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00:19 15.08.2018
Ein buntes Bild bot der Umzug beim Erntefest in Tangendorf, so wie bei diesem Wagen, der mit allen möglichen Utensilien geschmückt war und dessen Fahrer mit Zylinder grüßte.. Quelle: Bernd Atzenroth
Tangendorf

So liebe- und fantasievoll wünscht man sich einen Ernteumzug. Was für das Tangendorfer Erntefest am Samstag auf die Beine gestellt wurde, war sehenswert. Und auch wenn es eigentlich ein früher Termin für ein Erntefest ist, passte es gut. Denn die Erntezeit ist in vollem Gange und mancherorts sogar bereits beendet. Landwirtschaft gibt es auch in Tangendorf und Hohenvier. Jedoch geht es bei diesem Fest auch um die Pflege der dörflichen Kultur. Und die wird in Tangendorf und Hohenvier mit Hingabe betrieben.

Herrlich geschmückte Erntewagen und viele gut gelaunte Besucher – hier ein paar Eindrücke von dem schönen Erntefest in Tangendorf.

Zusammen haben die beiden Dörfer nicht mehr als 100 Einwohner. „Heute sind hier mehr Leute, als hier wohnen“, stellte die Tangendorferin Angelika Hacker hocherfreut fest. Aber so ist das eigentlich jedes Jahr in Tangendorf, offenbar weil es hier so viele engagierte Menschen gibt und will sie weitere mitzureißen wissen.

Immerhin 16 Wagen waren diesmal im Festumzug dabei. Fast alle waren mit Sonnen- und anderen Blumen und Getreidepflanzen geschmückt und gut gefüllt mit Menschen aus dem Ort, die die etwa einstündige Fahrt durch beide Dörfer sichtlich genossen. Das Wetter spielte mit. Nach etwas Regen am Morgen herrschte ein Mix aus Sonne und Wolken bei angenehmen Temperaturen und einem ebenso angenehmen Windzug vor.

Umzug beim Erntefest in Tangendorf 2018. Quelle: Bernd Atzenroth

Bunte Streifen, Plüschtiere, ein DDR-Flagge und Jagdtrophäen schmückten die Wagen. Kutscher mit Peitsche chauffierten genauso die Dorfbewohner wie Fahrer mit Zylinder oder Cowboyhut. Jung und Alt war gleichermaßen dabei, und wer nicht im Umzug war, wartete am Straßenrand – mancher sprang dann sogar noch mit auf die Wagen. Andere folgten dem Zug per Auto, um sich dann in Tangendorf noch in die Zuschauer einzureihen.

Von Tangendorf bewegte sich der Zug zunächst nach Hohenvier, drehte dort eine Runde im Ort und kam dann wieder zurück nach Tangendorf, um dort schließlich eine weitere Runde durch den Ortskern zu ziehen.

Vorneweg steuerte Edwin Marten wie in jedem Jahr den Hauptwagen des Tangendorfer Vereins zur Förderung und Pflege des kulturellen Lebens auf dem Dorf, der auch Veranstalter des Erntefestes ist. Seit Anfang der neunziger Jahre sorgt der Verein mit seinen zurzeit 50 Mitgliedern dafür, dass die Traditionspflege in dem Ort großgeschrieben wird.

„Lieber Korn im Blut als Stroh im Kopf – Prost!“

Gleich zwei Wagen haben die „Edlen Schweine zu Hohenvier“ beigesteuert, Werner Stenzaly lenkte edel gekleidet den ersten. Aber auch die Nachbarorte waren diesmal sehr gut vertreten. Noch vor den Umzugswagen traten die Gülitzer Radlerfrauen in die Pedalen. Und Baeker waren diesmal stark im Zug vertreten, nachdem die Tangendorfer auch beim Baeker Dorfjubiläum dabei waren. „Lieber Korn im Blut als Stroh im Kopf – Prost!“, stand auf einem Wagen aus Baek geschrieben.

„Wir haben uns aus Baek ein paar dazugeborgt. Darüber freuen wir uns sehr“, sagte Hartmut Hanisch, „aber genug eigene Wagen haben wir auch.“ Was er eigentlich nicht extra erwähnen musste, denn das hatte jeder mitbekommen. Hanisch ist gleichermaßen Ortsvorsteher von Tangendorf/Hohenvier und Vereinsvorsitzender und stolz auf das große Potenzial in dem kleinen Ort. „Das ist ein schöner Umzug für so einen Ort. Da steckt unheimlich viel Energie drin“, sagt auch Evelyn Borde, die als Gast an dem Umzug teilnahm. Auch aus Strigleben und Tacken waren Teilnehmer dabei.

Edwin Marten zog mit dem Trecker den ersten Wagen - den des Tangendorfer Vereins zur Förderung und Pflege des kulturellen Lebens auf dem Dorf. Quelle: Bernd Atzenroth

Nach dem Umzug trug Edwin Marten die Erntekrone in den Gemeinderaum, in dem auch die Kuchentafel für die Gäste aufgebaut war. Der Platz im Raum reichte gar nicht für alle, so gut war der Besuch. Ein weiterer Programmpunkt war Schaudreschen mit einem Dreschkasten, der auf dem Festplatz aufgestellt war und Roggen und Weizen verarbeitete.

Dass ein solches Ereignis überhaupt möglich ist, hat der Verein auch vielen Geldspendern zu verdanken, die man, wie Hartmut Hanisch erklärte, vorher angeschrieben und um Hilfe gebeten hatte. Ansonsten finanzieren die Tangendorfer ihr Fest aus den Vereinsbeiträgen der Mitglieder. Die ersten Vorbeitungen hatten bereits im Januar begonnen – angesichts des Ergebnisses hat sich der große Aufwand mehr als gelohnt.

Von Bernd Atzenroth

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