhard Habekuß. Geht es aber um die Chefin und ihren positiven Einfluss auf das Ensemble, dann sprechen alle mit einer Stimme: „Mit Gabi lebt der Chor.“ Und das seit mittlerweile 35 Jahren.

Gabi – gemeint ist Gabriele Häussler. Sie hält die Fäden in der Hand, seitdem die ausgebildete Musiklehrerin 2007 die Leitung von Siegfried Bismark übernahm, der den VdgB-Chor Lindenberg (VdgB – Verein der gegenseitigen Bauernhilfe) am 15. November 1983 gegründet hatte.

Immer mittwochs wird geübt

Einmal in der Woche, immer mittwochs ab 19 Uhr, ist die alte Schule in Lindenberg Treffpunkt für die Übungseinheiten. Dann packen die Frauen ihre dicken Mappen mit den Liedertexten ein und kommen aus den umliegenden Häusern, aber auch aus Garz, Reckenthin, Vettin oder Luggendorf angefahren.

Nach der Winterpause und den vielen Konzerten, die traditionell in der Weihnachtszeit auf dem Programm stehen, sehen sich alle Ende Januar das erste Mal in diesem Jahr. Es gibt viel zu erzählen, hier und da wird gelacht, während Gabi Häusler ihr Keyboard aufbaut und die vielen Notenblätter sortiert. Dann geht es los. Links sitzen die Soprane, gegenüber die Alt-Stimmen. „Jetzt müssen wir uns erst mal einsingen, damit wir Volumen bekommen“, sagt Häusler.

300 Lieder sind im Repertoire

Die Chefin gibt den Ton an. „Ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne“, gefolgt von „so, so, so, so, so, so, so“ und zum Abschluss „mi, mi, mi, mi, mi, mi, mi“. Nachdem die Stimmbänder gelockert sind, wird der erste Auftritt im neuen Jahr vorbereitet. Der Geburtstag einer älteren Dame. „Danach suchen wir die Lieder aus“, erklärt Gabi Häusler. Also heißt es Ideen sammeln für einen 30-minütigen Auftritt. Gar nicht so leicht, wenn das Repertoire aus 300 Liedern besteht.

Ganz heimatverbunden einigen sich alle auf das Pollo-Lied und das Prignitz-Lied. „Das Orchester“ wird als Kanon gesungen und „Der Frühling liebt das Flötenspiel“ stammt aus dem Film „Die Feuerzangenbowle“. Häusler hebt die Hände, drückt eine Taste des Keyboards für den richtigen Ton und los geht’s. „Jetzt der Refrain“, fordert die Lindenbergerin vollen Einsatz. „Bei manchen Liedern dauert es zwei bis drei Jahre, bis sie ausgereift sind.“

Vier Gründungsmitglieder sind noch dabei

Trotz der notwendigen Konzentration und Disziplin, die das Hobby mit sich bringt: Die Damen lassen keinen Zweifel aufkommen, bei Ihnen geht es immer lustig zu. „Wir haben viele flotte Sachen im Repertoire“, weiß Elke Wolter, die neben Elisabeth Isenberg, Karin Meier und Barbara Rauch zu den Gründungsmitgliedern gehört.

Nach der Wende stand die Existenz des Ensembles auf der Kippe. Es gelang jedoch Kontakt zum Chor in Winsen/Luhe zu knüpfen, der Pritzwalker Partnerstadt. Das gemeinsame Singen und die daraus entstandenen Freundschaften sorgten für neuen Schwung in der Prignitz. „Sie haben uns den Antrieb gegeben, weiter zu machen“, erinnert sich Elke Wolter voller Dankbarkeit an die Schützenhilfe aus Niedersachsen. Heute stehen die Lindenberger regelmäßig mit dem Volkschor Stüdenitz auf der Bühne und sind gern gesehener Gast beim Sängertreffen in Bad Wilsnack.

Die Hälfte der Übungseinheit ist schon geschafft. Lied um Lied wird das Geburtstagsprogramm einstudiert. Gabi Häusler korrigiert, wo es notwendig ist. „Die erste Stimme ist ziemlich mächtig, nicht ganz so laut“, bittet sie. Das Lied aus dem Repertoire zu streichen, fordert ein Chormitglied, doch davon will die Chefin nichts wissen. „Das klappt nachher“, muntert Häusler ihre Frauen auf. Ein wenig mehr Zuspruch als sonst könnte helfen, denn das Geburtstagsständchen müssen die Sängerinnen ohne Gabi Häusler absolvieren. Aber mit der Routine aus 35 Jahren sollte das kein Problem sein.

Von Stephanie Fedders

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