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Perleberg Ausschuss gegen Solarparks bei Perleberg
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12:39 08.11.2018
Solche riesigen Solarparks wollen die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses in Perleberg nicht haben. Quelle: Dirk Froehlich
Perleberg

Das Energiekonzept soll nun endlich umgesetzt werden, drängt Bürgermeisterin Annett Jura. „Die Investoren klopfen an unsere Türen“, sagt sie im Stadtentwicklungsausschuss. Dort stellte die Stadtverwaltung und das Planungsbüro die sechste Änderung des Flächennutzungsplans vor. Insgesamt gibt es acht Anpassungen und neue Planvorhaben im gesamten Stadtgebiet.

Es soll möglich sein, Freiflächen für Photovoltaikanlagen zur Verfügung zu stellen. Gleich mehrere Punkte an unterschiedlichen Orten arbeitete der Planer Jörg Lewin heraus. Flächen, die längst von Autobahnen oder Schienenwegen liegen und sich in einer Entfernung von 110 Metern befinden, gelten als sogenannter „gelärmter Bereich“ und werden sogar höher gefördert als anderswo.

Gemischte Reaktionen und großer Flickenteppich

„Wir erstellten Listen und Karten mit potentiellen Flächen und ordneten gemeinsam mit der Stadt die Flurstücke den Grundeigentümern zu“, erklärt Lewin. Die Stadt fertigte daraufhin ein Schreiben mit der Frage an, ob diese bereit wären, ihre Freiflächen für Solaranlagen zur Verfügung zu stellen – zu verkaufen oder zu verpachten. Es gab gemischte Reaktionen, ein großer Flickenteppich entstand.

Zu betrachten sind vor allem die Bereiche längs der westlichen an der Stadt vorbeiführenden Fernbahnstrecke Hamburg – Berlin sowie der zukünftig westlich, parallel der Bahnstrecke entlanglaufenden Autobahn 14 und der Regionalbahnverbindung Wittstock – Perleberg – Wittenberge. Da der Trassenverlauf der neuen Autobahn noch nicht feststeht, konnte auch noch keine Planung erfolgen.

„Wir haben uns für erneuerbare Energien bekannt“

Trotzdem stehen erste Flächen fest, die meist landwirtschaftlich als Wiesen-, Weide- oder Ackerbauflächen aktuell genutzt werden. Sie haben eine Größe zwischen 1,9 und 3,9 Hektar. Sie befinden sich vorwiegend bei Dergenthin, nördlich der Bundesstraße 5, südlich von Spiegelhagen und westlich von Rosenhagen. Doch das wollen die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses nicht. Sie stimmten mit vier ja und vier nein Stimmen dagegen. Der Beschlussvorschlag ist damit abgelehnt.

Zuvor haben sie sich dafür entschieden, für alle Anpassungen und neuen Planvorhaben separat abzustimmen. Bezüglich der Solarparks machte Annett Jura noch einmal auf die Wichtigkeit und Dringlichkeit solcher Projekte aufmerksam. „Mit dem Energiekonzept haben wir uns zu erneuerbaren Energien bekannt. Bisher hatten wir keine verfügbaren Flächen, jetzt können wir welche festlegen“, so die Bürgermeisterin.

Kritikpunkte stehen im Vordergrund

Für die Ausschussmitglieder standen aber wohl zu sehr die Kritikpunkte im Vordergrund. Sie wollen den Landwirten nichts wegnehmen, hieß es aus deren Reihen. Sie befürchten aber auch, dass die Investitionen überhand nehmen können und bald zu viele Solarparks in der Region das Ortsbild prägen. Doch erst vor wenigen Wochen stimmte die Vertreter des Stadtparlaments für eine Photovoltaikanlage bei Schönfeld an der B 5 mit einer Größe von 3,7 Hektar. Dafür änderten sie den Bebauungsplan.

Die Solaranlagen waren aber nicht die einzigen Abstimmungen des Flächennutzungsplans, welche die Ausschussmitglieder berieten. Für Flächen im Berliner Weg, der Hopfenstraße, Reetzer Straße/Hamburger Straße und dem Wohngebiet in der Wittenberger Straße liegen bereits Bebauungspläne vor.

Neue Planvorhaben befinden sich im Rosenhagener Weg in Düpow, Bauflächen entlang der Karl-Liebknecht-Straße und dem Sondergebiet Einzelhandel an der Feldstraße zur Umwandlung in ein gemischtes Wohngebiet.

Entscheidung steht noch aus

Diesen Änderungen stimmten die Ausschussmitglieder zu. Eine endgültige Entscheidung fällt aber erst in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 29. November, um 18 Uhr im Perleberger Rathaus. Im Anschluss erfolge dann die öffentliche Bekanntmachung und die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit, Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange.

Von Marcus J. Pfeiffer

Die Stadt Perleberg ändert zum sechsten Mal ihren Flächennutzungsplan. Insgesamt gibt es acht Anpassungen und neue Planvorhaben. Abgeordnete wollen keine Photovoltaikanlagen im Stadtgebiet.

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