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Perleberg Ausschuss gegen Sanierung des Kasültenplatzes
Lokales Prignitz Perleberg Ausschuss gegen Sanierung des Kasültenplatzes
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00:20 10.11.2018
Auf dem unscheinbaren Gelände sollen 20 000 Tonnen Boden mit gefährlichen Stoffe verunreinigt sein. Quelle: Michael Beeskow
Perleberg

Der Deponiekörper auf dem Kasültenplatz wird nicht entfernt, die Altlasten bleiben im Untergrund. Dafür sprachen sich am Dienstagabend die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Verkehr in Perleberg aus und stimmten damit gegen die kostenintensive Sanierung.

Mit einem knappen Ergebnis wird die Beschlussvorlage nun die weiteren Ausschüsse durchlaufen, löste aber schon jetzt eine heftige Diskussion und einen Zwiespalt unter den Stadtverordneten aus. Für die Sanierung stimmten drei mit ja, drei mit nein, und zwei enthielten sich. Gegen die Sanierung standen vier ja, eine nein und drei enthaltene Stimmen.

Über 100 Jahre alte Deponie

Bereits vor einem Jahr begannen Bauarbeiten auf dem Kasültenplatz in Perleberg. Auf dem Areal an der Quitzower und Dergenthiner Straße sollten Eigentumswohnungen entstehen. Ergebnisse ergaben, dass der Boden bis zu zwei Metern tief auf etwa 10 000 Quadratmetern betroffen ist – das entspricht rund 20 000 Tonnen Erde.

Im Untergrund befindet sich eine Deponie, die vermutlich aus den 1920er- und 30er-Jahren stammt. Was genau in den zurückliegenden 100 Jahren dort verschüttet wurde, lasse sich aber nur schwer rekonstruieren. Da das Grundwasser nicht betroffen ist, muss nicht zwingend etwas passieren.

„Wir können uns das nicht leisten“

Daher können die Stadtverordnete entscheiden. Die Entsorgung würde aktuell etwa 2,73 Millionen Euro kosten, 1,5 Millionen Euro könnten gefördert werden. Das sei aber nur eine Schätzung. Sie wäre eine enorme und vor allem teure Herausforderung für die Stadt. Die Kämmerin Ute Reinecke brachte es auf den Punkt: „Wir müssten an unsere Rücklagen gehen. Momentan können wir es uns das nicht leisten.“

Es wäre zwar eine einmalige Chance dafür Fördermittel zu bekommen und Flächen für die kommenden Generationen zu schaffen, „trotzdem werden wir das Geld nicht wieder reinbekommen“, so Bürgermeisterin Annett Jura.

Die Ausschussmitglieder kritisierten, dass das verunreinigte Gebiet auch ein Marketing-Problem sein könnte und dass für viele andere Projekte auch viel Geld benötigt wird.

Endergebnis noch offen

Ihnen war allerdings auch bewusst, dass der Bedarf an Wohnflächen vorhanden ist. Eine endgültige Entscheidung fällt bei der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 22. November, um 18 Uhr im Perleberger Rathaus.

Bleibt alles beim Alten und die Freifläche soll für immer brach stehen, wäre lediglich eine Nutzung als Park möglich. Zyanid, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und viele weitere Stoffe konnten detailliert ermittelt werden. „Solange man sich nicht über einen längeren Zeitraum damit einreibt, passiert auch nichts“, betont Hendrik Hilmer vom Ingenieurbüro Rauchen, der die Ergebnisse vorstellte.

Landkreis hat Auge darauf

Da die Fläche nun aber auch im Altlastenkataster des Landkreises mit Bestandteil ist, müssten auch in den Folgejahren weitere Proben unternommen werden. Würde sich etwas an der momentanen Situation ändern ist der Landkreis jederzeit dazu berechtigt, Anweisungen zum Räumen der Fläche zu geben, wie Antje Hartwig aus dem Sachbereich Umwelt der Stadt informiert.

Von Marcus J. Pfeiffer

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