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Perleberg Förderung für Buch zur Geschichte des Judenhofs
Lokales Prignitz Perleberg Förderung für Buch zur Geschichte des Judenhofs
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00:23 28.03.2019
André Wormstädt (l.) übergab die Förderzusage an Rainer Meißle vom Kulturverein Perleberg. Darüber freuen sich auch Jalda Rebling und Hartmut Schneider (r.). Quelle: Bernd Atzenroth
Perleberg

Noch ist es ein weiter Weg, bis es die geplante Dauerausstellung in der Begegnungsstätte auf dem Perleberger Judenhof geben wird. Doch in absehbarer Zeit wird man sich zumindest vorstellen können, wie diese Ausstellung einmal aussehen und was sie beinhalten wird. Denn das Buch zur Ausstellung kann bereits jetzt entstehen. Möglich wird das über eine Förderung aus Mitteln der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, für die André Wormstädt, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Prignitz, am Montag in der Begegnungsstätte eine Zusage an den Perleberger Kulturverein gab.

Treffpunkt und Ort für gegenseitigen Austausch: Die Begegnungsstätte auf dem Perlebegrer Judenhof. Quelle: Bernd Atzenroth

Zuvor schon hatte die Sparkassenstiftung das Fußbodenlexikon und die Aufnahme für den Soundtrack zur Ausstellung mit Liedern des Minnesängers Süßkindt von Trimberg der zweite finanziert. Nun also das Buch, das Rainer Meißle vom Perleberger Kulturverein erklärte: „Das Buch enthält die Texte und Abbildungen der zehn Ausstellungskapitel in deutscher und englischer Sprache sowie eine CD der mittelhochdeutschen Süßkindt-Lieder und deren Übertragung ins heute Verständliche, gesungen und gesprochen von der jüdischen Kantorin Jalda Rebling.“

Frühe Historie und Süßkindts Poesie

Die gab denn auch bei dieser Gelegenheit eine Kostprobe daraus zum Besten. Die Lieder mit mittelhochdeutschen Texten waren in der Perleberger Jacobikirche aufgenommen worden. Jalda Rebling berichtete, wie froh sie war, dafür die passenden Musiker einmal zusammenbekommen zu haben. Nun also kann auf Grundlage dieser einmaligen Aufnahme die CD produziert und Teil des Buchs werden, das weniger Ausstellungskatalog als vielmehr gebundene Ausgabe sein wird. Dokumentiert werden soll die Geschichte des Perleberger Judenhofs, von der Stadtgründung über die Pestjahre bis 1510, als erstmals alle Juden der Mark aus dem Land getrieben wurden. Süßkindts Poesie ist eines der wenigen jüdischen Kulturdokumente, die es aus jener Zeit gibt, und insofern tatsächlich ein passender Soundtrack.

Mit geschlossenen Augen sang die jüdische Kantorin einen mittelhochdeutschen Text des Minnesängers Süßkindt von Trimberg. Quelle: Bernd Atzenroth

Jalda Rebling ist es wichtig, jüdische Geschichte nicht nur als ständige Verfolgungsjagd zu dokumentieren: „Dies ist schon ein Ort, an dem jüdische und christliche Bürger gut zusammengelebt haben.“ Die Begegnungsstätte sei ein Ort, an dem man sich sowohl zur mittelalterlichen Historie als auch zu heute aktuellen Themen austauschen könne, sagt wiederum Rainer Meißle.

Jura: „Ein Mosaik, das wir hier zusammensetzen“

Für Jalda Rebling und Rainer Meißle wird das Buch einen Vorgeschmack auf die geplante Ausstellung geben – natürlich mit dem Hintergedanken, ihr Zustandekommen so forcieren zu können. Meißle gab zu, dass es nicht einfach ist, dafür weitere Fördermittel zu akquirieren. Das war es aber bei diesem Projekt noch nie, wie auch Hartmut Schneider durchblicken ließ. Auch Bürgermeisterin Annett Jura meinte: „Es ist im Prinzip ein Mosaik, das wir hier zusammensetzen.“ Lohnend finden sie alle das Vorhaben – schließlich handelt es sich um den einzigen erhaltenen Judenhof dieser Art in ganz Norddeutschland.

Umso dankbarer sind alle Beteiligten aber der Sparkasse für ihre wiederholte Unterstützung für das Gesamtprojekt. Wormstädt erklärte dazu, dass die Sparkasse auch für weitere Unterstützung offen ist. Schneider dankte auch dem Bürgerverein Perleberg und der Kulturförderung bei der Stadt.

Von Bernd Atzenroth

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