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Perleberg Container erst nach Schuljahrsanfang da
Lokales Prignitz Perleberg Container erst nach Schuljahrsanfang da
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00:21 30.06.2018
Schüler wie Mark, Lehrer und Eltern der Geschwister-Scholl-Schule waren in der Perleberger Stadtverordnetenversammlung am 26. Juni stark vertreten. Quelle: Bernd Atzenroth
Perleberg

Mark hat ein Problem: „Müssen wir im Freien unterrichtet werden?“ Das wollte der Schüler der Geschwister-Scholl-Grundschule in Perleberg am Dienstag in der Einwohnerfragestunde der Perleberger Stadtverordnetenversammlung wissen. Und fragte daher nach: „Wann kommen die Schulcontainer?“

Fakt ist: 65 Schülerinnen und Schülern der Perleberger Geschwister-Scholl-Grundschule droht zum Schuljahrsbeginn zumindest für etwa zwei Wochen ein Provisorium für die Unterrichtszeit. Grund: Die Container, in denen sie künftig unterrichtet werden sollen, werden nicht rechtzeitig zum ersten Schultag am 18. August einsatzbereit sein. Nach Angaben von Bürgermeisterin Annett Jura ist erst für den 31. August die Bauabnahme angesetzt – dann können die Container eingerichtet und für den Unterricht bezogen werden. Es gibt dazu jetzt auch eine verbindliche Erklärung des Anbieters, wie Bauamtsleiter Hagen Boddin erklärte. Die Perleberger Stadtverordneten konnten zudem erst am Dienstag beschließen, neue Container anzukaufen, nachdem man sich ursprünglich um eine Lösung mit gebrauchten Containern bemüht hatte. Mit dem einstimmigen Beschluss im Rücken wollte die Stadtverwaltung am Mittwoch den Kaufauftrag für die 345 100 Euro teure Containerlösung auslösen.

Unterricht im Freien bleibt den Schülerinnen und Schülern sicher erspart, eine provisorische Zwischenlösung aber nicht: Nach Angaben der Schulleiterin wird der Physikraum der Schule für den Unterricht der betroffenen Klassen umfunktioniert. In der Schule ist die Aufregung über den Vorgang groß. Das zeigte sich schon in der Stadtverordnetenversammlung: Die Besucherränge waren voll, und nicht nur Mark und seine Schulleiterin, sondern weitere Lehrerinnen und Mütter hatten viele Fragen und Sorgen. Sie kannten den Plan B bis dahion noch gar nicht. Und die Schulleiterin war über die Zwischenlösung nicht glücklich: „Man weiß in der Stadt seit langem um unser Platzproblem. Ich kann nicht verstehen, dass die Container nicht zum ersten Schultag da sind.“ Das war auch die Meinung anderer Lehrerinnen und Mütter.

Annett Jura versuchte bei allem Verständnis zu relativieren: „Es geht hier um zwei Wochen, in denen die Container nicht genutzt werden können. Ich halte das für vertretbar.“ Sie erklärte, dass der Verfahrensweg einfachso lange gedauert habe und dass auch die Stadt erst kurzfristig, nämlich vor der jüngsten Hauptausschusssitzung, erfahren habe, dass die Bereitstellung der Container vier Wochen länger dauere, als es der Anbieter zuvor in einem Gespräch kundgetan hatte. In diesem Gespräch habe der Bieter auch erklärt, dass man auf neue Container nicht länger warten müsse als auf gebrauchte – darum auch habe man sich entschieden, neue Container anzuschaffen, was aber einen neuen Beschluss erforderlich machte.

Der beauftragte Architekt Klaus Röpke, der auch in der Stadtverordnetenversammlung sitzt und daher nicht an der Abstimmung teilnahm, sprang der Bürgermeisterin bei: „Es ist eindeutig nicht die Stadtverwaltung schuld“, betonte er. Geeignete Container seien bundesweit zurzeit schwer zu kriegen, unter anderem wegen der Unterbringung vieler Flüchtlinge in solchen Containern. Die Verzögerung beim Bieter sei nicht vorherzusehen gewesen.

Stadtverordnete äußerten durchaus Kritik am Verfahren. Rainer Pickert (CDU) findet es sehr ärgerlich, dass nicht alles planmäßig zum ersten Schultag fertig ist. Wie Malte Hübner-Berger (SPD) war er auch nicht glücklich über das Abweichen vom ursprünglichen Plan, gebrauchte Container zu erwerben. Eltern und Lehrer haben noch eine andere Sorge: Dass Plan B noch länger in Kraft sein könnte als nur bis zum 31. August. Annett Jura und Hagen Boddin gaben sich aber zuversichtlich, das der Termin gehalten werden kann. Zumal die Stadt tatsächlich nur noch auf die Container wartet und dann sofort handeln. Annett Jura: „Die Möbel sind schon da und müssen jetzt erst einmal eingelagert werden.“

Von Bernd Atzenroth

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