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Perleberg Ferien-Workshop im Perleberger Museum
Lokales Prignitz Perleberg Ferien-Workshop im Perleberger Museum
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00:21 03.08.2018
Zeitreise in die Bronzezeit – die Kleinen mahlen Getreide. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Perleberg

Hatte König Hinz ein Schloss? Unter diesem Titel begaben sich am Dienstag 28 Ferienkinder im Perleberger Stadt- und Regionalmuseum auf eine Zeitreise zurück in die Bronzezeit. Sie entdeckten Kleidung, Schmuck und Essen dieser Epoche mit allen Sinnen und gossen Bronze, wie es schon die frühen Vorfahren taten.

Nach einer kurzen Einführung in die kostbaren bronzezeitlichen Schätze des Museums durch Museumsleiter Frank Riedel entführte Renate Groenewegen aus Groß Pankow die Kinder in die Sagenwelt um König Hinz und dessen Seddiner Königsgrab. Sie zeigte neben vielen weiteren interessanten Details zum Leben, wie die Menschen sich damals kleideten.

Renate Groenewegen zeigte, mit welchen Stoffen sich die Menschen in der Bronzezeit kleideten. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Dazu hatte sie viele Stoffe dabei, unter anderem einen Sprang, ein netzartiges Stoffgeflecht, aus Pakistan. „Mit viel Fingerfertigkeit und Geduld können wir diesen Stoff aufschweren“, erklärte sie. Heute sei diese Technik bei uns kaum noch bekannt. „In der Bronzezeit machten sich die Menschen so kleine Hauben oder Gürtel.“

Geduld ist bei vielen Tätigkeiten ganz wichtig

Unter der Remise im Museumshof konnten die Kinder hautnah in die Zeit von vor über 3000 Jahren eintauchen. Sie mahlten Getreide. „Auf unseren Mahlsteinen aus der Ausstellung“, ergänzte Museumsleiter Frank Riedel. Das sei körperlich nicht nur sehr anstrengend, sondern koste auch viel Geduld. „Das wollen wir den jungen Teilnehmern nahe bringen.“

Jost Loeber schnitzte mit den Kindern kleine Miniaturen in Gips – sie sind der Entwurf für ihren Bronzeguss. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Die Goldschmiedin Julika Müller und der Bildhauer Norbert Poredda befeuerten einen mobilen Ofen mit Koks und schmolzen Kupfer und Zinn. Die Kinder bildeten hier ihren bronzezeitlichen Schmuck nach. „Den dürfen sie im Anschluss auch mit nach Hause nehmen“, sagte Frank Riedel. Kleine Tiere, Schmuck oder andere Miniaturen schnitten sie in Gips.

Figuren in der Form selbstgemacht

In kleinen rechteckigen Stahlformen verdichteten sie ihre Kunstwerke mit speziellen Sand. Nach vielen handwerklichen Schritten flogen dann die Funken. Norbert Poredda goss das flüssige Metall in den entstandenen Hohlraum der Form. Am frühen Nachmittag konnten die Ferienkinder voller Spannung ihre Formen öffnen und die so entstandenen Figuren freilegen.

Norbert Poredda zeigte, wie die Gips-Entwürfe richtig mit dem Sand verdichtet werden. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Es war der erste von insgesamt zwei diesjährigen Ferienworkshops im Perleberger Stadt- und Regionalmuseum. Seit 2015 haben diese schon Tradition. „Immer zu wechselnden Themen“, sagte der Museumsleiter. Dabei sollen sich Kinder jeden Alters sowie die Eltern und Großeltern angesprochen fühlen, die gerne in den vier Stunden mit dabei sein können.

Spurensuche mit Frau Harke und Hexe Hulda

„Das Museum ist ein Ort der kindlichen Entdeckung“, betonte Frank Riedel. Es sei wichtig die Kinder schon früh da heranzuführen – pädagogisch und spielerisch. „Sie sollen über die Geschichte lernen nachzudecken und keine Angst vor der hiesigen Anonymität haben.“ Ein weiterer Ferienworkshop finden am 16. August ab 10 Uhr im Stadt- und Regionalmuseum statt.

Mit viel Geduld und Fingerfertigkeit scherte Renate Groenewegen zusammen mit den jungen Teilnehmern einen Sprang auf. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Dann geht es auf Spurensuche mit Frau Harke und Hexe Hulda. „Das wird eine Zeit- und Spielreise mit sagenhaften Gestalten und ihren musealen Perlen“, versicherte der Museumsleiter. Anmeldungen dazu sind dringend nötig unter 03876/78 14 22 beziehungsweise -781 oder per E-Mail an museum@stadt-perleberg.de. Der Workshop dauert etwa fünf Stunden. Ein kleiner Mittagsimbiss wird vom Museum gereicht.

Von Marcus J. Pfeiffer

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