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Perleberg Augentagesklinik feiert Silberjubiläum
Lokales Prignitz Perleberg Augentagesklinik feiert Silberjubiläum
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18:51 13.09.2018
Lenken die Geschicke der Augentagesklinik in Groß Pankow: Kurt-Dietrich Freiherr von Wolff (l.) und Holger Bull. Quelle: Foto: Bernd Atzenroth
Groß Pankow

In Groß Pankow ist das Unwahrscheinliche Wirklichkeit geworden: Mit großem Erfolg betreiben hier Kurt-Dietrich Freiherr von Wolff und Holger Bull mitten in der Prignitz eine hoch angesehene Augentagesklinik.

25 Jahre existiert sie schon im Groß Pankower Gutshaus. Dieses erstrahlt in neuem Glanze, die Klinik selbst arbeitet immer auf dem aktuellsten Stand der Medizintechnik. In Groß Pankow gibt es ein Gästehaus für die Patienten und in anderen Städten mehrere Nebenstellen der Klinik.

„Wir lieben es, Projekte aufzubauen“

Wenn am Freitag nun das Silberjubiläum gefeiert wird, dann lohnt ein Rückblick auf die Anfänge. Es war kurz nach der Wende, als Kurt-Dietrich Freiherr von Wolff in seinem damaligen Domizil in Südafrika einen Anruf von Bernhard von Barsewisch bekam. Es ging um die Idee, gemeinsam eine Augentagesklinik aufzubauen – mitten in der ostdeutschen Provinz. Für von Barsewisch, der zu jener Zeit als Augenheilkundler in München wirkte, war es ein Herzenswunsch, ein Gutshaus seiner Familie in seiner Heimat in Groß Pankow dafür herzurichten. Da er selbst zu jener Zeit bereits 57 Jahre alt war, wollte er das Vorhaben mit einem jüngeren Partner angehen.

Von Wolff war immerhin so interessiert, dass sie sich trafen und gemeinsam das Haus und die Umgebung anschauten. Was sie vorfanden, war Anfang der 1990er Jahre nicht sehr ansehnlich und ließ den heutigen Klinikchef zunächst skeptisch zurück: „Dörfer ohne Farbe – das konnte ich mir nicht vorstellen“, erzählt von Wolff heute.

So sah das Gutshaus Groß Pankow zu DDR-Zeiten aus, und so fanden es die Gründer der Augenklinik nach der Wende vor. Quelle: privat

Und dennoch trafen er und seine Familie die Entscheidung, das Wagnis einzugehen. „Wir lieben es, Projekte aufzubauen“, erklärt er das. Eine Rückkehr in das vergleichsweise saturierte Westdeutschland sei nicht in Frage gekommen.

Geplant wurde dann in München, jeden Mittwochabend. Geräte und Instrumente mussten angeschafft werden, das Personal war zu rekrutieren. Von Barsewisch war es, der dafür die entscheidende Idee hatte, denn vor Ort in Groß Pankow gab es einen Fundus an medizinischem Fachpersonal, das zuvor für die Außenstelle des Pritzwalker Klinikums gearbeitet hatte. Von Wolff hat von Barsewisch davon überzeugen können, dieses Personal in München umschulen und in der Augenheilkunde Erfahrungen sammeln zu lassen – allgemeine Krankenschwestern wurden auf ein Hightech-Fach umgeschult.

OP-Termin per Postkarte

Dann aber die entscheidende Klippe: Groß Pankow war immer noch ein Dorf – wie also die Klinik mit Leben, sprich mit Patienten, füllen? Von Wolff suchte alle niedergelassenen Augenärzte in der Region für eine Kooperation auf, ließ dabei auch die Altmark nicht aus. Dabei wurden gleich OP-Termine für Patienten vereinbart. Schließlich sollte die Klinik vom Start weg florieren.

Das gelang: Von der Eröffnung am 15. September 1993 bis zum Jahresende führten die Fachärzte 2800 Operationen durch. Die Terminabsprachen waren dabei nicht so einfach, wie es heute der Fall ist. „Die Bürger hatten noch kein Telefon“, erinnert er sich. Es gab eine Postkarte zur Terminvergabe.

Lenken die Geschicke der Augentagesklinik in Groß Pankow: Kurt-Dietrich Freiherr von Wolff (l.) und Holger Bull. Quelle: Bernd Atzenroth

Aber der Bedarf war da: In der Anfangszeit reichte das Einzugsgebiet der Klinik bis nach Grevesmühlen, Lüneburg, Magdeburg und Templin.

Von Barsewisch hatte sich 2001 in den Ruhestand zurückgezogen, während von Wolff die Klinik immer noch leitet. Sein Partner ist dabei schon seit 1995 Holger Bull. Er hatte in Magdeburg gearbeitet und dort bereits von dem neuen Angebot in Groß Pankow etwas mitbekommen. Als eine gute Bekannte als Assistenzärztin nach Groß Pankow wechselte, besuchte Familie Bull sie und ihre neue Wirkungsstätte.

Und so kam eins zum anderen, denn die Klinik brauchte noch eine weitere Führungskraft. Ebenso wie von Wolff empfand auch Bull die Aufgabe in Groß Pankow als Herausforderung. Aber: „High-Tech braucht keine Großstadt“, findet Bull. Seine Familie zog es dennoch ins etwas größere Pritzwalk, und diesen Schritt hat sie nie bereut.

„Jeder Tag ist Tag 1“

Der Erfolg ist keine Selbstverständlichkeit und muss tagtäglich erkämpft werden. „Jeder Tag ist Tag 1“, sagt von Wolff. Eine quasi tägliche Qualitätskontrolle gibt es auch, wie Bull sagt: „Wir haben das Regulativ überweisender Augenarzt.“

Die Chefs legen Wert auf eine hohe Effizienz in allen Bereichen und sehen die ganz schmale Hierarchie in der Führungsstruktur als großen Vorteil an. Um die Klinik zukunftsfähig auch über ihre eigene Wirkungszeit hinaus zu halten , haben sie als Partner die Ober-Scharrer-Gruppe gewonnen, deren Tochtergesellschaft die Klinik jetzt ist.

Festakt, Feier und Symposium

Ein wichtiger Punkt ist auch die Verwurzelung in der Region. Die Klinik ist nicht nur Arbeitgeber, sondern auch Ausbilder. 63 Assistenzärzte erfuhren hier ihre Ausbildung, dazu kommen medizinische Fachangestellte. Viele von ihnen arbeiten auch jetzt in der Klinik und ihren Nebenstellen.

Mit einem kurzen Festakt und einer anschließenden Feier für alle Beteiligten wird am Freitag das Jubiläum gefeiert, begleitet von einem kleinen Symposium, in dem Augenheilkunde gestern, heute und morgen beleuchtet werden.

Von Bernd Atzenroth

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