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Perleberg 50 Frauen tauschten Pumps gegen Stiefel
Lokales Prignitz Perleberg 50 Frauen tauschten Pumps gegen Stiefel
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00:36 01.06.2018
„Stiefel statt Pumps" lautete das Motto einer Veranstaltung der Länderinnen. Sie wollen die grünen Berufe populärer machen. Quelle: Foto: privat
Blüthen

„Stiefel statt Pumps“, so lautete zum zweiten Mal das Motto einer Veranstaltung der Länderinnen. Andere nennen sie auch Landfrauen 2.0: Die Länderinnen sind zehn Frauen aus der Prignitzer Landwirtschaft und ihrem vor- und nachgelagerten Bereich, die es sich zum Ziel gemacht haben, ihren Berufsstand in ein anderes Licht zu rücken: „Wir wollen Lust auf Landwirtschaft und auf grüne Berufe machen“, sagt dazu Bettina Hagemann, die mit ihrem Mann Robert in Kuhsdorf (Gemeinde Groß Pankow) einen landwirtschaftlichen Betrieb führt.

Als Ortsgruppe der Brandenburgischen Landfrauen engagieren sich die Länderinnen agrar- und gesellschaftspolitisch in der Prignitz. Angesichts der vielen Diskussionen rund um die Landwirtschaft wollen die modernen Landfrauen ein Gesprächsangebot machen: „Sprecht mit uns und nicht über uns“, umriss Bettina Hagemann im Gespräch mit der MAZ das Anliegen der Frauen.

Bei der Hofbesichtigung in Blüthen. Quelle: privat

In der agrarisch geprägten Prignitz findet dieses Anliegen zunehmend Unterstützung und Widerhall. Um die Aktion „Stiefel statt Pumps“ zu finanzieren, haben die Länderinnen so diesmal zur Unterstützung sowohl die Sparkasse Prignitz als auch die Volks- und Raiffeisenbank Prignitz ins Boot geholt. „Das ist natürlich super“, freut sich Bettina Hagemann.

Diesmal hatten die Länderinnen nach Blüthen (Gemeinde Karstädt) eingeladen. Gastgeber war die Familie Jäger, die die Besucherinnen auf ihrem Hof empfing. 50 Frauen waren der Einladung gefolgt, darunter waren auch Staatssekretärin Katrin Lange, Danuta Schönhardt, Geschäftsbereichsleiterin Jugend, Soziales und Gesundheit in der Prignitzer Kreisverwaltung, Kirsten Schönharting, Geschäftsführerin des Karstädter Metallbauunternehmens Schorisch-Magis, und Jenny Porep, Geschäftsinhaberin aus Perleberg, sowie Vereinsvertreterinnen, Schulleiterinnen und Geschäftsführerinnen.

Als Quereinsteigerin in die Landwirtschaft

Schon bei der Hofbesichtigung wurde klar, dass das Motto der Veranstaltung sehr wörtlich zu nehmen ist: Dann tatsächlich zogen sich die Besucher nun grüne Stiefel über, bevor sie sich über das Gelände führen ließen. Zielsetzung der Länderinnen ist es auch, einen Einblick in das ländliche Leben, insbesondere der in der Landwirtschaft tätigen Frauen, zu geben.

So erzählte Janine Jäger von ihrem Werdegang und persönlichen Alltag. Sie ist als Quereinsteigerin in die Landwirtschaft gekommen. Eigentlich ist sie gelernte Krankenschwester und hat eine Weiterbildung zur Pflegedienstleiterin absolviert.

Nachdem sie ihr viertes Kind bekommen hatte, stieg sie in den Familienbetrieb ein und versorgt jetzt die Jungtiere. Und das scheint ihr gut zu gefallen, wie Bettina Hagemann erzählt: „Sie hat mit viel Herz und Emotion davon erzählt, wie schön es doch ist, jetzt im Familienbetrieb zu arbeiten.“

Mit Mythen aufgeräumt

Schließlich fuhr die Gruppe per Kutsche aufs Feld hinaus zu einer Feldrundfahrt. Thema war hier unter anderem Pflanzenschutz. Auf dem Feld gab es dann einen Stopp, an dem Heiko Terno, Vizepräsident des Landesbauernverbandes Brandenburg, sich in einem Vortrag über Mythen rund um die Landwirtschaft äußerte und dabei kein Blatt vor den Mund nahm. „Die Leute kaufen einen Grill für 800 Euro und schimpfen über 90 Cent für die Wurst“, war nur eins seiner Argumente, mit denen er die zum Teil scharfe allgemeine Kritik an der Landwirtschaft ebenso scharf konterte.

Im Herbst wieder Entedankaktion

Mit dem Erfolg waren die Länderinnen sehr zufrieden, so dass Bettina Hagemann bereits ankündigte: „Nächstes Jahr machen wir es wieder.“ Allerdings steht zunächst im Herbst die zweite große Aktionsform wieder an: das Verteilen von Brotdosen an Prignitzer Grundschulen, eine Erntedankaktion. Im vergangenen Jahr tourten die Landfrauen durch neun Grundschulen, verteilten die Brotdosen mit regionalen Produkten an die Kinder und informierten im Unterricht über Landwirtschaft. In diesem Jahr sollen es noch mehr Schulen werden.

Damit nicht genug: Bereits am 8. Juni präsentieren sich die Länderinnen auf dem Tag der Landwirtschaft in Kletzke (Gemeinde Plattenburg). Zu sehen sein werden sie auch auf der jährlichen Prignitzer Kreistierschau am 1. Juli sowie auf dem Brandenburg-Tag am 25. und 26. August in Wittenberge.

Von Bernd Atzenroth

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